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Kindergarten

So kommt Ihr Kindergartenkind zu genügend Schlaf

Der Kindergarteneintritt bedeutet viele Eindrücke. Diese zu verarbeiten, macht sogar die muntersten Kinder müde. Wir haben fünf Tipps, wie Ihr Kind zu einem erholsamen Schlaf kommt!
Text: Virginia Nolan
Bilder: Carla Kogelmann
Seit sie den Kindergarten besucht, geht Solaine am Abend freiwillig ins Bett. «Sie scheint richtig dankbar zu sein, dass sie endlich schlafen darf», sagt ihre Mutter Natalie. Ihre Sechsjährige freue sich jeden Morgen auf den Kindergarten, sei aber entsprechend erschöpft, wenn sie nach Hause komme. Am Nachmittag möge sie oft nichts unternehmen, sei zu müde für Ausflüge: «Dann will sie einfach zu Hause sein und spielen.» 

Ähnliches berichtet die Mutter von David, der im ersten Kindergartenjahr ist. Ihr Sohn trete morgens fröhlich den Schulweg an, sei in der zweiten Tageshälfte aber oft unausgeglichen. «Früher hatten wir am Nachmittag meist Pläne», sagt Davids Mutter, «jetzt entscheiden wir spontan, ob wir etwas unternehmen mögen.»

Lernen im Schlaf?

Mit dem Eintritt in den Kindergarten kommt viel Neues auf ein Kind zu: die Lehrperson, zu der es eine Beziehung aufbauen muss, soziale Erfahrungen in der Gruppe, ein veränderter Rhythmus, die neue Umgebung. All diese Eindrücke wollen verarbeitet werden – das macht müde. Darum ist erholsamer Schlaf besonders wichtig. Schlaf ist nämlich langfristig die Voraussetzung dafür, dass wir tagsüber mit unserer Umwelt in Verbindung treten können. «Durch Informationen, die wir aufnehmen, gehen die Synapsen, das sind Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen in unserem Gehirn, Verbindungen miteinander ein. Dadurch werden sie grösser und schwerer», sagt Reto Huber, Schlafforscher am Kinderspital Zürich sowie an der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich. «So funktioniert Lernen.»

Liefe dieser Prozess ununterbrochen, wären Energie- und Platzreserven, aber auch unser Gehirn selbst bald erschöpft. Das wird durch Schlaf verhindert – indem er Reize minimiert, welche die Synapsen veranlassen, neue Verbindungen einzugehen. Auch werden laut Huber im Tiefschlaf gewisse Hirnareale gleichgeschaltet, was dazu führt, dass die Synapsen sich wieder verkleinern.
Durch den Schlaf kann sich das Gelernte im Gehirn verfestigen.
Schlaf setzt, vereinfacht gesagt, die «Fest­platte» des Gehirns neu auf, löscht Unwichtiges und sorgt dafür, dass sie am nächsten Tag wieder be­schrieben werden kann. Zugleich trägt er zur Verfestigung von Ge­lerntem bei. Tiefschlaf sei gekenn­zeichnet durch langsame Wellen, sogenannte Slow­Wave­Ströme, sagt Huber. Und: «Slow Waves sind jeweils in der Hirnregion besonders aktiv, wo gerade ein Reifungspro­zess stattfindet.»
Kinder brauchen deutlich mehr Schlaf als Erwachsene.
Kinder brauchen deutlich mehr Schlaf als Erwachsene.

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