Diskussion statt Gehorsam: Die neue Erziehung 

Früher verlangten Eltern von ihren Kindern Gehorsam, heute wird in Familien fast alles ausdiskutiert. Die Folge sind Kinder, die zu geliebten Nervensägen werden, beklagen Fachleute. Setzen Eltern sich tatsächlich zu wenig durch und diskutieren zu viel?
Jutta Ecarius ist Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Köln und Expertin auf dem Gebiet der Erziehungsforschung. Als solche hat sie eine grosse qualitativempirische Studie zum Wandel der Familienerziehung über drei Generationen verfasst. Die Frage, ob die heutige Elterngeneration ihre Kinder vor lauter Diskussionseifer zu wenig im Griff habe, stellt sich für Jutta Ecarius nicht.

Sie mag schon den Ausdruck «im Griff haben» nicht, er stamme aus der Ära des autoritären Erziehungsstils und sollte heute nicht mehr existieren. Er bezeichnet, so Ecarius, einen «Befehlshaushalt», der gekennzeichnet war von Disziplin und Unterordnung; Erziehung bestand aus Gehorsam, Strenge, Verzicht, Unterordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit. Widerspruch wurde nicht geduldet.

Die Macht zwischen Eltern und Kindern war klar verteilt: Wer sich nicht an die – meist hauptsächlich vom Vater aufgestellten – Regeln hielt, wurde bestraft: mit Strenge und notfalls mit Gewalt. «Heute haben Eltern eine ganz andere Bindung zu ihren Kindern», erklärt Jutta Ecarius. Die Basis der heutigen Erziehung bilde Vertrauen. 

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