«Ich hätte so gerne ein Haustier»
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«Ich hätte so gerne ein Haustier»

Lesedauer: 3 Minuten

Die elfjährige Larissa wünscht sich sehnlichst ein Haustier, am liebsten eine Katze. Doch ihre Eltern wollen das nicht. Nun wendet sie sich an unsere Expertin Sarah Zanoni.

Text: Sarah Zanoni
Bild: Adobe Stock

«Frag doch mal Sarah»

Ich wünsche mir so sehr ein Haustier, und zwar eine Katze. Aber meine Eltern sind dagegen, weil es viel Arbeit gibt. Ich würde mich immer darum kümmern und sie füttern und pflegen. Wie kann ich meine Eltern überzeugen?

Larissa, 11

Liebe Larissa 
Ich kann sehr gut verstehen, dass du dir ein Haustier wünschst. Als ich so alt war wie du, wünschte ich mir nichts sehnlicher als einen Hund. Immer, wenn ich mit meiner Mutter einkaufen war, ging ich zur Haustierabteilung und hielt für ein paar Minuten eine Hundeleine in der Hand. Mein Wunsch blieb über all die Jahre und mit 17 Jahren bekam ich endlich meinen ersten Hund.

Vielleicht musst du nicht so lange warten. Aber es ist tatsächlich so, dass deine Eltern bestimmen dürfen, ob sie ein Haustier erlauben oder nicht. Und das hat auch gute Gründe: Ein Tier ist kein Spielzeug. Es muss jeden – wirklich jeden – Tag umsorgt werden und man übernimmt eine grosse Verantwortung. Ausserdem kostet ein Tier auch Geld. Du kannst im Internet herausfinden, wieviel jedes Haustier pro Monat etwa kostet. Für eine Katze soll man monatlich etwa mit 100 Franken rechnen und da ist der Tierarzt noch nicht dabei. 

Andererseits bringt ein Haustier auch viel Positives – gerade für Kinder. Forscher haben erwiesen, dass Menschen weniger gestresst sind und sogar weniger Schmerzen haben, wenn ein Haustier bei ihnen lebt. Es wirkt nämlich entspannend, wenn man sich um ein Tier kümmern und es auch streicheln kann. Und es gibt noch mehr Gutes: Du kannst nämlich lernen, Verantwortung zu übernehmen und dich um ein Lebewesen zu kümmern.

Um deine Eltern zu überzeugen, wäre es vielleicht eine gute Idee, wenn du zeigst, wie ernst es dir mit deinem Wunsch ist. Würdest du dafür ein paar Monate einige neue Ämtli übernehmen, die du selbständig erledigst?  Zum Beispiel Blumen giessen, Staubsaugen und WC putzen. Du denkst jetzt vielleicht «Iiiiihh, das ist doch gruusig!», aber glaub mir, ein Katzenklo zu putzen stinkt deutlich mehr. Katzenhaare müssen dann auch überall weggesaugt werden und es braucht täglich frisches Wasser und Futter. Ich bin mir sicher, dass deine Eltern beeindruckt sein werden, wenn du diese Ämtli über eine längere Zeit gut erledigst. Und dann sind sie vielleicht eher bereit, nochmals über eine Katze nachzudenken. 

Eine Katze ist oft verspielt und du kannst sie streicheln. Manchmal sind Katzen aber auch nicht so stark interessiert an Menschen und sind lieber draussen unterwegs, um die Gegend zu erforschen und auf Jagd zu gehen. Leider habe ich schon mit Kindern gesprochen, die eine Katze bekamen und danach enttäuscht waren, weil sie gar nicht kuscheln oder spielen wollte.  

Haustiere brauchen Vorbereitung

Ganz egal, welches Haustier man aufnimmt: Es braucht eine gute Vorbereitung, damit man weiss, wie man es halten darf – da gibt es nämlich Tierschutzgesetze, die man befolgen muss. Es handelt sich um ein Lebewesen, das Gefühle hat, Schmerzen genauso empfinden kann, wie wir Menschen und das sein ganzes Leben lang darauf angewiesen ist, dass wir es gut behandeln. Falls du und deine Familie etwas Gutes tun wollt, könnt Ihr vielleicht einem Büsi aus einem Tierheim ein neues Daheim bieten.  

Mein Tipp an dich: frage doch in deiner Nachbarschaft herum, ob jemand während der Ferienzeit eine gute Katzensitterin gebrauchen könnte. Viele Leute wären sehr froh, wenn jemand zu ihrer Katze schaut, auf den sie sich zu 100 Prozent verlassen können. Du könntest eine Art «Gotte» für das Büsi sein. Das wäre doch ein Anfang, was meinst du?

Frag doch mal Sarah

In unserer Rubrik «Frag doch mal Sarah» beantwortet Jugendcoach Sarah Zanoni Fragen von Kindern und Jugendlichen.

Hast du auch eine Frage, die du ihr gerne stellen würdest? Dann sende eine E-Mail an online@fritzundfraenzi.ch oder kontaktiere uns auf unseren Social-Media-Kanälen.

Jugencoach Sarah Zanoni

Sarah Zanoni
arbeitet als Jugendcoach mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen. Sie hält Vorträge und Seminare rund ums Thema Kind und Jugend und hat Bücher dazu publiziert. Mit dem 3-Schritte-Konzept «Verstehen-Fördern-Fordern» hat sie das Jugendcoaching vor rund 20 Jahren aufgebaut. Ihr Motto: «Nur wenn sich ein Kind wohlfühlt, kann es an seinen inneren und äusseren Themen arbeiten.» Sarah Zanoni ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und lebt im Kanton Aargau. Ihre Hobbys sind ihre Hunde, Krimis, Reisen und Schreiben.

Alle Texte von Sarah Zanoni

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