Keine Angst vor der Oberstufe
Schule

Keine Angst vor der Oberstufe

8 Jugendliche, drei Leistungsniveaus, ein Ziel: gemeinsam durch die Oberstufe. Für die Lehrperson ist das eine Herkulesaufgabe, für die Schülerinnen und Schüler eine ­Geduldsprobe. Wie eine Oberstufe im Kinderdorf Pestalozzi das Thema Ausgrenzung angeht.
Text und Bild: Christian Possa

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
Zeig mir deine Noten und ich sag dir, in welcher Klasse du bist. Der ­Leistungsdruck in der Sekundarschule belastet viele Jugendliche. Auch für Eltern ist der Übertritt in die Oberstufe mit vielen Unsicherheiten verbunden. Wird mein Kind es schaffen? Wird es Anschluss finden?

Die Lehrpersonen andererseits stehen vor der schwierigen Aufgabe, das Bündel an unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenzuhalten und möglichst allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Dies ist besonders herausfordernd, wenn sich eine Klasse aus unterschiedlichen Leistungsniveaus zusammensetzt, was die soziale Dynamik innerhalb des Klassenverbundes stark beeinflussen kann.

Ein Oberstufenschulhaus aus dem Zürcher Oberland wollte diese Herausforderung zum ersten Mal proaktiv angehen. Mit allen sechs ersten Oberstufenklassen reiste sie für eine Projektwoche nach Trogen ins Kinderdorf Pestalozzi, um die verschiedenen Aspekte des fried­lichen Zusammenlebens zu thematisieren und ein Zeichen gegen Ausgrenzung im Schulalltag zu setzen. Unter den sechs Klassen polarisierte die heterogene ABC-Klasse aufgrund ihrer Struktur am stärksten. Die Klasse vereint als einzige drei unterschiedliche Anforderungs­stufen: A, B und C, wobei A die anspruchsvollste ist.

Begegnung durch gemeinsame Erlebnisse

Dass die Unterschiede gross waren, merkte auch die Kinderdorf-Pädagogin Natalie Friedrich rasch: «Das Spektrum reichte von jenen, die sehr gut zuhören und Aufträge rasch erfüllen konnten, bis hin zum Schüler mit kognitiver Beeinträchtigung.» Friedrich konnte jedoch dank der flexiblen Projektstruktur das Programm anpassen und so gezielt auf die Bedürfnisse der Klasse eingehen. Gemeinsam mit der Klassenlehrerin legte sie den Fokus auf das gegenseitige Kennenlernen und die Gruppenarbeit.

Zum Zeitpunkt der Projektwoche kannte sich die Klasse gerade mal vier Wochen. Wie gelingt es, dass zwischen der Lehrerin und ihren Schülerinnen und Schülern ein vertrauensvolles Band entsteht und sie gemeinsam eine schöne Zeit haben können? 

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