Was Mütter verschweigen

Mütter (und Väter) müssen ihre Kinder erziehen und deshalb bringen gute Mütter (und Väter) ihren Kindern bei: Man darf nicht lügen. Lügen ist schlecht. Lügen ist unmoralisch. Aber wie so oft sind die eigenen Vorgaben nicht so leicht einzuhalten, wenn es um einen selber geht. Die durchschnittliche Mutter ist nämlich selber eine fleissige Lügnerin, so ergeben Umfragen. Mütter belügen andere Mütter, ihre Partner, ja sogar ihre Kinder. Besonders gerne lügen sie aber gegenüber ihren eigenen Müttern.

Fast drei Viertel der befragten Mütter gaben an, dass sie ihren Eltern was vorflunkern, wenn es darum geht, wie sie mit ihrer Familie zurechtkommen. Aber auch was die Frage betrifft, wie viel sie tatsächlich mit ihren Kindern spielen, wie oft sie sie fernsehen lassen und wie sie sie ernähren, flunkern Mütter gerne. Ebenso, was Finanzfragen und ihr Liebesleben betrifft.

Die Resultate erstaunen nicht besonders. Versagensängste, das Gefühl, nicht zu genügen, mit der Situation schlechter klarzukommen als die andern – wer kennt das nicht? Mit guten Freundinnen kann man das vielleicht diskutieren – mit Müttern will man das in der Regel eher nicht. (Notiz an mich selbst: Auf diesen Gedanken zurückkommen, wenn das eigene Kind in die Pubertätkommt).

Denn entweder war die eigene Mutter ein so strahlendes Idealbild von Vorzeigemutter, dass man dagegen immer eine wandelnde Mängelliste bleiben wird, oder dann hat sie es ganz und gar nicht auf die Reihe gekriegt und es bleibt nur die Erkenntnis, dass man selber keinen Deut besser ist.

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