«Warum, warum? Frag nicht immer so blöd!»

Viele Eltern nervt es, wenn ihre Kinder alles hinterfragen. Der Wunsch nach Begründungen entspringt aber dem Bedürfnis, unsere Umwelt und das Handeln anderer zu ­verstehen. Warum-Fragen helfen einem Kind, sein eigenes Leben und Tun als sinnvoll zu begreifen.
Warum muss ich das lernen? Wozu diese Regel? Viele Erwachsene reagieren geradezu allergisch auf Warum-Fragen von Kindern und Jugendlichen. Sie empfinden diese als frech und fühlen sich angegriffen. Oft wird dabei der Standpunkt vertreten, dass Kinder und Jugendliche lernen müssten, «einfach mal zu tun, was man ihnen sagt», da sie später im Beruf auch spuren müssten, wenn der Chef ihnen etwas aufträgt. Oft wird auch ungläubig gefragt, ob «man jetzt eigentlich für alles einen Grund liefern muss».

Wenn wir etwas tun sollen – etwas lernen, uns an Regeln halten, eine Aufgabe erledigen –, möchten wir eine Begründung dafür erhalten.

Dahinter steht das Bedürfnis, die Welt um uns herum zu verstehen und unser Handeln als sinnvoll zu begreifen. Wie wichtig diese Aspekte sind, beschrieb der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky bereits in den Achtzigerjahren. Er stellte sich die Frage, wie Gesundheit entsteht und machte drei Faktoren aus, die wesentlich dazu beitragen, dass wir psychisch und physisch gesund bleiben: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit. Damit es uns langfristig seelisch gut geht, brauchen wir somit das Gefühl, Zusammenhänge des Lebens zu verstehen, die Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können und den Glauben, dass unser Leben und das, was wir tun, einen Sinn ergeben.

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