Das Beste am Muttersein
Redaktionsblog

Das Beste am Mamasein

Kinder machen glücklich? Ja sicher, aber nicht immer und ganz sicher nicht zwingend jeden Tag. Und doch: Dreifach-Mama und Online-Leiterin Florina Schwander würde keine Sekunde nicht Mutter sein wollen. Was genau sie das Beste am Mamasein findet, erzählt sie hier. 
Text: Florina Schwander
Bild: Pexels (Symbolbild)
Sie erwarten eine Lobeshymne aufs Elternsein? Da muss ich Sie enttäuschen. Auch wenn ich meine Kinder als das Wichtigste in meinem Leben bezeichne, so sehe ich das Elternsein ganz realistisch: Kinder sind weder für das Glück ihrer Eltern verantwortlich noch zuständig. Das belegen auch zahlreiche Studien. Und doch würde ich nie tauschen wollen mit einer kinderlosen Variante meines Lebens und habe mir das auch in meinen frustrierendsten Mama-Momenten noch nie gewünscht. 

Warum Muttersein das Beste in meinem Leben ist

In meinem Umfeld gibt es mehrere Frauen und Männer, die sich gerade überlegen, ob sie gerne Kinder möchten oder lieber nicht. Ich missioniere bei niemandem, doch wenn mich jemand direkt fragt, dann lautet meine Antwort immer, dass ich nie an meiner Entscheidung fürs Kinderbekommen gezweifelt habe und meine Familie das Wichtigste in meinem Leben ist.

Neben der Tatsache, dass ich mich extrem glücklich schätze, dass ich den perfekten Mann und Vater für unsere Familie gefunden habe und alles so gut mit den Schwangerschaften und Geburten geklappt hat, gibt es diese eine Tatsache, die mich jeden Tag bestärkt, dass mir meine Kinder extrem guttun. 

Kinder zwingen einen zur Selbstreflexion

Ich finde grundsätzlich, dass man sich fast nicht genug mit sich selber beschäftigen kann. Wie wichtig die Selbstbeobachtung ist und wie gut einem eine gesunde Portion Selbstreflexion tut, steht in jeder Zitatesammlung. Viele Menschen hinterfragen ihr Tun und Sein zu wenig, denn anstrengend und oft auch grausam beschämend ist es allemal. 

Seit ich Mutter bin, bringen mich meine Kinder tagtäglich dazu, mein Handeln, meine Gefühle und Gedanken immer wieder aufs Neue zu hinterfragen. Ein Beispiel: Meine sechsjährige Tochter fragte mich letzthin, was ehrgeizig sein bedeutet. Ich fing an zu erklären, doch mittendrin merkte ich, dass ich dabei war, ihr die Charaktereigenschaft eher negativ zu erklären. Ich hielt inne und überlegte mir, ob das wirklich meine Überzeugung ist oder ob meine Erklärung persönlich oder aus aktuellen Anlässen subjektiv gefärbt sein könnte? Und fügte dann noch eine etwas neutralere Auslegung an. Oder das Thema Stress – und die Frage, was stresst mich in Wahrheit? Bin ich tatsächlich angespannt, weil der eine Sohn partout nur die schönen (ausgeliehenen!) Turnschuhe im Schlammgarten anziehen möchte oder was genau war da los mit mir? 

Ich denke, also bin ich – zu kritisch? 

Die Grenze zwischen konstanten Selbstzweifeln, schlechtem Gewissen und gesunder Selbstjustierung ist verschwommen. Die Gefahr, zu streng mit sich selbst zu sein, ist – gerade als Mutter – gross. Das eine Nein, das im Nachhinein unnötig war, zu überdenken und anzunehmen, dass man auch mal gestresst sein darf, gehört eben zum Elternsein dazu. Niemand muss perfekt sein.

Aber bevor Sie jetzt denken, ich sei die ausgeglichene Mama in Person, sorry – auch hier, Fehlanzeige. Die Kunst liegt vielmehr drin, die eigenen Ups und Downs gnadenlos zu akzeptieren. Die Kinder halten Mama (und Papa) dabei stets frischfröhlich den Spiegel hin. Die daraus gewonnenen Einsichten bringen mich meist weiter. Oder anders gesagt: Ich wachse daran. Und das macht mich glücklich. Fürs Ego-Nachdenken ist beim Schrubben von heiklen Turnschuhen übrigens bestens Zeit. 

Sie haben meine Gedanken gelesen, mich interessieren Ihre: Was ist für Sie das Beste am Mama- oder Papasein? 
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<div><strong>Florina Schwander</strong> leitet die Online-Redaktion von Fritz+Fränzi. Zuhause ist sie mitverantwortlich für den Medienkonsum von ihren drei Kindern (einmal sechs und zweimal vier Jahre alt) und überdenkt auch die eigene Mediennutzung regelmässig, wenn auch ungern.&nbsp;</div>
Florina Schwander leitet die Online-Redaktion von Fritz+Fränzi. Zuhause ist sie mitverantwortlich für den Medienkonsum von ihren drei Kindern (einmal sechs und zweimal vier Jahre alt) und überdenkt auch die eigene Mediennutzung regelmässig, wenn auch ungern. 

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1 Kommentar

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Von Angela am 24.09.2020 23:49

Die Frage finde ich schwer zu beantworten... ich weiss immerhin, dass ich für nichts in der Welt tauschen würde!

Ein Aspekt ist, dass Kinder einem schonungslos aufzeigen, was die elementaren Dinge des Lebens sind, worauf es im Leben wirklich ankommt - und worauf nicht. So hatte ich früher beispielsweise das Gefühl, unrasierte Beine wären ein Hinderungsgrund, ins Hallenbad zu gehen. (Inzwischen weiss ich immerhin, was passiert, wenn ich mit unrasierten Beinen ins Hallenbad gehe: nichts.) oder mein Sohn, der 30 Minuten damit verbringen kann, einen Regenwurm zu beobachten. Oder wenn ein Kind schlecht geträumt hat und ich einfach gebraucht werde. Dann hat das einfach Priorität. Egal was ist. Mit diesem Blick aufs Wesentliche fällt soviel Ballast einfach weg...

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