Vegane Ernährung bei Kindern
Ernährung

«Papa, ich bin jetzt Veganerin!»

Wenn Jugendliche den Wunsch äussern, auf tierische Produkte zu verzichten, stellen sich ihren Eltern viele Fragen. Unsere Ernährungsexpertin empfiehlt Müttern und Vätern, diesem Vorhaben erst einmal offen zu begegnen und sich über die Vor- und Nachteile dieser Ernährungsform zu informieren. 
Text: Vera Kessens
Bild: iStockphoto

In Zusammenarbeit mit Betty Bossi
Laura ernährt sich seit zwei Wochen vegan. Themen rund um den Tier- und Klimaschutz beschäftigen sie schon länger. Die 14-Jährige engagiert sich freiwillig in einer Jugendorganisation, die sich für den Klimaschutz einsetzt. Da war es für sie naheliegend, sich nicht nur vegetarisch, sondern vegan zu ernähren. Der komplette Verzicht auf tierische Nahrungsmittel bereitet ihr eigentlich keine Mühe, doch wenn zu Hause beim Znacht die kleine Schwester ein Wienerli oder der Vater ein Käsebrot verdrückt, fällt ihr die Wahl einer veganen Alternative nicht immer leicht.

Planung ist das A und O

Die Entscheidung für eine vegane Ernährung kann verschiedene Ursachen haben. Einige geben gesundheitliche Gründe an, während der grösste Teil von ethischen und moralischen Motiven getrieben wird. Einige Studien belegen positive Wirkungen für die Gesundheit. Vegan ernährte Personen sind meist schlanker als Mischköstler und weisen bessere Blutwerte auf. Andererseits gibt es bestimmte Nährstoffe, die ein Veganer durch pflanzliche Ernährung nur in begrenzten Mengen oder gar nicht aufnehmen kann. Folgenden Nährstoffen muss daher besonders Beachtung geschenkt werden:

Protein/Eiweiss

Es gibt viele gute pflanzliche Proteinquellen. Dazu gehören Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Linsen oder auch Soja in Form von Tofu. Des Weitern liefern auch Getreide und Kartoffeln, insbesondere gut kombiniert mit Hülsenfrüchten, wertvolles Eiweiss. Achten Sie darauf, dass die pflanzlichen Proteinquellen täglichmehrmals und in verschiedenen Kombinationen gegessen werden. So kann der Bedarf gedeckt werden.

Eisen

Auch hier stehen die Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen an erster Stelle. Vollkorngetreide und verschiedene Gemüsesorten liefern das Spurenelemt. Es ist jedoch so, dass die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen schlechter ist als aus tierischen. In Kombination mit Vitamin C, zum Beispiel von Peperoni oder Orangensaft, kann das pflanzliche Eisen besser aufgenommen werden. Omega-3-Fettsäuren Um mit den wichtigen Fettsäuren versorgt zu sein, lohnt es sich, Nahrungsmittel einzubauen, die mit Mikroalgenölen angereichert sind. Des Weiteren können aus pflanzlichen Ölen wie Leinsamenöl, Rapsöl oder Walnussöl kleine Mengen aufgenommen werden.
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