Prof. Reichenbach, wie gewinnen Lehrpersonen an Autorität?

Wie besteht eine Lehrperson vor ihrer Klasse? Zu dieser Frage forscht Pädagogikprofessor Roland Reichenbach. Seine Ergebnisse und persönliche Einstellung zu Autorität.
Wir haben sie wohl alle noch in Erinnerung: die Lehrerinnen und Lehrer,
deren blosses Erscheinen im Klassenzimmer dafür sorgte, dass aufmerksame Ruhe einkehrte. Und diejenigen, deren zigfache Ermahnungen uns nicht daran hinderten, Blödsinn zu machen. Vielleicht folgten wir Lehrpersonen vom Typ Nummer eins, weil sie uns einschüchterten. Oft aber hatte unsere Kooperation auch andere Gründe: Auf manche Lehrpersonen hörten wir, weil sie, wie wir fanden, es einfach draufatten.

Wie besteht eine Lehrperson vor der Klasse? «Autorität hat man nicht, sie wird einem zugesprochen – oder eben nicht», sagt Roland Reichenbach. Der ehemalige Realschullehrer ist Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaften an der Universität Zürich und forscht auf dem Gebiet der pädagogischen Autorität. Diese bezeichnet er als Beziehungsleistung, die nur gelingt, wenn andere sie anerkennen. «Eine wichtige Quelle der Anerkennung der Lehrperson als Autorität ist ihr Wissensvorsprung», so Reichenbach. «Wer sein Fach beherrscht, von dem lässt man sich in der Regel auch etwas sagen.» Wir erkennen also an, wem wir Glauben schenken können. 

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