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Redaktionsblog

Das Editorial im September

Was ist eine schöne Kindheit? Das fragen sich Eltern aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Antworten sind immer dieselben: Kinder sollen wohlbehütet aufwachsen. Ohne Gewalt, ohne jede Art von Misshandlungen oder gar sexuellem Missbrauch. 

Laut einer 2015 im renommierten Fachblatt «Lancet» publizierten Studie muss die Umschreibung einer schönen Jugend um einen Punkt erweitert werden: Zu den Grundvoraussetzungen gehört demnach, dass Kinder und Jugendliche von Gleichaltrigen nicht gemobbt werden. Wie komplex und vielschichtig das Thema Mobbing ist, haben wir bei der Arbeit an diesem Dossier erfahren. Ich bin besonders stolz, mit den Psychologen Fabian Grolimund («Das Thema ist mir eine Herzensangelegenheit») und Stefanie Rietzler zwei ausgewiesene Fachleute als Autoren an Bord zu haben. Die beiden führten zahlreiche Gespräche mit Eltern von gemobbten Kindern; die zum Teil erschütternden Protokolle finden Sie im Laufe des Monats September auf unserer Webseite in der Kategorie Elternbildung.
Nik Niethammer über unser grosses Mobbing-Dossier und weitere spannende Themen in der September-Ausgabe. Video: Bianca Fritz
Er hat lange geschwiegen. Jetzt äussert sich der dänische Familientherapeut und Buchautor Jesper Juul zum ersten Mal ausführlich zum Umgang mit Smartphones in Familien. Juul tut dies gewohnt unaufgeregt: «Smartphones», sagt der Erziehungspädagoge, «sind heute elektronische Familienmitglieder. Sie ziehen zu viel Aufmerksamkeit auf sich, verändern die Kultur von Familien auf eine Art und Weise, die ungesund ist.» Juul warnt vor den Folgen von zu viel Handykonsum: Kinder fühlen sich durch das Verhalten ihrer Eltern frustriert, traurig, enttäuscht. Sie beginnen, ihre eigenen Gefühle anzuzweifeln, ein grosser Teil ihres Selbstwertgefühls geht verloren. Die Entfremdung von ihren Eltern führt zu einem Verlust von Vertrauen, im schlimmsten Fall zu Depressionen.
 
Juuls Kolumne «Smartphones haben auf der Familieninsel nichts zu suchen» erschien zuerst auf unserer Webseite. Der Text hat ein riesengrosses Echo ausgelöst; er wurde bis heute über 100.000 Mal aufgerufen und auf Facebook mehr als 500 Mal geteilt. 
 
Mit dieser Ausgabe endet unsere 11-teilige ADHS-Serie. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Familienforschung, Freiburg, und der Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz haben Ärzte, Psychologen und Fachleute das Thema sehr grundsätzlich beleuchtet, haben mit Betroffenen, Eltern und Lehrpersonen gesprochen, gesellschaftliche und rechtliche Aspekte aufgegriffen und sich um die Themen Diagnose und Therapien gekümmert.
 
Ich freue mich, Ihnen die 11-teilige Serie als PDF gratis zum Download anbieten zu können. 

Ich wünsche Ihnen viel Lesevergnügen mit unserem Magazin oder online.
 
Herzlichst, Ihr Nik Niethammer

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