Elternbildung

Wie Erziehung gelingt: Video und Highlights

Trotz des heissen Sommerabends war unser Talk im Kulturpark «Wie Erziehung gelingt» gut besucht und die Stimmung unter ExpertInnen und ZuhörerInnen heiter. Hier können Sie die ganze Veranstaltung im Video ansehen und die Highlights nachlesen. 
Redaktion: Florina Schwander
Livestream: Smovie
Es diskutieren:  Eveline Hipeli, Medienpädagogin, Pädagogische Hochschule ZürichCaroline Märki, Elterncoach, Familienberaterin bei FamilyLabPhilipp Ramming, Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie FSPAllan Guggenbühl, Kinder- und Jugendpsychologe, Psychotherapeut, Experte für Jugendgewalt  Gesprächsleitung:  Nik Niethammer, Chefredaktor Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
Es diskutieren:

  • Eveline Hipeli, Medienpädagogin, Pädagogische Hochschule Zürich
  • Caroline Märki, Elterncoach, Familienberaterin bei FamilyLab
  • Philipp Ramming, Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie FSP
  • Allan Guggenbühl, Kinder- und Jugendpsychologe, Psychotherapeut, Experte für Jugendgewalt

Gesprächsleitung:
Nik Niethammer, Chefredaktor Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Das Video der Veranstaltung in voller Länge: 

Die ganze Veranstaltung wurde live auf Facebook übertragen. 
  • Chefredaktor Nik Niethammer bringt die Zuhörerinnen und Zuhörer gleich zu Beginn mit zwei Zitaten zum Schmunzeln: «Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild zu sein, wenn es nicht anders geht, ein abschreckendes.» (Albert Einstein) Und: «Es hat keinen Sinn, Kinder zu erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.» (Karl Valentin)
  • Auf die Frage, ob mit Anfang der Pubertät mit rund 12 Jahren die Erziehung fertig ist, antwortet Allan Guggenbühl: «Je älter Kinder werden, desto weiter entfernen sie sich von den Eltern, desto <unähnlicher> werden sie ihnen.» Wenn Eltern ihre Erziehung auf Konsens ausgelegt hätten, dann werde es ab einem gewissen Alter tatsächlich schwierig. Viele Kinder oder Jugendliche übernehmen die Werte der Eltern schon, aber über Widerstand und nicht über Konsens und Einsicht. 

  • Zum Thema Druck unter Eltern meint Caroline Märki, dass ihr in ihren Coaching-Terminen auffalle, wie hoch Eltern die Messlatte, die Erwartungen an sich ansetzen. Für Allan Guggenbühl ist das ein gutes Zeichen, es zeuge davon, dass Eltern sich kümmern, sie sich einbringen und Gedanken machen über die Erziehung ihrer Kinder. 

  • Eltern dürfen von ihren Kindern keine Dankbarkeit erwarten, da sind sich alle vier Expertinnen und Experten einig. «Wann haben Sie schon mal einer Tanksäule <Danke> gesagt, nachdem Sie getankt haben?», fragt Philipp Ramming rhetorisch in die Runde. 

  • Eveline Hipeli wandelt die teilweise verbreitete Aussage über «so wenig Zeit wie möglich» von Kindern mit Bildschirmmedien um in «möglichst viele Gespräche» über Medien mit Kindern und Jugendlichen. Caroline Märki schaut ihrem Teenager-Sohn beim Fortnite-Spielen zu und bemerkt, dass plötzlich eine neue Figur im Rennen ist. Auf die Frage, wer das sei, antwortet ihr Sohn: Mein Lehrer. Allan Guggenbühl zieht Parallelen zur Einführung des Telefons und dass damals bestimmte Verhaltenscodes gefunden werden mussten in der Gesellschaft. Er denkt, dass selbiges auch mit Handys & Co. passieren wird. Er nennt Restaurants als Beispiel, in denen die Nutzung von Smartphones verboten ist. Philipp Ramming nimmt eine extreme Position ein, er provoziert, dass man quasi ab Geburt ein Handy haben sollte, der Umgang damit müsse von Eltern und Kindern gelernt werden. Man ist sich einig: In Bezug auf Medien gelten die üblichen Erziehungsfragen «Wie viel? Von was? Warum?» und die müssen Eltern mit ihren Kindern zusammen klären. Einig ist man sich ausserdem, dass die Abmachungen auch für Eltern gelten und auch diese sich und ihren Mediengebrauch kritisch hinterfragen sollen. Eveline Hipeli merkt später an, dass Medien oft als Belohnung oder als Strafe eingesetzt werden im Familienalltag: «Das gibt den Medien einen Stellenwert, den sie gar nicht verdient haben.»

  • Beim Thema Erziehungsfehler wird die Stimmung etwas ernster und sowohl Allan Guggenbühl als auch Philipp Ramming plädieren dafür, dass Eltern ihre Kinder nie aus den Augen verlieren sollte. Dass man nie aufhören dürfe, sie wahr zu nehmen, und man sollte versuchen, immer in Beziehung mit ihnen zu sein, so Caroline Märki weiter. Philipp Ramming meint, dass man versuchen sollte, im richtigen Moment für sie da zu sein.

  • Caroline Märki knüpft an das Thema an und findet die abwertende Meinung über die Pubertät verletzend für Kinder. «Ach, der ist halt in der Pubertät!» sei in ungefähr gleich deplatziert wie «Ach, die ist halt in den Wechseljahren!». 

  • Zum Schluss fasst die Runde zusammen, wie für sie Erziehung gelingt:
    Ausprobieren, überprüfen, anpassen und weiter ausprobieren, wenn man gescheitert sei, so Caroline Märki. 
    An die eigenen Kinder glauben, mit einer guten Portion Optimismus, und darauf vertrauen, dass die Kinder es schon schaffen würden, so Allan Guggenbühl. 
    Man muss sie einfach gern haben, seine Kinder lieben, so Philipp Ramming. 
    Mit den Kindern reden und vor allem: ihnen zuhören, so Eveline Hipeli.  
Mit der Juni-Ausgabe ist das umfangreichste Dossier in der Geschichte des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi entstanden: 29 namhafte Expertinnen und Experten – Jesper Juul Fabian Grolimund, Margrit Stamm, Philipp Ramming, Allan Guggenbühl, Eveline Hipeli und viele mehr – beantworten die 100 wichtigsten Fragen zur Erziehung und zum Familienleben.   Das komplette Heft können Sie als Einzelausgabe hier bestellen. 
Mit der Juni-Ausgabe ist das umfangreichste Dossier in der Geschichte des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi entstanden: 29 namhafte Expertinnen und Experten – Jesper Juul Fabian Grolimund, Margrit Stamm, Philipp Ramming, Allan Guggenbühl, Eveline Hipeli und viele mehr – beantworten die 100 wichtigsten Fragen zur Erziehung und zum Familienleben.

Das komplette Heft können Sie
als Einzelausgabe hier bestellen. 
Der nächste Talk im Kulturpark findet am 2. September statt. Thema: «Wie Schule gelingt». Gast ist der Psychologe und Lerncoach Fabian Grolimund. Alle weiteren Infos erhalten Sie beispielsweise in unserem Newsletter. 

Auf der nächsten Seite verrät Nik Niethammer seinen Notfallplan, wenn Erziehung mal nicht ganz so gelingt, wie man sich das als Mutter oder Vater wünscht: 

Diese sieben Tipps helfen mir durch schwierige Momente als Vater: 

  • Ich bin nicht allein mit dem Gefühl, dass das Leben mit Kindern oftmals anstrengend, fordernd und frustrierend ist. Es ist sehr tröstlich zu wissen, dass es anderen Eltern genauso geht.
      
  • Ich muss nicht perfekt sein. Das Glück unserer Kinder hängt nicht allein von mir ab.
      
  • Ich halte mir vor Augen, dass die Liebe zum Partner mindestens so wichtig ist wie die Liebe zu unseren Kindern. Die Liebe zu einem Kind ist instinktiv und immer da, die Liebe zum Partner muss stets von neuem erarbeitet werden.
      
  • Ich versuche, unsere Kinder nicht anzubrüllen. Also nicht zu oft. Höchstens dreimal im Monat. Sonst verpufft die Wirkung.
      
  • Ich denke an den dänischen Familientherapeuten Jesper Juul, der einmal gesagt hat: «Auch gute Eltern machen 20 Fehler am Tag.»
      
  • Ich erinnere mich an unseren Kinderarzt, der auf die meisten unserer besorgten Fragen antwortete: «Das ist völlig normal.»
      
  • Ich wiederhole, wenn es besonders mühsam ist, mantramässig: «Es ist nur eine Phase. Es geht vorbei.»
      
  • Ich halte mich an das Lieblingsmotto meiner Frau: «Loslassen. Entspannen. Einver­standen sein.»
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100 Fragen und Antworten zu Erziehung, Familie und Schule

Lesen Sie hier weitere Fragen und Antworten aus unserem grossen Dossier. 


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