Herr Lembke, können Computer motivieren?

Computer würde Professor Gerald Lembke am liebsten aus der Primarstufe verbannen. Warum? Das erklärt der Autor des Buches «Die Lüge der digitalen Bildung» im Interview.
Herr Lembke, wie sehen Sie den Einsatz digitaler Medien in der Grundschule?

Ich halte den Einsatz digitaler Medien bis zur 5. Klasse nicht für sinnvoll. Danach ist er nur fächerübergreifend und nur mit passenden Rahmenbedingungen und hinreichend pädagogischem Personal zielführend. Ich plädiere in den jungen Klassen für mehr digitalfreie Oasen, denn je später Computer in den Schulen eingesetzt werden, umso früher erlernen unsere Kinder die Kompetenz für den zielgerichteten Einsatz und die Produktion digitaler Medien.

Dabei haben digitale Lernmedien doch Vorteile: Sie passen sich an den Leistungsstand eines Kindes an und unterstützen so besonders die schwachen und die sehr starken Schüler, heisst es.

Das funktioniert nur, wenn Schüler selbständig und zielorientiert mit digitalen Medien umgehen können. Schulanfänger sind dazu nicht in der Lage. Im späteren Alter, ab dem zehnten bis zwölften Lebensjahr, macht es auch nur dann Sinn, wenn der Lernprozess durch einen Pädagogen begleitet wird, und dieser die Schüler mit digitalen Endgeräten nicht alleine lässt.

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