Retro Uhr aus New York: Neue Zeitrechnung als Mutter
Redaktionsblog

Neue Zeitrechnung als Mutter

AD, Anno Domini und BC, Before Christ? Unsere Autorin Florina Schwander plädiert für eine neue Zeitrechung: OK oder MK – «Ohne Kind» oder eben «Mit Kind». 
Text: Florina Schwander
Bild: Pixabay
Eine Fahrt im Zürcher Märlitram dauert 20 Minuten. Im Dezember durften meine Kinder zusammen mit einem Freund eine Runde mit dem Samichlaus auf den Schienen drehen. In diesen 20 Minuten drehten meine Freundin und ich unsere Runde im Weihnachtsdorf, schauten uns die Eisbahn und mehrere Stände an, standen Schlange für einen Glühwein – und tranken ihn aus. All das, noch bevor das Tram wieder einfuhr.

Diese 20 Minuten haben sich für mich so erholsam wie zwei Stunden angefühlt.

«Ist doch klar», meinte meine Freundin dazu, «als Mutter hast du doch eine ganz andere Zeitrechnung!» 

Und so fühlen sich 30 Minuten ungestörtes Liegen in der Badewanne an wie früher drei Tage Wellness. Eine Tramfahrt von fünf Minuten reicht aus, um drei Leuten per SMS zum Geburtstag/Wochenstart/neuer Frisur zu gratulieren. Parallel dazu wird der Kaffee inhaliert und eine mentale To-Do-Liste für den späteren Einkauf geschrieben. 
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AD, BC oder eben OK, ohne Kind!

Ein typischer Fall von Momsplaining, denken Sie jetzt? Mami erklärt die Welt? «Logisch hat man mit Kindern halt einfach weniger Zeit. Also hör doch auf zu jammern!»

Darum geht es mir aber gar nicht, ich finde diese neue Zeitrechnung durchaus spannend. Durch meine Kinder und die eingeschränkte Zeit, die ich alleine und unverplant verbringen kann, habe ich diese «freien Zeiten» völlig neu zu schätzen gelernt. Selten hat mir ein Glühwein so gut geschmeckt, wie dieser heruntergeschletzte während der Märlitram-Fahrt! Und: So selbstverständlich die früheren Wellness-Auszeiten waren, um so mehr schätze ich heute kurze Badewannen-Sessions. Ich mag es, dass ich meine Auszeiten viel bewusster plane und geniesse. 
Momsplaining? Von wegen!
Überhaupt habe ich das Gefühl, Zeit hat eine ganz neue Bedeutung bekommen. Den Spruch «Die Tage sind lang, die Jahre kurz» in Bezug auf Kinder kennen Sie sicher. Und ich finde, er hat was: Wie oft habe ich mir während eines anstrengenden Mama-Tages einen frühen Feierabend gewünscht, nur um dann mit meinem Mann auf dem Sofa Fotos unserer Kleinen anzuschauen. «Jechters, schau nur, wie gross sie schon geworden sind!» Ein Klassiker.

Nächsten Sommer kommen meine beiden Jüngsten in den Kindergarten, die Älteste in die erste Klasse und ich werde wahrscheinlich mehr freie Zeit haben für mich. Ich frage mich schon, ob sich diese frei verfügbaren Stunden dann plötzlich anfühlen wie Tage, weil ich meine Kiddies so sehr vermisse? 

<div><strong>Florina Schwander</strong> ist Redaktorin bei Fritz+Fränzi. Ihre Tochter ist bald 6, die Zwillingsjungs bald 4 Jahre alt. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten im Garten oder einem Nailsalon.&nbsp;</div>
Florina Schwander ist Redaktorin bei Fritz+Fränzi. Ihre Tochter ist bald 6, die Zwillingsjungs bald 4 Jahre alt. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten im Garten oder einem Nailsalon. 

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