Herr Bürgin, wie deutet man heute einen Traum?

Sigmund Freud sagte einst, der Traum sei der Königsweg zum Unbewussten. Auch der Basler Kinder- und Jugendpsychiater Dieter Bürgin nutzt diesen Weg ins Unterbewusstesein seiner Patienten. Gemeinsam mit ihnen sucht er nach der Bedeutung ihrer Träume. Wie macht er das? 
Kinder- und Jugendpsychiater Dieter Bürgin eröffnet das Gespräch mit einem Kind wie folgt: «Ich kenne dich nicht, du kennst mich nicht. Was möchtest du, was ich von dir kennenlerne?»

Nach einem Traum fragt er nicht. Stattdessen versucht er das Vertrauen des Kindes zu gewinnen und ihm zu zeigen, dass es nicht alleine ist mit seiner Innenwelt. Bis das Kind schliesslich einen Traum erzählt, kann viel Zeit vergehen.

Dieter Bürgin ist emeritierter Professor der Universität Basel und arbeitet heute in eigener Praxis. Er trägt seine Taschenuhr an einem Kettchen. Der Blick darauf erübrigt sich. Aus einem Nebenzimmer erklingt dumpf der Klang einer Pendeluhr. Soeben schlägt sie die volle Stunde. An einer Wand steht die Couch, dahinter ein dunkler Sessel. In einem davon sitzt der Analytiker.

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