Arztbesuch
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Weshalb Frauen regelmässig einen Krebsabstrich durchführen lassen sollten ...

Trotz dieser grundsätzlich positiven Prognosen raten die Gesundheitsexperten weltweit zu weiteren vorbeugenden Massnahmen gegen durch HPV ausgelöste Krankheiten. Dazu gehört für die Krebsliga Schweiz der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, was das Risiko einer HPV-Übertragung senkt. Zudem erhöht das Rauchen das Risiko von Gebärmutterhalskrebs. Deshalb rät die Krebsliga Schweiz vom Tabakkonsum ab.

Ausserdem empfiehlt die Krebsliga den Frauen, regelmässig einen Krebsabstrich durchführen zu lassen und den Zeitraum zwischen den Krebsabstrichen mit der Ärztin zu besprechen.

Der Grund: Nach aktuellem Stand der Forschung deckt keiner der Impfstoffe wirklich alle krebsauslösenden HP-Viren ab und entsprechend bietet die Impfung keinen vollständigen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.
Eine HPV-Impfung schützt nicht vor allen Virentypen. Deshalb braucht es vor allem für Frauen weitere Massnahmen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.
Eine HPV-Impfung schützt nicht vor allen Virentypen. Deshalb braucht es vor allem für Frauen weitere Massnahmen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.
Gerade darum, findet Susanne Müller, sei es wichtig, auch Buben gegen HPV zu impfen. «Aktuell scheint mir das die beste Möglichkeit, um Gebärmutterhalskrebs zu bekämpfen.» Sollte sich daran bis zum Impftermin ihrer Kinder etwas Grundlegendes ändern, würde sie ihren Standpunkt natürlich auch nochmals überdenken. «Wie bei jeder Impfung werde ich in Ruhe die Fakten prüfen und anschliessend alle Risiken und Nutzen gegeneinander abwägen.»
Katrin Roth
ist freie Journalistin für diverse Magazine und Bloggerin (www.sonrisa.ch). Sie ist Mutter einer erwachsenen Tochter.

Die wichtigsten Informationen zur HPV-Impfung auf einen Blick

  • Mit der HPV-Impfung soll vor Krebs und seinen Vorstufen geschützt werden. Aber: Weil die Impfung nicht vor allen Virentypen schützt, braucht es vor allem für Frauen weitere Massnahmen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.

  • Der neue, in der Schweiz seit diesem Jahr zugelassene Neunfachimpfstoff deckt im Vergleich zu seinem Vorgänger fünf weitere krebserregende HPV-Typen ab und schützt vor HP-Viren, welche gutartige Genitalwarzen auslösen.

  • Das BAG und die EKIF empfehlen die HPV-Impfung allen Jugendlichen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Weil durch HPV ausgelöste Erkrankungen bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern, wird die Impfung für Mädchen als Basisimpfung und für Jungen als ergänzende Impfung empfohlen. Auch für 15- bis 26-Jährige kann die HPV-Impfung Sinn machen.

  • Die Kosten der HPV-Impfung werden gemäss BAG für die empfohlenen Altersgruppen von der Krankenkasse bezahlt, sofern die Impfung im Rahmen des kantonalen Programms durchgeführt wird.

  • Eine Liste der an diesem Programm beteiligten Ärzte ist jeweils über die kantonale Gesundheitsdirektion erhältlich.

Humane Papillomviren

Gemäss BAG gibt es verschiedene Typen von Humanen Papillomviren (HPV). Die Über­tragung der HPV erfolgt durch Geschlechts­verkehr. Entsprechend zeigt sich ein Befall meist an der Haut und den Schleimhäuten im Genitalbereich, manchmal aber auch in der Analgegend und im Rachenbereich.

Während rund zwei Drittel der Infektionen ohne Symptome verlaufen, können Hoch­risiko­-Typen von HPV verschiedene Krebsvor­stufen und ­-erkrankungen auslösen. Die Ent­wicklung von Gebärmutterhalskrebs ist gemäss dem BAG das grösste Risiko von HPV.
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