«Ich fühlte mich wie in einer Blase» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

«Ich fühlte mich wie in einer Blase»

Lesedauer: 1 Minuten

Für Sandra, 17, Praktikantin Behindertenbetreuung, liegt der schlimmste Druck darin, so sein zu müssen wie alle anderen. Das habe sie an den Rand ihrer Kräfte gebracht, ihr die Lebensfreude und den Schlaf geraubt.

«Gegen Ende der Primarschule war ich plötzlich zur Zielscheibe geworden: Ich wurde fertiggemacht. Vielleicht war mein Gewicht der Grund dafür oder meine ruhige Art. Ich weiss es nicht. Jedenfalls gab man mir täglich zu verstehen, dass ich komisch sei, nicht so wie die anderen, ein Nichts. So ging das zwei Jahre lang. Ich reagierte mit Rückzug. Mir fehlte die Kraft, mit meinen Eltern zu sprechen, ich reagierte gereizt, wenn sie es versuchten. Ich konnte nicht schlafen, war nervös und müde. Ich fühlte mich wie in einer Blase, umhüllt von Traurigkeit. Selbstmordgedanken begleiteten mich jeden Tag. Meine Eltern drängten mich, Hilfe zu suchen. Die Jugendseelsorge war ein Glücksfall. In der Oberstufe wendete sich mein Leben zum Guten. Auf einer Privatschule fand ich meine beste Freundin. Sie hat mich gelehrt, für mich einzustehen. Ich war glücklich, bis es um die Berufswahl ging. Mit 16 eine solche Entscheidung treffen zu müssen, hat mich überfordert. Wer die Sek B besucht, muss sich ständig anhören, dass es auf diesem Niveau sowieso gelaufen sei mit der Zukunft. Ich hoffe, das stimmt nicht. 
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