Unterwegs

Ferien mit der Familie: Unsere Tipps

Das Meeresrauschen von den Sommerferien noch im Ohr, den feinen Glacégeschmack noch auf der Zunge – und doch könnte man schon wieder Ferien gebrauchen. Unsere Tipps für entspannte und gleichzeitig spannende Ferien mit der Familie. 
Redaktion: Florina Schwander
Bilder: Pexels und zVg
Es ist ein bisschen gemein, zugegeben. Soeben sind die ersten Wochen nach den langen Sommerferien geschafft und schon kommen wir wieder mit Ferien-Tipps. Doch wie alle ferienfreudigen Familien wissen: Gute Tipps sind immer willkommen und schöne Ferienorte leider auch ganz schön schnell ausgebucht. Drum verzeihen Sie uns das «Gluschtig-machen» – schicken Sie uns doch sonst eine Postkarte, dann sind wir wiederum neidisch. 

Hier kommen nun ein paar erprobte Ferien-Tipps aus der Fritz+Fränzi-Redaktion und Verlag. 

Claudia Landolt: Die französische Atlantikküste ist cooler als das Mittelmeer

Wir sind Fans des südwestfranzösischen Atlantik und der baskischen Küste. 500 Kilometer Strand, das heisst: viel Platz für Sandburgen, auch an hochsommerlichen Tagen.

Zehn Gründe, warum wir diese Küste mögen:

  • Das Lebensgefühl. In Shorts und barfuss, Haare wie ein Wischmop und der Blick in den Spiegel wird obsolet: Am Atlantik herrscht Surferstyle, heisst: super entspannte Atmosphäre, sogar in der Hochsaison. Man findet immer einen Platz in einem Restaurants, und kommt man zu spät, ist der Platz trotzdem noch reserviert.  Dieses kalifornischen Lebensgefühls wegen nennt man diesen Küstenabschnitt zwischen Bordeaux und Biarritz auch gern «Landifornie» (Les Landes bezeichnet den Küstenabschnitt zwischen Biscarosse und Bayonne).

  • Angenehme Temperaturen. Wer Atlantik hört, denkt oft: Brrr! Das ist ein Irrtum. Auch südlich von Bordeaux wird es richtig schön heiss. Aber selbst über 30 Grad sind angenehm, weil vom Meer her immer eine kühle Brise weht und es dank Wind gefühlt einige Grade kühler sind. 

  • Endlos lange Strände. Die Strände sind unendlich weit, lang und selbst im Hochhochsommer nie überfüllt. Man kann stundenlang spazieren gehen und begegnet anders als am Mittelmeer keiner Seele. Nur 34 Menschen teilen sich dort einen Quadratkilometer – im Gegensatz zu über 100 im Landesdurchschnitt. 
  • Wellen! Der Atlantik ist kein hübsches Püppchen, sondern eine abwechslungsreiche Naturschönheit. Man mag ihn oder hasst ihn. Wer lieber stundenlang in sehr warmem blauen Wasser vor sich hindümpelt, für den oder die sind die salzigen Wellen des Atlantiks eher nichts. Zumal die Wassertemperatur auch meist zwischen 20 und 24 Grad liegt.  Gewiss ist Schnorcheln dort schwierig, dafür kann man Wellen hüpfen, Bodyboarden und natürlich ganz toll surfen. Zudem sind die Strandabschnitte in den Monaten Juli und August gut überwacht, Rettungsschwimmer à la Baywatch gehören zum Standardangebot.

  • Ebbe und Flut, das Argument, um Kindern die Gezeiten zu erklären, den Mondzyklus und was Fliehkraft ist. Wer einmal bei Ebbe stundenlang am Meer entlang gelaufen ist, Muscheln gesammelt, Krabben gesucht und die grösste Sandburg überhaupt gebaut hat, weiss, wovon ich spreche. Da kann das Mittelmeer nicht mithalten, sorry, Leute.

  • Die schönsten Sonnenuntergänge. Entspannt im Sand sitzen, eventuell picknicken oder nach dem Abendessen ein Glacé geniessen und den wenigen Abendsurfern zusehen gehört zum tollsten überhaupt. Die Franzosen kommen oft erst um 19 Uhr für eine Abendsurfsession an den Strand.

  • Sport. Auch ältere Kinder und Jugendliche finden diese Küste toll, denn es gibt ziemlich viel sportliche Action. Die französische Atlantikküste ist ein Wassersportparadies, sie zählt zu den besten Surfrevieren in Europa: Von der spanischen Grenze gen Norden bis zur Silberküste bei Arcachon. Beliebteste Surfer-Hotspots sind Saint-Jean-de-Luz, Biarritz, Anglet und Capbreton. Es gibt auch zahlreiche Binnenseen, die gerade für jüngere Kinder ideal sind, um im seichten Wasser zu plantschen oder SUP zu üben.

  • Fahrradfahren. Es gibt sehr viele offizielle Fahrradwege und an den Stränden Parkplätze. Auch wer bei schlechtem Wetter – was am Atlantik schon mal vorkommen kann – einen kleinen Ausflug machen möchte, kann das gut mit dem Velo tun, und dabei noch die Landschaft geniessen. Auch der morgendliche Gang zum Bäcker fühlt sich mit einem französisch unperfekten Fahrrad einfach so richtig nach Ferien an.

  • Ausflüge, Sehenswürdigkeiten. Da ist die Liste lang. Manche Eltern freuen sich auf eine Weinverkostung und Restaurants, Kinder aufs Herumtollen im Schlosspark, Aquapark oder Kletterpark. Teenies sind vielleicht vom Cartfahren angetan. Auch die Trendstadt Bordeaux ist für einen Tagesausflug gut erreichbar. Rund 500 Schösser Weinschlösser gibt es rund um Bordeaux. Besondere Städtchen wie St. Emilion in der Dordogne oder Périgeux beziehungsweise Sarlat gehören dazu. Auch die weltberühmten, riesigen Dünen von Pyla sind nicht weit. Im mondänen Biarritz gibt’s das sehenswerte Aquarium mit Haien oder das Schokolademuseum. Saint-Jean-de-Luz ist eine wunderbare Küstenstadt mit malerischer Bucht und den besten Tapas der Welt. Etwas weiter ist San Sebastián, wo das Guggenheim-Museum lockt.

  • Die abwechslungsreiche Landschaft. Das Land ist weit und flach, Reiter und Radler finden hier Hunderte Kilometer Wege. Viele davon führen durch den Küstenwald, den man anpflanzte, um Wind und Wanderdünen daran zu hindern, das Land zu vereinnahmen. Ergebnis ist das mit 10000 km² grösste Waldgebiet Westeuropas. Südlich von Capbreton und Soorts-Hossegor verändert sich die Landschaft noch einmal. Die Côte Basque ist eine Welt für sich: Zerklüftete Steilküsten, die Pyrenäen im Hinterland, eine dem Französischen völlig fremde (Zweit-)Sprache und eine alte Kultur, deren archaische Sportarten liebevoll gepflegt werden – das Baskenland, wo Männer mit Baumstämmen werfen und ihre Kräfte beim Holzhacken messen.

Wie man dorthin kommt:

  • Per Zug: Von Paris aus im TGV nach Bordeaux. Von Arcachon gibt’s Schnellzüge nach Biarritz.
  • Per Bus: Ouibus ist das französische Pendant zu Flixbus und verkehrt auch in der Nord-Süd-Hauptachse Richtung Spanien.
  • Per Auto: Weil wir eine grosse Familie sind mit entsprechend viel Gepäck inklusive Surfbrettern und Skateboards, fahren wir per Auto. Dieses Jahr erstmals die rund 1100 km lange Fahrt in einem Stück, was supergut geklappt hat. Zurück mit einem Zwischenstopp. Achtung: Auf edn französischen Nationalstrassen fallen Autobahngebühren an. Diese können sich für diese Strecke auf gut 100 Euros belaufen – eine Fahrt.
  • Per Flugzeug: Von Zürich, Basel und Genf kann man Bordeaux fliegen, in der Hauptsaison auch nach Biarritz. 
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Wo man wohnt:

Wir mieten jeweils ein Haus mit oder ohne Pool und nah oder weiter weg vom Strand. Dieses Jahr war es ein tolles Haus direkt am Strand. Nachts hörten wir die Wellen rauschen, und morgens konnten wir die Köpfe aus dem Fenster strecken, um das Strand- und Surfwetter abzuchecken. Häuser mit Pools sind generell ein bisschen weiter weg vom Strand. Viele Franzosen vermieten ihre Wohnungen oder Häuser in der Hochsaison. Zahlreich sind auch die Campingplätze oder Airbnbs für jedes Budget.

Was man mitnehmen sollte:

Sonnenbrille, Strandspielsachen und Neoprenanzüge. Flossen, Bodyboards und UV-Shirts kann man günstig kaufen. Strandzelte und Sonnenschirme sind Pflicht. Wer will, nimmt das Fahrrad von zuhause mit. Weil das Wetter schwanken kann, Regenjacke nicht vergessen und den Pulli für den Abend. Einen Mückenschutz für Wohnungen abseits des Strandes. Und: Wer guten Espresso mag, nimmt seine eigene Kaffeemaschine mit. Mein einziger Kritikpunkt sind die Kaffeemaschinen, die es in französischen Häusern gibt.
Claudia Landolt ist leitende Autorin und Mutter von vier Söhnen im Altern von 8 bis 16 Jahren. 

2 Kommentare

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Von Anna am 14.09.2019 18:02

Hallo liebe Frau Landolf,
ich schätze fritzundfraenzi sehr und finde die Artikel interessant.
Sehr gerne würde ich mit meiner Tochter an die Antlantikküste fahren. Da ich Erzieherin bin und wie sie wissen diese nicht gut bezahlt werden, bleibt mir nichts anderes übrig als wieder an die günstigere Adria zu fahren.
Vielleicht fällt ihnen auch noch ein, wo man günstig und schön Urlaub machen kann. Aber da sie aus der Schweiz kommen, sind sicher alle anderen europäischen Länder viel preiswerter.

Von Fritz+Fränzi Redaktion am 16.09.2019 16:19

Liebe Anna,

vielen Dank für Ihren Kommentar und keine Sorge, auch am Atlantik kann man günstig urlauben. Kennen Sie die guten und günstigen Angebote der Reka-Dörfer? https://reka.ch/de/rekaferien/laender/frankreich/seiten/frankreich.aspx
Auch bei Airbnb ist die Preisspanne gross, gerade bei Häusern etwas weiter entfernt vom Meer, und dann gibt es natürlich immer auch die gut ausgebauten Camping-Plätze. Und kennen Sie die Ferienpiraten.ch? Dort gibt es auch immer wieder Reisen mit Schnäppchen-Faktor.

Ich wünsche Ihnen beiden schöne Ferien und schicke liebe Grüsse, Claudia Landolt

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