Unsere liebsten Spiele für die ganze Familie - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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Unsere liebsten Spiele für die ganze Familie

Lesedauer: 8 Minuten

Cluedo, Vier gewinnt oder Catan? Die Fritz+Fränzi-Redaktion steht auf Klassiker, aber nicht nur. Erfahren Sie, welche Familienspiele unseren Puls höher schlagen lassen und sich perfekt für verregnete Sonntage eignen.

Text: Maria Ryser
Bild: Rawpixel / zVg

Florina Schwander war von Dobble bereits ohne Kinder angefixt

Bei Florina Schwander, Leitung Online, und ihrer Familie sind Dobble, Biberbande und das Geographiespiel, auch bekannt als Stadt-Land-Fluss, seit geraumer Zeit die absoluten Renner:

«Dobble haben mein Mann und ich geschenkt bekommen, als wir noch keine Kinder hatten. Und zwar, weil wir es bei einer befreundeten Familie und deren Kindern gespielt hatten – und danach total angefixt waren. Noch heute ist es ein Lieblingsspiel von uns, mittlerweile spielen wir es auch mit unserer Tochter, 8, und den Zwillingsbuben, 6. Dobble gibts neben der klassischen Version in lustigen Sonderausgaben, die immer wieder wechseln.»

Ferien im Dobble-Fieber: Florina Schwander mit ihren damals dreijährigen Zwillingen, der fünfjährigen Tochter und einem spontan dazugestossenen Mädchen (mit Zopf).
  • Dobble – das Kartenspiel für blitzschnelle Adlerblicke 
    Es gibt verschiedene Spielvarianten. Familie Schwander macht es so: Jeder Spieler hat eine bestimmte Anzahl Karten – das kann nach Alter der Spielerinnen angepasst werden. Dann geht es um Schnelligkeit: Wer ein Symbol vom Stapel in der Mitte auf seiner Karte sieht, kann die eigene Karte ablegen und das «dobblete» Bild dazu laut sagen. Wer am schnellsten keine Karte mehr hat, hat gewonnen.
  • Biberbande – die grimmigsten Biber verlieren 
    Jede Spielerin hat vier Karten, dazu gibt es einen Stapel weiterer Karten. Nun geht es darum, mit etwas Mut und Risiko, tauschen und rechnen die eigenen vier Karten so hinzubekommen, dass die Kartenpunktzahl möglichst gering ist. Die Karten spiegeln dabei die Punktzahl: Je grimmiger und schwärzer der Biber, desto höher die Punktzahl.
  • Stadt, Land, Fluss – das temporeiche Geografie-Quizspiel aus Ururgrossmutters Zeiten 
    Für das Spiel braucht es nur ein Blatt Papier und einen Stift. Ein Spieler sagt in Gedanken das Alphabet auf, ein zweiter Spieler sagt irgendwann «Stop». Mit dem entsprechenden Buchstaben wird gespielt; es müssen innerhalb einer bestimmten Zeit Wörter der jeweiligen Kategorien mit dem gewählten Anfangsbuchstaben aufgeschrieben werden. Die Kategorien können nach Wunsch frei gewählt werden: Bubennamen, Mädchennamen, Tiere, Automarken, Sportler, Berge, etc. Im Handel gibt es zudem lustige Varianten mit vorgefertigten Kategorien für grosse und kleine Spieler, beispielsweise eine Vorlage für Tatort-Fans (Erwachsene) oder andere speziell für Kinder.

Florina Schwander
mag Kinder, Geschichten, Pflanzen, Kaffee, Flipflops und Code. Sie ist Mutter einer Tochter und von Zwillingsjungs im Primarschulalter.

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Maria Ryser spielt nicht nur beim hauseigenen Trumpfjass «Der Böse» bös

Online-Redaktorin Maria Ryser kennt beim Spielen kein Pardon: «Wenn böse konzentriert bedeutet und man Kinder, nur weil es Kinder sind, nicht einfach gewinnen lässt – ja, dann spiele ich bös. Das ist doch der Reiz des Spiels: Wir tauchen in eine überschaubare Welt mit klaren Regeln ein. In dem Moment zählt nur dieses Spiel, diese Runde, sonst nichts, wir sind vollständig zentriert und im Jetzt verankert – wie ein Pfeil auf einem gespannten Bogen, der zum Abschuss bereit ist.»

Hier drei Lieblingsspiele, darunter einen Trumpfjass, «der Böse» genannt. Dieser ist irgendwann in der Familie gelandet und niemand weiss mehr woher.

  • Der Böse – ein tänzelnder Trumpfjass mit Sonderregeln
    Gestartet wird bei 15 Punkten. Wer zuerst null Punkte erreicht, hat gewonnen. Und so gehts: Jeder der vier Spieler erhält zu Beginn fünf Karten (erst drei, dann zwei). Wer die Karten verteilt, deckt als letzte Karte jene auf, die dann Trumpf ist für diese Runde. Die Spieler haben nun zwei Möglichkeiten: 1.) Mitmachen oder eine Runde aussetzen (geht maximal zweimal nacheinander) 2.) Normal oder eben «böse» jassen. Normal jassen bedeutet: Wer will, darf maximal 4 Karten austauschen. Pro Runde mit den nicht ganz klassischen Jassregeln gilt jeder Stich als ein Punkt. Wer keinen Stich macht, «verreist» 5 Punkte nach oben. Bös jassen bedeutet: Es dürfen vor einer Runde keine Karten gewechselt werden. Wer bös ansagt, startet die Runde und muss mindestens 3 Stiche machen, die dann dafür doppelt zählen. Also z.B. 6 Punkte runter für 3 Stiche oder 8 Punkte für 4 Stiche oder einen «Vollbösen», das sind 10 Punkte runter bei 5 Stichen. Wenn die Person, die «böse» ansagt, die 3 Stiche nicht schafft, verreist sie 10 Punkte nach oben. Das Spiel kann folglich in 30 Minuten zu Ende sein oder sich über eine Stunde hinziehen, je nach dem wie oft man verreist.
  • Catan – ein spielerischer Quantensprung fürs Familienleben
    Haben Sie mit Ihren Kindern auch gefühlt ewig Leiterlispiel, Memory, Uno oder Elfer raus gespielt? Mit nahendem zehntem Lebensjahr der Sprösslinge dürfen Sie aufgeregt die Hände reiben, denn jetzt geht’s richtig los, jetzt geht’s ans Läbige, jetzt ist die Zeit reif für «Die Siedler von Catan» aka «Catan – Das Spiel» wie es seit Neuem heisst.

    Was uns bis heute am zweiterfolgreichsten Brettspiel nach Monopoly fasziniert? Es ist das Eintauchen in eine eigene Welt, wo strategisches Denken, Expansion und Würfelglück Hand in Hand gehen. Eine Welt, in der mit Rohstoffen gehandelt und gefeilscht wird, in der Strassen, Dörfer und Städte gebaut und Ritter zur Verteidung gegen Räuber ausgeschickt werden. Eine Welt, die ihre Zeit braucht, bis der oder die erste 10 Siegespunkte erreicht und das Spiel gewinnt.

  • Tichu – ein Klassiker mit Suchtpotential
    In der Studenten-WG meiner Tochter wird dieser coole Mix aus Jassen und Yatzi seit geraumer Zeit ganze Nächte lang durchgespielt. In mehreren Runden versuchen sich zwei Teams mit komplexen Kartenkombinationen zu übertrumpfen. Das Ziel: möglichst schnell die Karten loszuwerden und dabei pro Runde eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Das Team, das zuerst 1000 Punkte erreicht, hat gewonnen.

    Spezialkarten wie der Drache (höchste Einzelkarte) oder Phönix (Joker) und die vielen Kartenkombinationen machen das Spiel besonders reizvoll. Weil der Spielstand bei Tichu rasant wechseln kann, dauert eine volle Partie schnell mal 90 Minuten.

Maria Ryser
liebt grosse und kleine Kinder, zyklisch leben, Rilke, reinen Kakao, Klangreisen und Kreta. Die gebürtige Bündnerin arbeitet als Stv. Leiterin auf der Onlineredaktion und ist Mutter einer erwachsenen Tochter und zweier Söhne.

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Nik Niethammer muss mit Leo zum Friseur

Der Familienrat bei Chefredaktor Nik Niethammer, dem familienintern ungeschlagenen Champion im Leiterlispiel, hat vier Favoriten erkoren, darunter zwei Klassiker.

  • Uno extrem – die Steigerung des traditionellen Uno-Kartenspiels
    Eine kleine Maschine spukt nach dem Zufallsprinzip Karten aus und sorgt durch diesen unvorhersehbaren Spielverlauf für zusätzliche Spannung. 
  • Vier gewinnt – das packende Strategiespiel für unterwegs
    Wer zuerst vier Steine auf eine Linie (horizontal, vertikal oder diagonal) bringt, hat gewonnen. Unser Profitipp: Spielsteine in der Mitte haben mehr Wert, als jene am Rande, da es mehr Möglichkeiten gibt, sich an einer Viererlinie zu beteiligen.
  • Leo muss zum Friseur – ein gemeinsamer Wettstreit gegen Leos wachsende Mähne
    Ein kooperatives Spiel, geeignet für Kinder, die nicht so gut im Verlieren sind. Denn hier wird nicht gegeneinander, sondern miteinander gespielt. Ziel ist es, gemeinsam mit dem trödelnden Leo, der aufgrund seiner Mähne zwingend zum Friseur muss, vor Sonnenuntergang den Friseursalon zu erreichen. Ein haariger Spass für die ganze Familie.
  • Sagaland – eine märchenhafte Mischung aus Memory und Mensch ärgere dich nicht
    Bei diesem Würfelspiel macht sich jeder Spieler heimlich auf die Suche nach Märchenmotiven im Wald. Immer mit dem Ziel, schnellstens zum Schloss zu eilen, um dort die Fragen des Königs nach dem Versteck richtig zu beantworten. Sieger ist, wer als Erster drei Fundorte richtig genannt hat.

Nik Niethammer
ist seit 2014 Chefredaktor von Fritz+Fränzi. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter und lebt in Zürich und in Freiburg im Breisgau.

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Wer war’s? – Evelin Hartmann mags mysteriös

Die stv. Chefredaktorin Evelin Hartmann jagt mit ihren Töchtern gerne Räuber durchs Schloss.

«Vor zwei Jahren haben wir unserer Tochter das elektronische Gesellschaftsspiel Wer war`s? zu Weihnachten geschenkt. Sie war damals sieben Jahre alt und hin und weg. «Da gibt es eine Schatztruhe mit einem Ring!» und diese Schatztruhe spricht sogar mit einem, gibt Hinweise, Tipps und hilft den kleinen und grossen Mitspielern durch das kooperative Spiel.

Denn darum geht’s: Ein Dieb hat den Zauberring aus dem Schloss gestohlen und die Kinder (die Spieler) müssen den Dieb und damit den Ring finden. Ewig Zeit bleibt ihnen dafür nicht. Wenn die Kirchturmuhr Mitternacht schlägt, ist das Spiel vorbei. Ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem die Kinder wertvolle Hinweise von den sprechenden Tieren bekommen, die im Schloss leben. 

Das Spiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden ist bei uns ein Dauerbrenner und wird auch immer wieder von Nachbarn ausgeliehen.

Evelin Hartmann
ist stellvertretende Chefredaktorin von Fritz+Fränzi. Sie wohnt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Luzern.

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Virginia Nolan jagt am liebsten Mörder

Auch Redaktorin Virginia Nolan und ihre Familie stehen auf Klassiker: «Cluedo rangiert, seitdem unsere Tochter letzten Herbst das erste Mal mitspielte, auf Platz eins unserer beliebtesten Familienspiele, zu dem sich auch Freunde gerne gesellen.» Hotel, Rummikub, Kuhhandel und Gemsch haben es ebenfalls in ihre Top-Five-Auswahl geschafft.

  • Cluedo – ein mörderischer Evergreen unter den Detektivspielen
    Mindestens einmal die Woche finden mein Mann, die achtjährige Tochter und ich uns im englischen Landhaus wieder, um einander der Gräueltat zu überführen. Welche Figur hat mit welcher Waffe in welchem Zimmer den Mord begangen? Es geht darum, Hinweise zu sammeln und seinen Mitspielern möglichst viele Informationen zu entlocken. Wer als Erster den Inhalt der geheimen Fallakte – Mörder, Tatwaffe und Tatort – aufschlüsselt, hat gewonnen. 
  • Hotel – das coolere Monopoly
    Das kapitalistische Ziel dieses Klassikers ist kein geringeres, als ein Hotel-Imperium aufzubauen, dabei Mitbewerberinnen vom Markt zu drängen und durch horrende Übernachtungsgebühren in den Ruin zu treiben. Wer dabei Pleite geht, hat verloren. Das Spiel eignet sich durchaus auch für etwas jüngere Kinder. Mit ihrer «All-in»-Strategie, kindlichem Leichtsinn und gänzlicher Unkenntnis von Buchhaltung geschuldet, hatte uns unsere Tochter bei «Hotel» schon mit sieben in den Ruin getrieben. 
  • Rummikub – fast wie Rommé, aber mit Zahlenplättchen
    Die Idee mit den Plättchen war aus der Not geboren, weil im Rumänien der Dreissigerjahre, wo ein findiger Kopf Rummikub erfand, Spielkarten verboten waren. Ziel des Spiels ist es, alle 14 Zahlensteine möglichst schnell loszuwerden. Das Ablegen der Steine ist aber, ähnlich wie bei Rommé, nur in bestimmten Zahlenkombinationen möglich – Gehirnschmalz ist also gefragt. Rummikub kann, gerade weil die Zahlenreihen nur bis 13 gehen, auch von jüngeren Kindern gut gespielt werden. Freunde schenkten es uns, als unsere Tochter sieben war, und sie und ihre Gspänli erwiesen sich schnell als ziemlich gut darin, Zahlenkombinationen zu entdecken, die wir gar nicht auf dem Radar hatten.
  • Kuhhandel – bieten, bluffen und gewinnen
    Dieses kurzweilige Kartenspiel begleitet uns seit durchzechten WG-Nächten und macht auch als Familienspiel eine gute Falle. Hier wird versteigert, was das Zeug hält: Wer bietet am meisten? Und wer zieht seine Mitspieler so richtig über den Tisch? Das Ziel: sich möglichst viele beziehungsweise wertvolle Tier-Quartette zu sichern. Auch wenn die Erstklässlerin noch nicht bis 1000 rechnen kann, wird sie damit verbundene Engpässe durch kindliches Draufgängertum umschiffen.   
  • Gemsch – ein Schweizer Jassklassiker mit Tempo und Geheimzeichen
    Sei es im Klassen-, Ski- oder Reitlager: Gemschen gehörte dazu wie das allabendliche Geplapper im Bett. Gespielt wird mit Jasskarten und in Zweierteams. Jedes Mitglied eines Duos hat dieselbe Mission: Möglichst rasch vier gleiche Karten zu sammeln. Sobald eine Spielerin diese beisammenhat, teilt sie es ihrer Teampartnerin per Geheimzeichen mit, auf das man sich vorher verständigt hat. Teampartner müssen sich also aufmerksam beobachten, aber auch die Rivalen gilt es im Auge zu behalten und auf mögliche Quartette und ihre Geheimzeichen hin zu entlarven. Bei Gemsch können auch Kindergartenkinder schon prima mithalten; die Regeln sind einfach und Geheimzeichen der Kleinsten an Originalität nicht zu überbieten.   

Virginia Nolan
ist Redaktorin, Bücherwurm und Wasserratte. Sie liebt gute Gesellschaft, feines Essen, Tiere und das Mittelmeer. Die Mutter einer achtjährigen Tochter lebt mit ihrer Familie im Zürcher Oberland.

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