Stadt – Land – Fluss: 3 Lieblingsorte auf der Iberischen Halbinsel -
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Stadt – Land – Fluss: 3 Lieblingsorte auf der Iberischen Halbinsel

Lesedauer: 4 Minuten

Debora Silfverberg, Autorin unserer Reiseserie «Das Glück reist mit», verrät ihre erprobten Insidertipps für Familien, die es in den Süden zieht: Ein idyllischer Fleck an der nordspanischen Atlantikküste, eine Oase im Inland Spaniens und eine portugiesische Stadt mit besonderem Flair.

Text + Bilder: Debora Silfverberg

1. Picos de Europa: Das Abenteuer ruft

Spanien hat eine wunderschöne Küste entlang der Bucht von Biskaya zum Nordatlantik. Sie zieht sich über fast 800 Kilometer durch die drei autonomen Regionen Baskenland, Kantabrien und Asturien bis nach Galizien. Jede hat ihre eigenen Vorzüge und individuelle Schönheit und die ganze Strecke ist voller Schätze aus Geschichte, Kultur und Natur. 

Einer unserer Lieblingsorte liegt zu Füssen des Nationalparks der Picos de Europa an der Grenze zwischen Kantabrien und Asturien. 

Dort gibt es tolle Möglichkeiten, sich zu beschäftigen: Wanderungen in den Picos, Ausflüge an den schönen Fluss Rio Cares, das Fischerdorf San Vicente de la Barquera mit atemberaubender Aussicht über die Lagune auf die Berge oder das Gaudi Haus in Comillas. Man kann Surfen oder eine der vielen Höhlen besuchen wie zum Beispiel Altamira mit Malereien aus der Steinzeit.

Kulinarische Highlights

Asturien vereint Berge, Wiesen und Meer und hat dementsprechend viele Delikatessen. Eine Besonderheit ist der dunkle Honig, der auf über 1000 Meter Höhe fern von Herbiziden und Pestiziden gesammelt wird. Wer es mag, isst lokalen Schafs- und Ziegenkäse in verschiedensten Reifegraden.

Für Liebhaber von Meeresfrüchten ist Oktopus – Pulpo – eine Spezialität der Region. Dieser wird traditionell auf galizische Art auf einem Holzteller serviert und ist nur mit Olivenöl, Salz, Knoblauch und etwas Paprikapulver gewürzt. Wegen seinen vier Herzen essen unsere Kinder ihn aber nicht.

Wer sich doch lieber am Mittelmeer tummelt und es auch sonst gerne heiss mag, kann sich überlegen, einen Ausflug an einen unserer weiteren Lieblingsorte zu machen.

2. Lagunas de Ruidera: Wasseroase und Vogelparadies

Wer schon einmal quer durch Spanien gefahren ist, kennt diese Landschaft. Scheinbar unendliche Olivenhaine, rote Erde und lange, gerade Strassen. Niemand würde erwarten, dass mittendrin eine Wasseroase von unglaublicher Schönheit versteckt ist.

Die Lagunas de Ruidera  befinden sich weniger als drei Fahrstunden westlich von Valencia. Sie bilden einen Naturpark aus 15 kleinen Lagunen, die in der Ebene von La Mancha liegen.

Das klare, türkisfarbene Wasser der Lagunas de Ruidera ist fast überall zugänglich und lädt zum Baden ein.

Die Lagunen sind durch Wasserfälle, kleine Bäche und unterirdische Flüsse miteinander verbunden und erstrecken sich über eine Länge von 20 Kilometern. Sie sind Teil des Unesco geschützten Naturreservats Mancha Húmeda. Das klare, türkisfarbene Wasser ist fast überall zugänglich und man kann darin baden. Die Region eignet sich zum Wandern und Beobachten der Natur, sie ist ein Paradies für Vögel, Insekten und Amphibien.

Kulinarischer Tiefpunkt

Das Brot von Ossa de Montiel geht in unsere Familiengeschichte ein, als Tiefpunkt unserer Erfahrungen mit spanischem Brot, welches – aus welchem Grund auch immer – nicht so bekömmlich ist. Das Exemplar hätte aufgrund seiner Form und Konsistenz aus dem Römermuseum von Augusta Raurica stammen können.

In Spanien wird jeweils unser Camping Brot-Ofen herausgeholt und selber gebacken, bis wir wieder in einem der Nachbarländer angekommen sind – was uns zum dritten Ort und nach Portugal führt, dem Land der feinen Brötchen.

3. Coimbra: Portugiesische Universitätsstadt mit schauriger Legende

Die Reise nach Portugal ist bereits geplant und alle haben Lust auf einen Städtetrip? Porto und Lissabon liegen auf der Hand. Es gibt jedoch noch eine andere Stadt. Sie hat viel von ihrer portugiesischen Authentizität behalten, die in den anderen Städten durch Übertourismus verloren zu gehen droht. Uns hat sie auf jeden Fall berührt.

Es wird vermutet, dass J.K. Rowling sich für ihre Harry Potter Bücher von Coimbra inspirieren liess.

Coimbra liegt in Zentralportugal am Fluss Mondego und beherbergt die älteste Universität Portugals, eine der ältesten überhaupt.

Es wir vermutetet, dass J.K. Rowling für gewisse Aspekte der Harry Potter Bücher Inspiration in Coimbra gefunden hat. So sieht man Studenten mit langen Umhängen durch die Stadt wandeln. Die alte Bibliothek, Biblioteca Joanina, entstand in der Barockzeit und könnte als Filmset für die Zauberer-Schule dienen. Hier stehen über 200 000 kostbare Bücher von der Antike bis zur frühen Neuzeit. Ein Schwarm von Fledermäusen stellt jede Nacht sicher, dass sie nicht von Motten aufgefressen werden.

Ein kleiner Elektrobus fährt Studenten durch den Botanischen Garten den Berg hoch zur Uni. Touristen erhalten Kopfhörer, die sie einstecken können, so wird die Fahrt zur Sightseeingtour. Es lässt sich wunderbar durch die alten Gassen schlendern und den Charme einer Stadt geniessen, die nicht geschleckt ist und trotzdem eine verzaubernde Atmosphäre hat. 

Dom Pedro und seine Inês: Die bekannteste Liebesgeschichte Portugals

In Coimbra spielt im 14. Jahrhundert die bekannteste Liebesgeschichte Portugals. Es geht um die verbotene Liebe zwischen dem portugiesischen Prinzen Dom Pedro und der spanischen Hofdame seiner Gattin, Inês Perez de Castro. Nach dem Tod seiner Frau heiratet Pedro Inês heimlich.

Der portugiesische Adel fürchtet um das Erbe des Königsthrons. Besorgt um Portugals Unabhängigkeit, verurteilt König Afonso die Spanierin im Januar 1355 zum Tode. 

Nach dem Tod seines Vaters lässt Pedro den Leichnam von Inês in die Kathedrale von Coimbra überführen. Die Tote sitzt bekleidet mit Krönungsgewändern, übersät mit Juwelen und einer Königskrone im Thronsessel neben ihrem Geliebten. Der gesamte Hofstaat muss Inês die Treue schwören, bevor die Königin im Kloster von Alcobaça beigesetzt wird, wo die beiden noch heute nebeneinander ruhen.

Debora Silfverberg
hat viele Jahre als Fach- und Leitungsperson in der Familien- und Sozialpsychiatrie gearbeitet. Seit 2020 ist sie mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in verschiedenen Ländern Europas unterwegs und schreibt als freie Journalistin und Autorin über gesellschaftliche Themen.

Alle Artikel von Debora Silfverberg

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