«Kneif mich, wenn ich wie ein Erstklässler mit dir rede» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

«Kneif mich, wenn ich wie ein Erstklässler mit dir rede»

Mehrmals pro Woche fährt Sidona Gianella zu ihrer demenzkranken Mutter und begleitet sie zu Arztterminen, trifft Absprachen mit den Dienstleistern, die ihr die Bewältigung ihres Alltags ermöglichen. Oder sie hört ihr einfach zu. «Ich weiss nie, was mich erwartet, jeder Tag ist anders», sagt die Tochter. Ein Protokoll. 
Sobald mein Sohn in der Schule ist und ich dienstfrei habe, fahre ich zu meiner Mutter. Wenn kein Arzt- oder Coiffeurtermin ansteht, können wir uns erst einmal unterhalten. Meist sind es banale Dinge, über die wir reden. Doch dabei kann ich abtasten, in welcher Stimmung sie ist. Manchmal erzählt mir meine Mutter zwei- oder dreimal das Gleiche, und ich muss versuchen, unserer Unterhaltung eine Struktur zu geben. 

Ich mache uns einen Kaffee und versuche die Punkte anzusprechen, die ich heute mit ihr besprechen möchte. Bei manchen Themen blockt sie erst einmal ab. «Mama, es wird einmal die Woche eine Dame vom Roten Kreuz zu dir kommen, damit du nicht alleine bist, während ich arbeite.» In solchen Fällen brauche ich drei bis vier Besuche bei ihr und muss mich immer wieder zu dem kritischen Thema vortasten. «Ich habe gehört und verstanden, was du mir gesagt hast», sagt sie dann irgendwann.

Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren