Twitch ist kein Kinderspiel

Auf Twitch können Kinder und Jugendliche Gamern beim Spielen zuschauen, mit ihnen chatten und Teil einer Community sein. Doch sollten Eltern über die Plattform einige grundsätzliche Dinge wissen.
Auf Twitch übertra­gen – vereinfacht gesagt – Video­gamer in Echtzeit, wie sie spielen. «Let’s Play» heisst das und ist heute die Haupteinnahmequelle für viele professionelle Videospieler. Die Zahlen sind eindrücklich: Die besten Spielerinnen und Spieler kommen auf Millionen Follower und Hunderte Millionen Views, die sich entsprechend monetarisieren lassen. 

Die Faszination der Jugendlichen für Twitch liegt in der Möglichkeit, mit ihren Gaming-Idolen in direkten Kontakt zu treten. Pa­rallel zum Stream läuft ein Chat, in dem die Zuschauerinnen und Zuschauer mit den Gamern – oder auch untereinander – kommunizieren. Grundsätzlich ist es möglich, die meisten Streams kostenlos anzuschauen und nach einer einfachen Registrierung zu chatten – allerdings nur in einem verlangsamten Modus.

Zuschauerinnen und Zuschauer haben auch die Möglichkeit, ihre Idole ganz handfest zu unterstützen, indem sie einen Kanal abonnieren («Subs»). Das beginnt bei einem einfachen Abo für 5.99 Franken pro Monat, geht weiter über ein Stufe-2-Abo für 10.99 bis hin zum Stufe-3-Abo für 29.99. Ausserdem gibts noch die Möglichkeiten, Geld zu spenden oder Subs zu verschenken.

Teenager wollen dazugehören

Je höher die Abo-Stufe, desto mehr Emoticons können im Chat verwendet werden. Ausserdem ist der Name des Abonnenten mit einem entsprechenden Emoticon versehen. Ein Abo-Abschluss wird live eingeblendet, der Gamer bedankt sich in den allermeisten Fällen persönlich beim Abonnenten. Teil dieser Community zu sein, von seinem Idol vor Tausenden von Zuschauern erwähnt zu werden, ist ein verlockendes Angebot für viele Teenager. 

Grundsätzlich ist Twitch ab 18 Jahren freigegeben, unter elterlicher Aufsicht schon ab 13 Jahren. Kontrolliert wird das aber nicht. Die übertragenen Spiele haben keine Alterseinstufung.

Tipps für Eltern

  • Abo-Ausgaben gemeinsam diskutieren und festlegen. Achten Sie darauf, dass Jugendliche keinen Zugriff auf Kreditkartendaten oder Paypal-Konten haben.
  • Im Chat besteht das Risiko unerwünschter Kontakte. Es gibt die Möglichkeit, die Kommunikation mit Unbekannten zu unterbinden.
  • Twitch ist grundsätzlich eher für Jugendliche und ein erwachsenes Publikum geeignet und keine Plattform für Kinder.

Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.
Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.


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