Elternbildung
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Die Eltern von heute

Auf diese Entwicklung dürfen wir als Eltern stolz sein. Auch das ist uns heute fast peinlich. Der Trend lautet: sich aufregen, sich schuldig fühlen und mit dem Finger auf Negativbeispiele zeigen – Helikoptereltern, Eltern, die nur Freunde ihrer Kinder sein wollen, anstatt sie zu erziehen etc.

Natürlich gibt es sie: die vernachlässigenden, überbehütenden, kontrollsüchtigen Eltern – uns allen fallen Beispiele dazu ein. Aber daneben gibt es so viele Eltern, die ihre Sache gut machen. Eltern, die ihren Kindern mit Liebe und Herzlichkeit begegnen, ohne sie zu verwöhnen. Eltern, die Grenzen aufzeigen und ihren Kindern Sicherheit geben, ohne sie zu demütigen oder zu bestrafen. Eltern, die ihre Kinder zu einfühlsamen, selbstbewussten Menschen heranziehen, die selber denken und für sich und ihre Bedürfnisse einstehen können.
Es ist schade, dass Emils Eltern zu viel aufs Handy glotzen. Auf der anderen Seite haben sie einen Sohn, der bereits mit sieben Jahren merkt, dass ihm das nicht guttut, der den Mut hat, dies zu äussern, eine konstruktive Lösung findet und sogar andere dazu bewegt, aktiv zu werden. Es sind Eltern, die mutig genug sind, sich mit dieser Botschaft auseinanderzusetzen und ihren Sohn in seinem Protest zu unterstützen. 

Auch früher gab es Väter, die hinter der Zeitung verschwanden und sich kaum ins Tischgespräch einbrachten – aber sie hätten eine Beschwerde des siebenjährigen Kindes wohl kaum zum Anlass genommen, sich selbst zu hinterfragen. 

Die Jugend von heute macht es uns nicht einfach

Menschen wie Greta sind unbequem. Sie sagen Dinge zu uns wie: «Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen. Sogar diese Bürde überlasst ihr uns Kindern.» Und wir fühlen uns ertappt, vielleicht beschämt, hoffentlich wachgerüttelt. 

Wir ziehen eine Jugend heran, die anspruchsvoll ist, die uns herausfordert, deren Respekt wir uns als würdig erweisen müssen. Wir Erwachsenen können uns nicht mehr hinter Status, Titeln und Rollen verschanzen. Immer mehr Jugendliche fragen nach dem «Warum» und geben sich mit einem «Darum», «Du machst das, weil wir das sagen» oder einem «Denk nicht drüber nach, mach es einfach» nicht zufrieden. 
Junge Menschen übernehmen  Verantwortung, setzen sich
Ziele, kümmern sich um andere.
Ihnen sind Werte wie Familie
und die Umwelt wichtig.
Wenn wir Jugendliche möchten, die selber denken, dann müssen wir bereit sein, uns konfrontieren zu lassen. Das tut manchmal weh und verunsichert uns. Aber es bietet uns die Chance, Bestehendes zu hinterfragen und bessere Antworten zu suchen.

Der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff, Autor des Buchs «Warum unsere Kinder Tyrannen werden», sagte in einem Interview in dieser Zeitschrift: «…denn so funktioniert die Psyche eines Kindes: Was es tut, tut es für mich. Wenn ich es lobe, strahlt es, es sucht immer meine Rückmeldung. Erst ein 14-Jähriger fängt an, Dinge zu hinterfragen – wenn er normal entwickelt ist. Mit 16 ist er so weit, dass er abwägt, was er machen soll und was nicht.»

Kinder und Jugendliche wie Greta, Felix und Emil hätten für eine derartige Einschätzung wohl nur ein müdes Lächeln übrig. Ein Grund zur Freude.
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2 Kommentare

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Von Andrea am 11.03.2019 19:37

Ja, auch ich danke Ihnen herzlich für diesen wichtigen Artikel. Es tut uns Erwachsenen gut, uns zu hinterfragen. Es tut gut, zu überlegen, ob wir wirklich erwachsen sind und genügend Verantwortung übernehmen. Erwachsene, die wirklich erwachsen das Leben anpacken - unsere Kinder und Jugendliche haben solche Erwachsene verdient.

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Von Franziska am 10.03.2019 14:58

Ich unterschreibe jedes Wort - dank für diesen reflektierten Artikel!

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