Mobbing beginnt nicht in den Köpfen der Kinder

Wenn in einer Schule überdurchschnittlich häufig gemobbt wird, ist der Grund oft ein Führungsproblem. Jesper Juul über fehlendes Selbstwertgefühl von Jugendlichen und die Herausforderung an Lehrkräfte, mit ihrem Verhalten Mobbing zu verhindern.
Dem Thema Mobbing in Schulen und auf sozialen Netzwerken wurde in den letzten zehn Jahren in ganz Europa viel Beachtung geschenkt. Dieser Artikel konzentriert sich auf Mobbing in Schulen. Von diversen Seiten der Gesellschaft wurden bisher verschiedenste Methoden und Programme entwickelt, aber gemäss unserem heutigen Stand (Schweden hat fundierte Nachforschungen betrieben) haben diese bisher weder eine präventive Wirkung gezeigt noch das Mobbingproblem gelöst.

Im Gegenteil: Man hat festgestellt, dass die Mobbingraten in den ersten ein bis zwei Jahren zwar zunächst sanken, danach stiegen diese jedoch auf ein noch höheres Niveau als vor dem Start der Programme und Kampagnen. Millionen wurden verschwendet, und die Kinder wurden einmal mehr alleingelassen. Mobbingopfer erhalten ausser moralischer Unterstützung meistens keine weitere Hilfe, und viele Eltern entscheiden sich, neue Schulen für ihre Kinder zu finden. Kinder, die mobben, werden auf verschiedene Weisen bestraft. Dies führt tendenziell dazu, dass sich das Verhalten dieser Kinder sogar noch verschlimmert.

Beide Gruppen erhalten keine Alternativen, um mit sich selbst und anderen umzugehen. Wie die Lehrer, so die Schüler Das grundlegende Missverständnis hinter den meisten Kampagnen ist die Annahme, dass Mobbing in den Köpfen der Kinder beginnt, was aber nicht der Fall ist. Es ist korrekt, dass Kinder die Fähigkeit haben, gemein und scheusslich zueinander zu sein. Entscheidend dafür, ob dies geschieht oder nicht geschieht, ist jedoch einzig und alleine die Führung durch die Erwachsenen.

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