Richtig lagern, lange geniessen - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
Merken
Drucken

Richtig lagern, lange geniessen

Lesedauer: 3 Minuten

Warum schmeckt das Rüebli auf einmal seifig? Die Aufbewahrung von Lebensmitteln hat nicht nur Einfluss auf deren Haltbarkeit, sondern auch auf die Konsistenz und den Geschmack. So räumen Sie Ihren Kühl- und Küchenschrank richtig ein.

Text: Wina Fontana
Bild: iStockphoto

In Zusammenarbeit mit Betty Bossi

 

Ob schon die allermeisten Kühlschränke lediglich über eine Temperaturanzeige für das ganze Gerät verfügen, gibt es in diesen Geräten verschiedene Klimazonen. Somit hat fast jedes Lebensmittel seinen geeigneten Lagerplatz. Bevor Sie es sich aber zu kompliziert machen, stellen Sie den Kühlschrank einfach auf eine Temperatur zwischen plus zwei und plus fünf Grad Celsius ein und beachten Sie unsere Lagerungstipps.

Im Klimagleichgewicht

Die Türe ist der wärmste Ort im Kühlschrank und eignet sich für Produkte, die nur eine leichte Kühlung benötigen. Dazu zählen Lebensmittel wie Eier, Senf und Mayonnaise. Das oberste Fach der Türe eignet sich besonders für Butter und Margarine, damit diese streichzart bleiben. Das unterste Fach ist in der Regel Flaschen, Milch und delikaten Ölen vorbehalten.

Aufgrund der unterschiedlichen Dichte steigt warme Luft, während kalte sinkt. Somit ist es oben immer etwas wärmer als weiter unten. Dieser physikalische Vorgang ist auch der Grund, weshalb Schlafplätze in Iglus immer höher als der Eingang gebaut werden. Der obere Bereich des Kühlschranks eignet sich also besonders für Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, aber nicht gerne frieren: Milchprodukte, Frisch-Convenience und Eingemachtes.

In der Mitte des Kühlschranks fühlen sich vorgekochte Speisen, geöffnete Verpackungen, Käse, Wurst- und Backwaren am wohlsten. In der unteren Hälfte ist es am kältesten – somit der ideale Ort für die Aufbewahrung von Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten. Da diese Produkte besonders anfällig für Bakterien und leicht verderblich sind, empfiehlt es sich, diese gleich nach dem Einkauf aus der Verpackung zu nehmen und in einem verschliessbaren Behälter aufzubewahren. Bei vakuumierten Produkten ist dies nicht notwendig. Bei gehacktem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten wird zudem der Verzehr innert 24 Stunden empfohlen.

Ab ins Gemüse- und Obstfach

Da die kalte Luft oben abgefangen wird und weniger zirkuliert, herrschen in der sogenannten Gemüseschublade für Kühlschrankverhältnisse eher gemässigte Temperaturen, optimal für die Lagerung von Gemüse und einheimischen Früchten. Falls zwei Schubladen vorhanden sind, empfiehlt es sich, eine ausschliesslich für Gemüse und eine für Früchte zu nutzen. Die sogenannte «Perfect Fresh Zone» sorgt mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt dafür, dass Lebensmittel möglichst lange haltbar bleiben, ohne auszutrocknen. Denn durch die verschlossene Schublade wird die Feuchtigkeit, die aus den Lebensmitteln austritt, gespeichert und hält sie somit länger frisch. Hier fühlen sich fast alle Lebensmittel wohl. Zu den wenigen Ausnahmen zählen zum Beispiel Gurken und Tomaten, denn aufgrund des hohen Wassergehalts ist es ihnen bei knapp über null Grad Celsius einfach zu kalt. 

Einige Früchte- und Gemüsesorten scheiden mit zunehmender ­Reife das Gas Ethylen aus. Dieses Gas sorgt unter anderem für die Aromabildung, beschleunigt aber auch den Reifeprozess anderer Gemüsesorten und Früchte und kann somit deren Haltbarkeit ­verringern. Ethylenempfindliche Lebensmittel wie Broccoli, Tomaten, Gurken, Honigmelonen oder Kiwis sollten deshalb immer getrennt von starken Ethylen-Ausscheidern wie Äpfeln, Bananen oder Pflaumen aufbewahrt werden.

Was nicht in den Kühlschrank gehört

Exotische Früchte (wie Ananas, Avocado, Banane, Mango, Papaya, Passionsfrucht), Zitrusfrüchte, ­einige Gemüsearten (wie Kartoffeln und Tomaten), Zwiebeln und Brot gehören nicht in den Kühlschrank. Bereits geschnittene Südfrüchte sollten allerdings in der Gemüse-/ Fruchtschublade gelagert und möglichst bald verzehrt werden. Kartoffeln sollten kühl, aber nicht kalt gelagert werden. Denn bei zu kalten Temperaturen werden sie süss, wodurch beim anschliessenden Braten oder Frittieren gesundheitsschädliches Acrylamid entstehen kann. Wenn Sie in Ihrem Kühlschrank ein Kellerfach haben, ist dies der ideale Lagerort für Kartoffeln. Sonst tut es natürlich auch der Vorratsschrank. Dasselbe gilt für Zwiebeln und Knoblauch. 

Trockenwaren wie Zucker, Mehl, Getreide, Gewürze, abgepackte Müesli und ähnliche Produkte gehören ebenfalls nicht in den Kühlschrank. Am besten ist es, wenn die Produkte nach dem ersten Öffnen in luftdicht verschliessbare Behälter umgefüllt werden. Dies verlängert nicht nur die Haltbarkeit, sondern hält gleichzeitig hungriges Ungeziefer fern. Da viele Vitamine lichtempfindlich sind, lohnt es sich zudem, die Behälter an einem dunklen Ort wie dem Küchenschrank aufzubewahren.

5 Tipps für den Alltag

  • Was im Laden gekühlt wurde, sollte auch zu Hause in den Kühlschrank. Genauere Informationen dazu finden Sie jeweils bei den Angaben des Herstellers auf der ­Verpackung.
  • Legen Sie unreife Früchte mit einem starken Ethylen-Ausscheider wie zum ­Beispiel einer Banane in den Fruchtkorb, um sie schneller geniessbar zu machen.
  • Lassen Sie Vorgekochtes auskühlen, bevor Sie es in den Kühlschrank stellen, denn das aktive Herunterkühlen führt zu einem unnötigen Stromverbrauch.
  • Auch ein Überfüllen des Kühlschranks oder unmittelbar an die Rückwand gestellte Produkte erhöhen den ­Stromverbrauch unnötig und verkürzen die Lebensdauer der Lebensmittel und
    die Ihres kühlenden Helfers.
  • Lassen Sie zudem die Kühlschranktür nicht unnötig lange geöffnet.

Wina Fontana
ist Ernährungsexpertin SVDE, hat einen Bachelor in Ernährung und Diätetik und arbeitet bei Betty Bossi.

Alle Artikel von Wina Fontana

Lesen Sie mehr zum Thema Ernährung:

Advertorial
Geschenktipp: Filmmusik-Konzert
Die einzigartige Magie des Disney-Klassikers «Die Eiskönigin – völlig unverfroren» zusammen mit der bewegenden Filmmusik live gespielt vom 21st Century Orchestra & Chorus im KKL Luzern hinterlässt bei Klein und Gross leuchtende Augen. «Manche Menschen sind es wert, dass man für sie schmilzt» (Schneemann Olaf) – und auch manche Filme: Mit dem grossartigen Welterfolg «Die […]
Ernährung
Essen ohne Drama
Eltern wollen ihre Kinder gesund ernähren. Oft bewirkt Druck das Gegenteil. Die Methode des intuitiven Essens soll helfen: Statt Regeln zählt der innere Ernährungskompass des Körpers.
Ernährung
Warum eine Nussallergie das ganze Schulhaus betrifft
Während einige Lebensmittelallergien in der Regel harmlos verlaufen, ist bei Allergien auf Nüsse oder Erdnüsse besondere Vorsicht geboten.
Ernährung
Meal Prep – Vorkochen gegen den Stress im Familienalltag
Wer sich unter der Woche Zeit sparen will, kocht am Wochenende für mehrere Tage vor. Das ist praktisch, gesund und nachhaltig.
Ernährung
Covenience-Food – bequem ist nicht immer ungesund
Fertigprodukte erfreuen sich grosser Beliebtheit. Gleichzeitig haben sie bei Ernährungsfachpersonen kein besonders gutes Image. Was hat es damit auf sich?
Erziehung
Wie essen wir entspannt am Familientisch?
Gemeinsame Mahlzeiten sind eine grosse Chance für Familien, sich im Alltag zu sehen und sich auszutauschen. Am besten ohne Streit, Stress, Kritik und Extrawürste.
Ernährung
Alkohol – ein Problem, das sich in Luft auflöst?
Dass Liköre, Weine und andere alkoholische Getränke nicht an den Kindertisch gehören, ist allgemein bekannt. Doch wie sieht es aus, wenn der Alkohol zum Verfeinern von Gerichten verwendet wird?
Ernährung
Klar darf ich naschen!
Diabetes Typ 1 ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern. Betroffene müssen lebenslang Insulin zuführen. Mit entsprechender Unterstützung können sie aber ein fast ganz normales Leben führen.
Ernährung
Von der Nase bis zum Schwanz
Wenn wir schon ein Rind schlachten, dann sollte auch möglichst viel davon gegessen werden, nicht nur die edlen Stücke wie Filet oder Entrecote, findet unsere Autorin. Alles oder nichts – dieses Prinzip findet immer mehr Gefallen in der Gesellschaft und in der Gastronomie. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten.
Ernährung
Immunsystem stärken, aber wie?
Es gibt zahlreiche Tipps für ein gesundes Immunsystem. Was hilft wirklich?
Ernährung
So kommt Ihr Kind auf den gesunden Geschmack
Wie «Nudging» das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen zwanglos in eine positive Richtung lenken kann – und welche Rolle Sie als Eltern dabei spielen.
Ernährung
Energydrinks – die Menge machts
Es gibt anscheinend viele Gründe, nach einem Energydrink zu greifen, um den Herausforderungen des täglichen Lebens gewachsen zu sein.
Ernährung
Übergewicht bei Kindern
Jedes sechste Kind in der Schweiz ist übergewichtig. Die überflüssigen Kilos beeinflussen die Entwicklung und können zu ­Demütigungen sowie Krankheiten führen.