«Meinem Bruder fehlt ein Teil im Kopf» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

«Meinem Bruder fehlt ein Teil im Kopf»

Lesedauer: 8 Minuten

Eltern mit einem behinderten Kind sind mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Wie kann man da den Geschwistern ohne Handicap noch gerecht werden? Zwei Familien berichten.

Text: Sandra Casalini 
Bilder: Daniel Auf der Mauer / 13 Photo

Wirklich gemein sei das gewesen, als er wegen diesem Fünftklässler Ärger bekommen habe, erzählt Noè. Dieser hat sich über seinen Bruder Elia lustig gemacht, gesagt, der sei ja behindert. Da habe er ihm eine runtergehauen. Der andere habe dann bei der Lehrerin gepetzt. «Und wer hat den Ärger gekriegt? Ich!», ereifert sich Noè. «Behindert! Der weiss ja gar nicht, was das heisst, behindert.»

Noè, 10, weiss es sehr genau. Für ihn und seinen siebenjährigen Bruder Mael ist das Leben mit Elia Alltag. Der zwölfjährige Bruder der Buben hat das Cri-du-Chat-Syndrom. Babys und Kleinkinder, welche die seltene Störung haben, schreien wie Katzen, deshalb der Name. Elia «miaut» nicht mehr, spricht allerdings mit der für die Betroffenen typischen sehr hohen Stimme. Charakteristisch sind auch der kleine Kopf, die schwachen Muskeln, die Entwicklungsverzögerung und die psychomotorischen Einschränkungen. 

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