Eine verhängnisvolle Hormondröhnung

In fast allen Familien tragen meist nur die Mütter die emotionale Verantwortung. Genau so, wie die Väter meist ungefragt fürs Finanzielle einzustehen haben. Während jeder weiss, was Geld wert ist, gestaltet sich das bei Gefühlen schon schwieriger. Eine Kolumne von Michèle Binswanger. 
Eltern streiten sich über vieles. Übers Putzen, über Geld und darüber, wer wie oft in den Ausgang geht. Das Schöne an diesen Dingen ist: Man kann sie regeln, weil sie quantifizierbar sind. Und dann gibt es noch diesen nicht hintergehbaren Rest. Was vom Tage übrig bleibt, wenn alles aufgeteilt, eingetütet, aufgegleist ist und rollt. Was ich damit meine ist Folgendes: Neulich kam Sohnemann nach Hause, Mama und Papa sassen beide in ihren angrenzenden Büros am Computer bei der Arbeit. Der Junge betrat Vaters Büro.

«Papa?», fragte er.
«Ja?», antwortete Papa.
«Wo ist Mama?», fragte der Sohn.
«In ihrem Büro», sagte der Vater.
«Mama?», rief der Junge.
«Ja?», rief ich.
«Kannst du mir bitte ein Glas Milch geben?»

FRAG DOCH PAPA! müsste die korrekte Antwort an dieser Stelle lauten. Aber der Gescheitere gibt bekanntlich nach, auch wenn er dadurch zugibt, dass er mit seinen Konzepten gescheitert ist. Zum Beispiel dem Konzept: ausgewogene Aufgabenteilung in familiären Belangen.

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