Die Pandemie des Misstrauens

Der Umgang mit Verschwörungstheorien im eigenen Familienumfeld fordert viele Menschen heraus. Ben Schuster von der Internationale Gesellschaft für Beziehungskompetenz (IGfB) über seinen Umgang mit Skeptikern im engen Umfeld.
Bing! Eine neue Nachricht im Familienchat. Schaut schon wieder nach einem Video aus. Ich habe diese Videos satt! Diese Kurzfilme, die vorgeben, Antworten zu kennen, oder davor warnen, was noch alles kommen wird. Ich will das Video ignorieren. Aber meine Neugierde siegt. Es kommt doch von meiner Familie. Ich klicke und schaue. Ich habe mich geirrt. Schon wieder! Ein weiteres Video, das die Wahrheit hinter der US-Wahl kennt: von Geheimbünden ist die Rede; Trump als Retter und Biden als Kinderschänder. Auch Corona, die Gefährlichkeit des Virus‘ oder der Impfung sind beliebte Themen im Familienchat. 

Es macht mich so wütend! Wie kann sich jemand diesen Unsinn ansehen? Und noch dazu jemand aus meiner Familie? Ich fange an zu tippen. Ich bin bereit zu streiten – kompromisslos und ungeschönt! Aber kurz bevor ich auf Senden drücke, halte ich mich zurück. Lange genug, um zu überlegen, ob es hilfreich ist. Lange genug, um zu entscheiden, die Nachricht später zu senden. Vielleicht mit etwas weniger Aggression.
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