Tag der Grosseltern: Redaktion und Verlag erinnern sich
Redaktionsblog

Grosseltern-Helden

Am 8. März ist Grosselterntag. Wir haben uns in Redaktion und Verlag umgehört: Welche Erinnerungen an die eigenen Grosseltern haben wir? Und welche Bedeutung haben sie in unserem Familienalltag?
Redaktion: Florina Schwander
Bild: iStockphoto

«Wir wussten, dass sie uns liebten»

«Ich erinnere mich in erster Linie an all das feine Essen, das ich von meinen Grossmüttern aufgetischt in Ungarn bekommen habe. Ich war leider noch ein Kind (8, beziehungsweise 11 Jahre alt) als sie gestorben sind. Meine Grosseltern beidseits waren ganz einfache Leute, die viel Entbehrung erlebt haben. Sie redeten nicht viel und hatten keine Zeit, mit mir und meiner Schwester zu spielen. Aber wir wussten, dass sie uns liebten. 

Meine Mutter war nach der Geburt meiner drei Söhne jeweils drei Wochen bei mir. Auch in den Ferien, die wir in Ungarn verbracht haben, hat sie mir sehr viel geholfen und die Kinder oft gehütet. »

Éva Berger, Stiftungssekretärin, drei erwachsene Söhne (Lesen Sie von ihr auch: Vom Vollzeit-Mami zurück in den Job)

«Wir machen regelmässig Drei-Generationen-Ausflüge»

Meine Grosseltern lebten im Bündnerland. Mein Vater war damals Lehrer und so verbrachten wir fast alle Schulferien bei ihnen in den Bergen. Ich denke noch heute gerne zurück. Es war eine wunderschöne Zeit zusammen mit meinen Grosseltern.

Meine Kinder sind nur mit einem Grosselternteil aufgewachsen. Mein Vater starb, bevor die Kinder da waren. Zu den Eltern von meinem damaligen Mann hatten sie keine Verbindung. Diese Grosseltern hatten für ihre Enkel keine Zeit und so waren die Besuche auch ziemlich rar.

Meine Mutter hingegen wohnte nur ein paar wenige Häuser von uns weg. So sahen meine Mädels ihr Grossmami fast jeden Tag. Sie betreute die Kinder auch, wenn ich arbeitete. Die Bindung zur Grossmutter ist auch heute noch sehr eng und es vergeht kein Tag, ohne dass meine Töchter sich bei ihr melden oder sie sehen. Wir verbringen viel Zeit zusammen und machen regelmässig zu viert unsere Drei-Generationen-Ausflüge!

Renata Canclini, Sales-Managerin, zwei erwachsene Töchter. (Lesen Sie von ihr auch: Tipps für die Patchwork-Familie)

«Nicht ohne unsere Oma!»

Meine eigenen Grosseltern habe ich kaum gekannt. Die beiden Grossväter sind vor oder kurz nach meiner Geburt gestorben und beide Grossmütter wohnten nicht bei uns in der Nähe, so dass wir sie selten sahen.

Um so mehr schätze ich heute die Beziehung meiner Kinder zu ihren Grosseltern, vor allem zu Oma. Meine Mutter sehen sie sicher einmal die Woche und auch der Opa im Himmel kommt oft in Gesprächen vor. Meine Mutter hat uns extrem unterstützt nach der Geburt unseres ersten Kindes und dann nochmal mehr nach der Geburt der Zwillinge. Und so sehr ich ihre Hilfe schätze und ihr auf Ewigkeiten dankbar bin, am meisten freut mich, dass ich mit ihr die Freude über unsere Kinder so sehr teilen kann. Niemanden kann ich so ungeniert zuspammen mit Kinderfotos à gogo, niemand schickt auch beim x-ten Gugus-Video noch ein Herz zurück. Ausser vielleicht Grand-maman und Grand-papa väterlicherseits, die in der Romandie wohnen und deswegen selten in Zürich sind. Auch die schätzen die virtuellen Enkelgrüsse sehr und nehmen so auf Distanz Anteil am Familienleben, auch das ist nicht selbstverständlich und umso schöner.

Florina Schwander, Leitung Onlineredaktion. Eine Tochter, bald 6, Zwillingsjungs, 4 Jahre alt. (Lesen Sie von ihr auch: Neue Zeitrechnung als Mutter)

«Sie war einfach ein guter Mensch»

An der Wohnzimmerwand meiner Oma hing eine Reproduktion von William Turners Gemälde «Rain, Steam and Speed». Es ist ein schönes Bild. Wie alle anderen, die ich an sie in Erinnerung behalten habe.

Mein Bruder und ich besuchten unsere Oma die ganze Kindheit hindurch regelmässig in den Frühlings- und Herbstferien. Sie lebte als alleinstehende Frau in einer kleinen 3-Zimmer-Wohnung in der Bremer Plattenbau-Siedlung Neue Vahr. Heute gilt diese als Problemquartier. Für uns war sie ein Idyll. Denn sie gehörte zu Omas Welt, an der wir alles liebten.

Sie hatte nicht das leichteste Leben gehabt als alleinerziehende Mutter in Bremen, die ihr Kind zweieinhalb Monate vor Kriegsbeginn zur Welt brachte und später eine Krebserkrankung durchmachte. Doch in der Oma, die ich gekannt und geliebt habe, gab es keine Spur von Härte oder Verbitterung. Ich kann mich nicht erinnern, je ein harsches Wort von ihr gehört zu haben. Für sie war es selbstverständlich, dass wir stets für einander taten, was wir konnten. Sie war einfach ein guter Mensch. Und dass das das Beste ist, was wir alle werden können, versuche ich auch meiner Tochter zu vermitteln, in deren Gesicht ich meine Oma manchmal wiedersehe.

Eine Reproduktion von «Rain, Steam and Speed» hängt heute auch an meiner Wohnzimmerwand.

Benjamin Muschg, Leiter Produktion, eine vierjährige Tochter.
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