Wenn Papa trinkt

In der Schweiz trinkt jede fünfte Person zu viel: Alkoholmissbrauch ist eine Volkskrankheit. Und ist ein Vater oder eine Mutter süchtig, leidet die ganze Familie. Beat Schaffner* war jahrelang alkoholkrank. Zusammen mit seiner Frau Margrit erzählt er, was die Sucht mit ihrer Familie gemacht hat – und wie sie die Krankheit überwinden konnten. 
Draussen bricht der Winter herein, in einem einzigen nassen Windstoss. Aber Beat und Margrit* sind drüber hinweg, über die Kälte, über die Schwere, die Verwirrung, den Krach, die Depression. Stattdessen ist Arbeit angesagt: an sich selbst, an der Beziehung, an der Familie. Beat und Margrit haben drei Kinder. «Wir sind endlich angekommen», sagt Margrit. «Wir mussten mit Mitte 30 erst einmal herausfinden, wer wir sind, ohne den Alkohol.»

Beat ist trocken, und zwar schon seit mehr als zehn Jahren. Davor war er es nie. «Ich bin so geboren», sagt er. Beat konnte nie trinken, ohne sich zu betrinken, ohne die Kont­rolle zu verlieren. Das erste Mal als Ministrant. Beat hat mit zwölf den Messwein probiert. Und ist dann die Kirchentreppe hinuntergestolpert. «Ich kann mich an das Gefühl noch gut erinnern», sagt er und lacht, «ich hatte gummige Knie.» 

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