Wie entkommen wir als Eltern der Aufrechnen-Falle?

«Ich hab schon die Wäsche gemacht, also machst du das Abendessen. Überhaupt mache ich viel mehr als du!» Kommt Ihnen diese Diskussion bekannt vor? Unsere Autorin Ulrike Légé hat am eigenen Leib erfahren, dass es bessere Lösungen als Excel-Tabellen für Paar-Diskussionen gibt.
Als meine Erschöpfung und Frust über all meine nie-endende, nie-wertgeschätzte, nie-fair-erwiederte Familien-Arbeit so richtig über mir zusammenschwappten, hatte ich DIE Idee: Eine Excel-Tabelle zum minütlichen Auflisten, wer von uns beiden eigentlich was genau leistete. Ich hämmerte in die Tasten und knallte die Liste dann meinem Mann vor die Nase. Ab sofort bitte ausfüllen, jeden Tag!

Garantiert würde das ein für alle Mal unseren Dauerstreit, wer von uns wirklich zu Hause mehr machte, wer viel zu viel an der Backe hatte, wer immer wieder die Arschkarte zog, ganz objektiv beenden.

Das Gegenteil war der Fall. Erstmal fand Romain meine Idee völlig daneben – na klar, stänkerte ich, «du bist ja auch kurz davor mit faktischen Beweisen überführt zu werden!“. Dann las er die Tabelle und schrie empört auf: Es könne ja wohl nicht sein, dass «Rasen-Mähen» gleich viel zähle wie «Rosen-Schneiden». Oder «Nachts für kranke Kinder aufstehen» so viel wie «Z’Vieri richten» – das eine sei viel anstrengender als das andere, da müssten die Minuten doppelt gezählt werden. Mindestens.

Ach ja, konterte ich – und was ist mit all der anstrengenden geistigen Arbeit zur Familien-Organisation, die sowieso nur ich leistete während er bloss meine «Schatz, bitte erledigen»-Listen abarbeitete. Wie genau würden wir die berühmten Mental-Load-Minuten zählen?

Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren