Kommunikation mit der Schule: Lehrer schreibt an Wandtafel
Schule

Kommunikation zwischen Schule und Eltern

Was tun, wenn es in der Schule mit dem eigenen Kind nicht gut läuft? Wie soll man sich verhalten, wenn man als Eltern das Geschehen in der Schule nicht einordnen kann? Kommunikation ist der Königsweg.
Text: Thomas Minder
Bild: Pexels
In aller Regel ist das Verhältnis zwischen der Schule und den Eltern gut bis sehr gut und bildet das Fundament für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Lehrpersonen und wir Schulleitungen erfahren sehr viel Wertschätzung von Eltern quer durch alle sozialen Schichten und Kulturen. Und das ist nicht selbstverständlich. Für die Eltern ist der Ablösungsprozess zu Beginn der Schulkarriere nicht einfach. Nachdem die Sprösslinge die ersten Jahre fast ausschliesslich im familiären Umfeld verbringen, ändert sich mit dem Eintritt in den Kindergarten vieles. Plötzlich kümmert sich mindestens vormittags eine fast fremde Person um das eigene Kind. Die Kinder treffen auf Gspändli, mit denen sie vorher nichts zu tun hatten. Sie lernen, zusammen zu spielen, zusammen zu streiten und sich wieder zu vertragen. Mir persönlich wurde das erst mit dem Eintritt meiner eigenen Kinder in den Kindergarten so richtig bewusst.

Eltern melden sich meist erst, wenn Probleme da sind

Vor einigen Jahren meldete sich eine Mutter bei mir, weil ihre Tochter auf dem Schulweg von anderen Kindern mit Steinen beworfen wurde. Wir haben die Situation mit den Kindern besprochen und abgemacht, dass das nicht wieder passieren darf. Eine Weile ging das ganz gut. Aber wie es so ist, irgendwann gab es erneut Plagereien. Die Mutter war überrascht, dass das Thema wieder aktuell wurde. Möglicherweise dachte sie, dass das Gespräch der Lehrperson mit den Kindern eine definitive Wirkung erzeugen würde. Die Mutter rief in ihrem Ärger die Eltern der anderen Kinder an und beschuldigte diese. Als Krönung passte sie die fehlbaren Kinder auf dem Schulweg ab und ermahnte sie, ihre Tochter in Ruhe zu lassen. Sie packte ein Kind dabei sogar am Arm. Dies erzürnte wiederum und verständlicherweise die Eltern der anderen Kinder.
Dieses Beispiel zeigt, wie Konflikte mit gleichaltrigen Kindern und unter Eltern beginnen können. Mit zunehmendem Alter der Kinder kann es auch vorkommen, dass man mit dem Handeln der Lehrpersonen oder der Schulleitung nicht einver­standen ist. Eltern melden sich bei mir in der Regel bei Problemen wegen dem Schulweg (zu lang, zu gefährlich, Konflikte), wenn sie mit der Klasseneinteilung nicht zufrie­den sind, wenn ihr Kind geplagt (oder im schlimmsten Fall gemobbt) wird oder wenn das eigene Kind nicht die erwarteten Leistungen bringt.

Zuweilen widersprechen Wünsche den Interessen der ganzen Klasse

Während einige Eltern einfach nach­ fragen und eine Erklärung brauchen, um Entscheidungen nachvollziehen zu können, versuchen andere, eine Änderung herbeizuführen. Das kann die Ausmasse von Zwängereien und Drohungen annehmen. Dabei kommt es manchmal vor, dass die Wünsche einzelner Parteien im Widerspruch zu den Interessen einer ganzen Klasse oder der ganzen Schu­le stehen.
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Für die Schule schwierige Interventionen seitens der Eltern entstehen dann, wenn sie sich in die Defensive gedrängt fühlen. 
Für die Schule schwierige Inter­ventionen seitens der Eltern entstehen, wenn sie sich in die Defensive gedrängt fühlen. Dabei dürfte auch die als übermächtig empfundene Stellung der Schule als Vertretung des Staats eine Rolle spielen. Lehr­personen und Schulleitungen sind aber auch nur Menschen. Selbst wenn sie in ihren Aufgaben in einer gewissen Weise den Staat vertreten, können sie vor schwierigen Eltern­gesprächen nervös sein. Mir geht es jeweils so.

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