Funkstille – wenn ein Kind seine Eltern verlässt
Psychologie

«Funkstille ist schlimmer
als der schlimmste Streit»

Wenn das eigene Kind den Kontakt abbricht, bleiben verzweifelte Eltern mit der Frage nach dem Warum zurück. Claudia Haarmann forscht seit vielen Jahren zum Thema Kontaktabbruch. Er bahne sich schon lange vorher an, weiss die Psychotherapeutin – und habe eine klare Botschaft.
Interview: Irena Ristic 
Bilder: Thekla Ehling

Dieser Beitrag wurde aktualisiert und ergänzt. Er ersetzt die Version vom 18. Oktober 2017.

Frau Haarmann, wieso bricht ein Kind den Kontakt zu seinen Eltern ab? 

Das kann viele verschiedene Gründe haben. Grundsätzlich lässt sich sagen: Ein Mensch, der den Kontakt zu seinen Eltern abbricht, empfindet eine tiefe Not. Er fühlt sich in seiner Person, in seinem Kern nicht wahrgenommen. Er hat lange versucht, seinen Eltern deutlich zu machen, was ihn bewegt, ist dabei aber nie auf Verständnis gestossen. Wenn ein Kind sieht, dass es nicht mehr mit seinen Eltern zusammenkommt, kann es sein, dass es diesen Schritt macht. 

Sie kennen solche Fälle aus Ihrer therapeutischen Praxis. Was erleben Sie in Ihrem Arbeitsalltag?

Ich möchte ein Beispiel erzählen: Die Eltern einer jungen Frau machten Karriere im Ausland. Nannys kümmerten sich um die Kinder, als diese klein waren. Kamen die Eltern müde nach Hause, empfanden sie die Kinder, die viel Tamtam machten, oft als Störung. Beide Elternteile wuchsen in einer emotional sehr kalten Familie auf. Sie hatten nie erfahren, wie sich Nähe anfühlt und wie man sie herstellt. Sie hatten nur gelernt, zu funktionieren …
Claudia Haarmann ist als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Essen tätig. Ihre Arbeit fokussiert sich auf die Bindungs- und Beziehungsdynamiken in Familien und deren Auswirkungen im Erwachsenenalter. www.claudia-haarmann.de
Claudia Haarmann ist als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Essen tätig. Ihre Arbeit fokussiert sich auf die Bindungs- und Beziehungsdynamiken in Familien und deren Auswirkungen im Erwachsenenalter. www.claudia-haarmann.de

… und als sie selbst Eltern wurden, waren sie emotional abwesend für ihre Kinder?

Ja. Über die Jahre hat sich viel Leid angestaut. Die junge Frau fragte sich: Wollten mich Mama und Papa überhaupt? Sie konfrontierte die Mutter mit vielen Vorwürfen. So gab es etwa Nannys, die die Kinder nicht gut behandelten, was die Mutter offenbar nicht bemerkt hatte. Die Konfrontation mit diesen Erlebnissen führte zu einem grossen Konflikt zwischen den beiden Frauen.

Wie reagierte die Mutter auf die Vorwürfe ihrer Tochter?

Total fassungslos. Das ist das Verrückte daran. Subjektiv meinte die Mutter, alles für das Kind getan zu haben: Sie hatte gearbeitet, um den Kindern alles zu ermöglichen, die tollsten Spielzeuge gekauft, teure Ferien ermöglicht und das Studium finanziert. Die Eltern verstanden die Vorwürfe nicht, weil sie ehrlich das Gefühl hatten, alles richtig gemacht zu haben. Auch schockierte sie die Tatsache, dass sie nicht mitbekommen hatten, wie es der Tochter wirklich ergangen ist.
Anzeige

Nach einer dieser Konfrontationen kam es zum Kontaktabbruch?

Ja. Der Kontaktabbruch ist übrigens das Massivste, was ein Kind tun kann. Dafür braucht es aber eine gewisse Reife.

37 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren

Von Anite am 08.06.2021 16:23

Es ist traurig zu lesen, wenn Eltern und Kinder in einer so wichtigen Bindung nicht mehr zueinander finden können. Bitte gebt euch eine Chance, mit professioneller Unterstützung Verhaltensmuster zu durchbrechen, euch zu reflektieren, vorausgesetzt beide Seiten möchten das und die Älteren/ Eltern erkennen ihre Fehler ein und bereuen diese von Herzen.

Ich habe meine Mutter mit 15 verloren, mitten in der Pubertät. Sie fehlt mir noch heute, ich stand so oft in schwierigen Situationen allein da, obwohl mein Vater finanziell gut aufgestellt war und früh in Rente gehen konnte. Ich habe so oft und früh Verantwortung ganz allein getragen, dass ich später, als ich selbst eine kleine Tochter hatte, nicht immer die Wärme, Kraft und Ausgeglichenheit an sie geben konnte. Ich liebe sie, ich würde mein Leben für sie geben, aber ich konnte diese Liebe nicht immer zeigen. Jetzt wo sie erwachsen ist, spiegelt sie mir die fehlende, warme Verbundenheit. Ich hoffe, sie verzeiht mir und erkennt, dass auch eine Mutter nur ein großes Kind ist. Ich wünsche mir ganz doll, dass wir diesen Kreislauf durchbrechen können und uns wieder mit allen Facetten schätzen, lieben, stark und glücklich werden.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Sandra am 28.05.2021 23:08

Mir ist es schwer ums Herz.
Ich bin auch so eine Tochter.
Die erste von dreien, dass Ergebnis einer Jugendliebe die sich entzweite, ehe ich zur Welt kam.
Meine Mutter hatte es schwer, so jung, keine fertige Ausbildung kein richtiger Rückhalt, zwar einen neuen Partner, aber nichts für die Ewigkeit. Dieses änderte sich mit meinem Stiefvater als ich sechs war. Hochzeit und die Gründung einer neuen Familie.
Was blieb, war ich, eine Erinnerung an die Vergangenheit.
Ich war nie ein solches Kind, wie sie es sich vorgestellt hatte: Schüchtern, ängstlich, sensibel, eigenwillig, stur, zielstrebig, sehr zuverlässig und sozial. Im Grunde das, was Eltern sich wünschen müssten, ein Kind, was keine Sorgen bereitet und sich um sich kümmert, sich quasi unsichtbar macht. Rückblickend war ich das, unsichtbar, weil in der neuen Familie nicht erwünscht. Ich kostete Geld, machte Arbeit, was ich ab etwa 13 Jahren regelmäßig zu hören bekam.
Mein Stiefvater war Alleinverdiener, dass Geld war immer knapp.
Als ich 18 wurde, erklärte meine Mutter mir, dass sie meine Unterhaltszahlungen durch Jugendamt und Erzeuger aufgelöst hätte, man könne ja nichts dafür, dass ich Abitur machen würde… Mein Taschengeld und Geld für Kleidung & Co habe ich mir fortan neben der Schule verdienen müssen. Mit Beginn der Ausbildung habe ich daheim Miete und Wäschegeld gezahlt…
Mit Beginn des Studiums bin ich dann zum Glück ausgezogen.
Meine jüngeren Schwestern haben bis heute ein ganz anderes Familienleben mit meinen Eltern geführt. Abgaben, Hilfen im Haushalt, Fehlanzeige. Im Gegenteil wurde die zwei über Jahre „mitgeschleppt“ ohne das diese ihr Studium abschlossen oder eine Ausbildung begannen… Wurden überall finanziell unterstützt und bemitleidet, haben nach ihrem Auszug all ihr Hab und Gut zurückgelassen.

Ich selbst bin nach wie vor das schwarze Schaf. Bin an vielem Schuld, z. B. an dem schlechten Verhältnis zu meiner einen Schwester, während diese sich mir gegenüber seit unserer Kindheit fies verhält.
Ich habe all die Jahre gehofft, dass ich so etwas wie Wertschätzung spüren würde, Stolz, Zufriedenheit.
Darauf warte ich bis heute vergebens.
Von Neid und Missgunst gibt es hingegen zu Hauf.
Vor zwölf Jahren haben ein großer Familienstreit und das Verhalten meiner Mutter in dieser Zeit schwere Depressionen bei mir ausgelöst.
Das Ergebnis meiner Therapie kann man sich denken.
„Ihre Familie ist ihnen nicht wohlgesonnen!“ Gespräche über meine Erkrankung haben in Anschuldigungen und Vorwürfen geendet. Unterstützung, Hilfe, Fehlanzeige.
Die Jahre danach bin ich auf einem schmalen Grat balanciert - sehr zur Sorge meines Mannes (er selbst hat keine Familie mehr), der all das seit 13 Jahren mitansieht, selbst angefeindet wird.
Ich bin die letzten 18 Jahre meinen Weg gegangen, habe studiert, mich weitergebildet, einen guten Job, bin verheiratet und habe inzwischen drei Kinder und ein kleines Haus. Es geht mir und uns gut, wir liegen keinem auf der Tasche, haben uns alles selbst erarbeitet, hatte nie Hilfe oder Unterstützung. Selbst bei der Renovierung des Hauses stand wir mit den Kindern alleine da. Dieses Gefühl alles alleine bewältigen zu müssen, dass sich die Eltern nicht für einen freuen und wenigsten mit Babysitten unterstützen…

Alles was mir, seit ich es bewusst mit 8 Jahren zu spüren begann, bis heute geblieben ist, ist das Gefühl, dass hier kein Platz für mich ist und auch nie sein wird UND das Familie anders funktionieren sollte.
Seit 1 1/2 Jahren (es gab natürlich zu Weihnachten Situationen und Äußerungen, die zum davonlaufen waren) ziehe ich mich nun langsam zurück. Auch die Schwangerschaft mit unserem dritten Kind und die Zeit bis jetzt habe ich mich sehr rar gemacht. Mir selbst tut diese Distanz gut, Corona ist mit all seinen Regeln und Erlassen mein Alibi.
INZWISCHEN TUE ICH DAS MIT EINEM LACHENDEN AUGE, WEIL ICH STOLZ AUF MICH BIN. ICH HABE MEINEN WEG GEFUNDEN. Und da ist auch ein weinendes Auge: Für meine Kinder ist es schwer. Oma und Opa haben keine Zeit und auch kein Interesse. Die schlechten Schwingungen tuen ihr übriges.
Insbesondere unser Sohn, der aktuell das „Telefonkabel“ in diese mir fremde „Familie“ ist, spürt das. Um so wichtiger ist es mir, meinen Kindern zu zeigen, dass wir sie lieben und das Familie etwas sehr wertvolles ist.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Catherine am 28.04.2021 02:27

Schlussendlich geht es immer um zwischenmenschliche Konflikte, allerdings in Beziehungen bei denen die Kinder früher abhängig, und die Eltern verantwortlich waren. Und wie bei allen Menschen gibt es auch bei Eltern solche, die nicht fähig sind, sich selbst zu reflektieren und ihren Anteil an schwierigen Situationen zu sehen. Dann kann die Beziehung auch nicht wachsen. Ich hatte bereits einmal 5 Jahre lang keinen Kontakt zu meiner Mutter. Wir haben ihn dann (oberflächlich) wieder gefunden. Seit ich nun sehe, dass sie mit meinem Sohn genauso übergriffig und egoistisch umgeht, seitdem er nun älter ist und eine eigene Meinung vertritt, wie sie das mit mir als Kind gemacht hat, bin ich nur noch wütend. Aktuell denke ich auch wieder daran, definitiv Distanz zu nehmen. Ihr Verhalten tut meinem Sohn und auch mir nicht gut und ich glaube, da darf man sich das Recht nehmen und den Kontakt abbrechen, auch wenn es grausam scheint, seine eigene Mutter quasi im Stich zu lassen. Durchgezogen habe ich es allerdings auch noch nicht...

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Bernd, 53 am 11.04.2021 00:37

Ich bin ein Sohn, der sich mit 38 von seiner Mutter und seinem Stiefvater losgesagt hat. Es war für mich einfach unerträglich geworden mit anzusehen, wie sich meine Mutter immer wieder von meinem Stiefvater erniedrigen, entwerten und wüst beschimpfen ließ. Oft bezogen sich die Entwertungen auch auf mich, ganz direkt oder eben indirekt. Der tägliche Alkoholkonsum meines Stiefvaters war oft ein Thema. Seit meiner Kindheit kenne ich wüste Streitereien, häusliche Tumulte und wochenlanges Schweigen. Meine Mutter wollte sich oft trennen - getan hat sie es nie.
Ich will bei der Frage, warum ich mich von meinen Eltern losgesagt habe, nicht so sehr darauf schauen, wie meine Mutter oder mein Stiefvater im Einzelnen waren, welche Versäumnisse es gab und wer welche Schuld trägt. Ich frage vielmehr: Was hat es mit mir gemacht? Konkret waren da: Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, bedenklich gestiegener Alkoholkonsum, Leistungsabfall im Job, Beziehungsschwierigkeiten. Deshalb habe ich den Schlussstrich gezogen - ja ziehen müssen. Danach ging es mir zunehmend besser. Heute lebe ich deutlich zufriedener als damals. Meine Mutter und mein Stiefvater sind inzwischen verstorben, ausgelaugt vom ewigen Gezerre um Macht und Kontrolle. Ich habe sie nie wiedergesehen.
Am Ende hat jeder eine Verantwortung für sein Leben. Diese Verantwortung für das Leben und das eigene Wohl hat manchmal einen hohen Preis. Wohl dem, der zeitlebens ohne Zahlung davonkommt. Was mir bleibt ist Stolz auf die eigene Courage und manchmal ein stiller Moment der Traurigkeit.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Erika am 16.02.2021 16:14

Vor 17 Jahren trennte ich mich vom Vater meiner einzigen Tochter. Sie war erst 10 Jahre jung und war ein Wunschkind. Er versuchte direkt nach der Trennung mir das Kind wegzunehmen, leider ohne Erfolg, weil meine Tochter vor Gericht angehört wurde und bei mir bleiben wollte, weil sie sich geborgen fühlte, so der Richter. Ich verbiet ihr nie den Kontakt zum Vater und seinen Eltern, sie durfte so oft hin wie sie wollte. Klar war die Trennung sehr schwer für mich, und für sie sicherlich auch. Ich war völlig alleine, hatte aufgrund der Entfernung den Rückhalt meiner Familie nicht. Mir ging gesundheitlich nicht gut, finanziell auch nicht. Meine Tochter und ich, mussten Umziehen, weil ich mir die große Wohnung nicht mehr leisten konnte. Ich habe ihr das nie anmerken lassen. Ihr fehlte trotzdem an nichts, ich habe lieber verzichten wollen. Ihr Vater fing an sie zu vernachlässigen, er holte sie nicht mehr regelmäßig ab, und wenn doch, dann hatte er ständig "Frauen in Unterwäsche" bei sich zuhause, so meine Tochter. Leider waren die Eltern meines Exmannes nicht unparteiisch. Ich war für sie die "Böse Schwiegertochter". Die ganze Familie meines Exmannes wollten mit mir nichts mehr zu tun haben und machten mich schlecht bei meiner Tochter. Sie beschenkten sie ständig , sie dürfte 1 bis 2 mal im Jahr mit in den Urlaub fahren, usw. Ein Jahr nach der Trennung, schickte mir mein EX eine SMS, dass die Tochter, nach dem Papa Wochenende nicht mehr zu mir nach Hause möchte und dass sie lieber bei ihm leben wolle. Ich war fix und fertig aber ich akzeptierte es, denn ihr Wohl war mir wichtig. Ich erfuhr, dass er zu diesen Zeitpunkt schon eine Neue hatte, die von ihm schwanger war. Das muss für mein Kind schlimm gewesen sein zu erfahren, dass sie nicht mehr Nummer 1 ist, vermutlich auch ein Grund beim Papa einzuziehen um nicht zu kurz zu kommen. Ich kämpfte, dass ich sie regelmäßig sehen könnte. 2 mal im Monat waren mir zu wenig. War leider nichts zu machen, angeblich wollte sie es so, so das Jugendamt. Ich merkte wie meine Tochter mir immer fremder wurde. Mit 15 wollte sie mich auch nicht mehr jeden Monat besuchen. Manchmal waren es Monate, dass ich nichts mehr von ihr hörte. Die neue Umzugsadresse wurde mir nie mitgeteilt. Sie wechselte ständig die Handy Nummer...Sie war monatelang für mich nicht mehr erreichbar. Das war für mich ganz schlimm, ich habe sehr gelitten. Sie kam aber immer wieder auf mich zurück. Ich genoss jede Minute mit ihr. Ich erfühlte ihr alle Wünsche. Nie habe ich ihr deshalb Vorwürfe gemacht oder ihre neue Familie (Stiefmutter und neue Geschwister) schlecht gemacht. Sie stand auch unter Druck, denn ihr Vater wollte nicht, dass sie über seine neue Familie erzählt. Mich hatte seine neue Familie auch nie interessiert.
Vor 10 Jahren kam sie zum letzten Mal mich besuchen. Dieser Tag verlief ganz toll und harmonisch, nur dass sie wieder von mir Geld für eine Taschen haben wollte und ich es abgelehnt hatte, weil sie schon eigenes Einkommen hatte. Sie war bereits 18 Jahre und hatte eine Ausbildungsstelle. Sie machte trotzdem noch Pläne fürs Wochenende mit mir. Nächster Tag rief sie mich an und sagte, dass sie es sich anders überlegt hatte. Sie möchte mit mir nichts mehr zu tun haben, ich solle ihre aktuelle Nummer, die sie mir den Tag zuvor gegeben hatte, löschen und ihren Wunsch respektieren. Ich war völlig am Boden zerstört und habe es nicht verstanden. Mein einziger Gedanken war, was habe ich denn nun falsch gemacht!? Lag es an dem Geld, das sie nicht bekommen hat? Ein paar Monate später sah ich sie auf Facebook und schrieb ihr eine kurze nette Mail. Von ihr kam nur böse Wörter zurück. Sie beschimpfte mich, erniedrigte mich und schrieb, ich solle sie endlich in Ruhe lassen und aus ihrem Leben verschwinden. Danach blockierte sie mich.
Letztens habe ich den schlimmsten Fehler gemacht, indem ich sie wieder auf Facebook anschrieb. Ich dachte, vielleicht traut sie sich nicht wegen dem Vorfall von damals, also mache ich es als Friedensangebot. Eine kurze, liebe und neutrale Mail, wie es ihr geht, dass sie gut aussieht und dass ich oft an sie denken muss, mit Unterschrift "Deine Mama"...Als Antwort kam wieder eine erniedrigende Email, mit Vorwürfen, wo ich die letzten 17 Jahre war, und dass sowas wie mich sich noch "Mama" nennt, dass ich eine Lachnummer wäre und dass ich mich aus ihrem Leben raushalten solle, solche Leute wie mich braucht sie nicht in ihrem Leben. Ich würde sie nicht interessieren. Sie wirf mir vor, ich hätte sie damals mit 11 aus der Wohnung rausgeworfen, was natürlich eine Lüge war. Ich wies sie hin, dass es ja ihr Wunsch war von mir weg zu gehen und später den Kontakt abzubrechen. Es sei ihr egal was ich schrieb, meinte sie, ich könne sogar Romane schreiben es interessiert sie nicht, sie blockiert mich ehe wieder, so ihre Worte...Und das tat sie auch...
Jetzt stehe ich wieder da, ratlos und am Boden zerstört, auch wegen dieser Lüge mit dem Rausschmiss...Ich wäre so bereit mit ihr ein Gespräch zu führen um alles zu klären. Ich möchte so gerne wissen was ich falsch gemacht habe. Ich will ihr auch keine Vorwürfe machen. Ich möchte nur verstehen warum sie mich so hasst....

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Frau De am 20.01.2021 22:30

Es ist ein heikles Thema. Genau woe es Aks gibt , leben auch einige A...e unter uns.
Und nie ist nur eine Seite schuld. Ich habe zwei Brüder. Allerdings behandelt meine Mutter einen Bruder wie ein Einzelkind, vor Leuten, vor uns ist es, als ob die beiden anderen Kinder Luft wären ( Fiel sogar schon nichtFamilienmitgliedern auf). Wenn man nachfragt, heisst es man sei ja wohl nur eifersüchtig auf den Bruder..doch das ist weit gefehlt. Eine Dame schrieb, man solle sich Gedanken machen, warum Eltern nicht interessiert sind.... Man könnte sich auch Gedanken machen, warum Kinder nicht (mehr)intetessiert sind....
Beide Seiten haben für Kontaktentzug sicher ihre Gründe und Geschichte.. Vorverurteilen ist hier glaube nicht der richtige Weg. Weder von Müttern/Eltern noch von den Kindern... Fakt ist Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen. Und *diese* Symbiosen sind nun mal nicht immer harmonisch und richtig. ....
Und deshalb auch für beide Seiten oft nicht leicht zu beenden oder auszuhalten... ...

Bevor jemandem die Augen ausgehackt werden- immer erst mal beide Seiten hören
...
Bleibt fair und gesund

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Froggy am 30.12.2020 13:30

Meine Schwester war der Stolz und die Zukunftshoffnung der Familie. Der Traum meiner Eltern war, dass aus ihr einmal etwas Grosses wird. Leider war sie eher leistungsschwach in der Schule und ihr Benehmen in der Klasse liess sehr zu wünschen übrig. Diese Beschwerden führten zu einer ziemlichen Krise in der Familie. Mit all dem hatte ich nichts zu tun. Nichtsahnend machte ich mich auf den Weg in den Familiengarten. "Und DU bist die Allerblödeste...", sagte mein Vater und sah mich kalt an. Er fuhr mit dem Auto weg und liess mich am Wegrand stehen. Die Familienrollen erforderten nun mal, das ich auf jeden Fall die "Allerblödeste", das Schlusslicht bin. Nur so bleibt die Familie stabil. Leider ist die Rolle des Sündenbocks ziemlich belastend. Und so habe ich den Kontakt zu der ganzen Familie abgebrochen. (Die Familie brach dann auch auseinander, sobald die stabilisierende Sündenbock-Position nicht mehr besetzt war.)

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Jenny am 12.12.2020 00:51

Ich fühlte mich als Adoptivtochter neben den leiblichen Kindern jeweils als das 5 Rad am Wagen. Alles drehte sich um meine jüngeren Geschwister. Ich war eben nur die Adoptivtochter. Zudem musste ich mir von meiner Adoptivmutter oft anhören, dass ich ohne Sie nichts wäre...und vieles mehr. Psychischer und Physischer Missbrauch fand statt. Sie wollte mich loswerden und Sie trieb mich aus der Familie. Heute heisst es, ich sei davon gelaufen....Heute lebe ich ohne Schuldgefühle für das erlebte. Doch es bleibt im Herzen der Erinnerungen.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Angie am 09.11.2020 00:22

Ich hatte super Eltern, sie waren immer für mich und meine Kinder da. Als vor zehn Jahren mein Bruder, der bei Ihnen mit seiner Familie im Haus wohnt hat sich alles Stück für Stück verändert. Man kommt nicht mehr zu uns , wenn wir hinkommen geht es nur um die Enkel dort. Wenn ich nicht anrufe kommt null Reaktionen. Was will ich da noch? Wie oft und wie lange muss man sich demütigen lassen? Es tut weh, zu sehen, dass die Schwiegeetochter und ihre Kinder mehr wert sind. Darauf angesprochen streiten sie alles ab, das bilde ich mir ein. Meine Mutter sagte, dass ich doch meine eigene Familie habe.
Dieser Satz sagt alles, da bleibe ich am besten weg und störe ihre Familie nicht

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Gül am 15.10.2020 19:28

Also ich lese hier nur unglückliche Menschen.Mann sollte ein Kind auf die Welt bringen,weil man sich das wünscht.Und wenn das ein Wunschkind ist,hat das auch Recht auf ein glückliches Leben.Wir wollten die Kinder auf die Welt bringen,nicht die Kinder.Wenn wir unsere Kinder genug Liebe und Geborgenheit geben ,sind sie auch glückliche Kinder,was das auch glückliche Erwachsene werden.Sie sind nicht unsere Projekte.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von John am 16.05.2020 08:01

Ich hab vor einigen Jahren den Kontakt zu meiner Mutter und Vater abgebrochen und was ich gefühlt hab war unendliche Erleichterung und Freiheit!!!! . Das waren so abgrundtief bösartige gestörte Menschen ich war nur froh das die endlich weg waren! Jeder Versuch eine Lösung zu finden wurde 20 Jahre lang von meiner Mutter auf manipulativste und bösartigste zunichte gemacht. Mein Leben ist mittlerweile glücklich und erfüllt, es gab keinen Moment wo ich die je vermisst hab, im Gegenteil! Für mich sind meine Eltern absolut Fremde und Monster.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Susanne am 08.02.2020 10:16

Man bricht den Kontakt zur Familie nicht aus reiner Freude jemanden zu verletzen ab. Ich habe das auch getan. Schon viele Jahre hatte ich Differenzen mit meinen Eltern, als juengstes Kind, war ich immer 'das eine Kind zuviel'. Man sparte immer auf meine Kosten. Dann kam hinzu, dass ich gleichgeschlechtliche Beziehungen habe, damit kam dieses erzkonservative Elternhaus schon gar nicht zugange. Meine Geschwister lebten von den Eltern, Haus, Geschaeft, Ausbildungen alles von Mama und Papa, schliesslich schenkten sie ihnen viele Enkel. Obwohl ich mit meinen Eltern im Erwachsenenalter Frieden geschlossen hatte, auf ihren Wunsch, waren sie es, die mich weiterhin von vielem auschlossen. Ja, ich stand einmal in einem leeren Haus meiner Eltern, denn ich erfuhr nicht, dass sie umgezogen waren, das ist krass. Ich verstand, dass 'Frieden schliessen" nur dazu war, ihr eigenes Gewissen zu reinigen. Immer nur Eigennutz. Und wenn meine Familie nett mit mir war ging es immer nur Finanzielles, denn ich war das einzige Kind, dass sein Geld ohne elterlichen Zustupf verdiente und man wollte wissen zu wieviel man mich am Erbe teilhaben lassen will. Sowas ist abgrundtief abstossend. Auch meine Geschwister sparten nicht an Demuetigungen. Ich habe den Kontakt ganz gekappt. Mit dem Ekelgefuehl geht das nicht so einfach.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Frauke am 08.12.2019 13:35

Naja zwei Seiten, wie alles im Leben.
Die Mutter, die trotz anstehender Probleme 1965, willentlich von einem verheirateten Mann schwanger wurde und sich dann entschieden hat, das Kind bei den Großeltern aufwachsen zu lassen. Die dann trotzdem Hauptbestimmter sein wollte, wie das Kind zu werden hat.

Dazwischen, das Kind, was dann eher das Muster Oma würde. Dummerweise so, dass auch das in den Augen der Mutter nicht richtige, übernommen wurde.

Auch das ewige zwischen den Stühlen sitzen, weil Omas Lösungen immer alle drei Wochen beim Besuch der Mutter nicht halten.

Dann 4 Jahre zur Umerziehung bei der mittlerweile mit einem klassischen flying monkey..

Mit den üblichen narzisstisch geprägten Manipulationsbemühungen.

Dann Auszug und Heirat mit Kindern. aufgrund der nicht besprochenen Hochzeit sechs Jahre kein Kontakt seitens der Mutter.

Dann war das Recht auf die Enkel ihr Grund sich wieder zu melden. Da die Eltern dann Grenzen mitgeteilt haben, bzgl Geschenken und anderem, und diese wiederholt nicht eingehalten wurden, kam es zum Kontaktabbruch...

Heute bin ich endlich frei, den Makel dass meine Mutter nur ihr Bild von mir geliebt hat, trage ich mal besser mal schlechter. Immerhin habe ich mit meinen Kindern meistens eine harmonische Beziehung

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Laura am 12.10.2019 22:19

Ich kenne Kinder die den Kontakt abgebrochen haben und das waren definitiv heftige Gründe!

Eltern sich nicht an allem Schuld, Kinder werden Erwachsen und können sich definitv zu A.... entwickeln. Das habe ich auch schon erlebt. Das ist letztlich einfach eine Charakter Frage.

So was entwickelt sich oft über Jahre weil Menschen sich verändern. Meine Mutter macht inzwischen auch Probleme. Das ist auch ein komplexes Thema..... keine Ahnung wie sich das entwickelt.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Marlies am 28.08.2019 17:15

Nach 40ig jahren habe ich meiner Mutter 1mal meine Meinung gesagt. Ich habe um aktzebtanz, respeckt und das ich nicht mehr ihr Seelischermülleimer bin gebeten. Jetzt soll ich mich entschuldigen und sie hat den Kontakt abgebrochen. Sie weint allen vor wie undankbar und gemeinn ich bin. Ich wünsch ihr nur noch ein schönes leben ohne mich.

Von Sabine am 26.12.2019 08:55

Sie sprechen mir aus der Seele. Bei mir ist es genauso. Ich werde bei diesem Schritt therapeutisch begleitet.Sie spricht von einer manipulierten Erziehung meiner narzistlachen Mutter.Seit der Trennung geht es mir besser.
Lieben Gruß

Von Laura am 12.10.2019 22:21

Meine Mutter kann die Meinung anderer auch nicht ertragen. Stellt sich als unfehlbar hin. Ich versuche es bei meinen Kindern besser zu machen!

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Susanne am 09.08.2019 06:54

Ja, die armen unverstanden Kinder!!
Mein Sohn hat sein Leben den Drogen gewidmet und bricht immer dann den Kontakt ab, wenn ich kein Geld mehr gebe.
Sind es immer die armen Kinder, die nicht verstanden werden??

Von Katrin am 30.08.2019 22:06

Das sehe ich absolut genauso. Der Sohn wird ja Gründe dafür haben....

Von Tea am 21.08.2019 12:57

Und Warum hat dein Sohn Drogen genommen?????

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Ulrike am 28.03.2019 17:39

Dankeschön für diesen sehr interessanten Artikel!
Unsere Tochter (heute 24) hat vor zwei Jahren den Kontakt zu uns eingestellt (nachdem sie sich noch mal Geld fürs Studium abgeholt hatte). Ich kann sagen, dass ich sie nicht vermisse. Ich bin nicht verzweifelt (wie offensichtlich viele Eltern), sondern eher wütend, da ich sie nur als Abzockerin erlebt habe.
Schon als kleines Mädchen hat sie sich quer gestellt und war auf ihren Vorteil bedacht. Später, als ich selbst an einer Schule gearbeitet habe, sprach eine Kollegin zu mir immer von den sogenannten AKs (Arschkinder, davon hatte ich noch nie gehört, ordne meine Tochter jedoch heute bei dieser Klientel ein).
Ja, es ist traurig, dass der Kontakt abgebrochen ist, doch mir persönlich geht es damit sehr gut. Ich möchte auch all den Eltern Mut machen, die ewig ihren Kindern hinterhertrauern und hinterherrennen. Lasst es sein! Genießt Euer Leben und vergesst die Kinder, sie danken es Euch eh nicht, ganz im Gegenteil!
Es gibt so viele junge Menschen, die gerne von den Erfahrungen der Älteren profitieren, warum sich mit der eigenen fiesen Brut belasten? Ja, es ist schlimm und traurig, solche Loser-Kinder in die Welt gesetzt zu haben, doch wir können es nicht mehr ändern. Einfach nur nach vorne schauen.

Von Ida am 08.12.2019 19:30

Auch ich kann Ihrer Tochter nur dazu gratulieren, dass sie den Kontakt zu ihnen abgebrochen hat. Mein Herz erstarrt, wenn ich ihre Worte lese, die Sie über ihre eigene Tochter schreiben! Auch ich bin ein Kind einer Lehrerin, und ich habe den Kontakt abgebrochen. Es geht nicht darum, dass wir die Vorstellungen unserer Mütter erfüllen, sondern darum, dass ein Interesse da ist, uns kennen zu lernen und sich dafür zu interessieren, wer wir wirklich sind und was uns bewegt. Das ist Liebe. Kinder sind egoistisch, das hat mit der Entwicklung zu tun! Vielleicht hätten Sie ein Buch über die Entwicklungsphasen eines Kindes lesen sollen, ehe sie Kinder gehabt haben...

Von Sophia am 04.09.2019 11:28

Ich bin auch die Tochter einer solchen Lehrerin. Wir waren Schüler und nicht Töchter. Ich höre auch immer nur wie schwierig ich war.Ihr Gejammer ist widerlich.Sie sehen nur sich selbst,auch ich habe meine Mutter verlassen und ich gratuliere auch Ihrer Tochter zu diesem Schritt.

Von Lara am 19.06.2019 01:03

Sie sind wirklich das Musterbeispiel für eine verlassene Mutter. Warum Sie jetzt ohne Ihre Kinder da stehen, wird in Ihrem Beitrag offensichtlich: "Schon als kleines Mädchen hat sie sich quer gestellt und war auf ihren Vorteil bedacht." Ich gratuliere Ihrer Tochter zu diesem Schritt von ganzem Herzen, denn ihr Leben ist jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit viel besser als mit Ihnen. Und ich gratuliere auch den Kindern, die Sie nicht mehr als Lehrerin erleben müssen und von Ihnen fern ab jeder Kompetenz als "Arschlochkinder" abgestempelt werden. Prinzipiell sind Sie wohl nicht für den Schuldienst geeignet gewesen. Und ich gehe jetzt auch weiter, denn Ihre toxische Art vergiftet in diesem Moment sogar meine Atmosphäre. Ich verlasse Sie jetzt, denn Sie sind unausstehlich, Ulrike!

> Auf diesen Kommentar antworten
Von M L am 16.08.2018 21:50

Der Artikel spricht mir aus der Seele. Seit ich auf der Welt bin geht es meiner Mutter nur um sich selber. Meinen Bruder hat sie vorgezogen nun kann sie das nicht mehr weil er tot ist. Nun plötzlich kommt sie wieder zu mir. Sie hört mich nicht, sie sieht mich nicht auch mein Mann und die Kinder passen ihr nicht. Ich habe schon zig Mal versucht diese Funkstille durchzuhalten denn reden kann ich mit ihr nicht mehr zu festgefahren sind unsere Positionen. Früher hatte ich keinen Familien Vergleich heute arbeite ich an mir in einer Traumatherapie. Schade aber je länger ich meine Mutter nicht sehe desto besser geht es mir. Wenn sie doch mal kommt krieg ich Angstzustände. Am traurigsten ist es wohl für mich nun in der Lebensmitte zu merken dass ich ihr einfach NIE UND NICHTS werde richtig machen können.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Isolde am 16.09.2018 18:28

Ich glaube nicht das es sooooo einfach ist. Dazu ist das Thema sehr weitreichend. Jeder Abbruch ist ein Individueller Abbruch aus der Familie mit vielen Facetten. Wo bleibt da die Hilfe vom Traumatherapeuten....es ist "Inn" geworden, Patienten die in einer Traumatherapie gehen zu erklären daran Schuld hat nur die Mutter oder das Elternhaus. Ist es nicht zu einfach..? Und gibt es nicht doch den sogenannten Mittelweg aus dem Muttertrauma herauszufinden. Ich weiß, das man davon spricht...das Alte muss erst zerstört werden, dann kann wieder neues Wachsen...Das heißt für mich das es an der Zeit wäre wiedermal Krieg zu spielen,damit wieder eine bessere Gesellschaft entstehen kann. Wie schlimm ist denn diese Ansicht.
Nein, diese Form von Therapie kann ich nicht akzeptieren, die nur zerstörend ist. Meine mahnende Bitte ist, doch das Alles zu einmal zu Überdenken.....

Lösungen sind gefragt....
Es stimmt die Sozialen Medien zeigen uns einen neuen Weg mit unliebsamen Ereignissen umzugehen....wir löschen,blockieren,kündigen( denn Arbeit bekommt man ja immer),und brechen einfach den Kontakt ab. Wo bleibt da die eigentliche Kommunikation, ich meine das gesprochene Wort und die Diskussion mit dem gegenüber. Machen wir es uns nicht zu einfach...

Von M am 05.12.2019 12:32

Die Eltern sind verantwortlich für die Qualität der Beziehung zu den Kindern. Und ihre Darstellung ist Ihre Wahrheit. Und die darf so stehen bleiben. Die Wahrheit Ihrer Tochter ist vermutlich eine ganz andere.

Von corinne am 18.02.2019 08:45

Liebe Frau Isolde
Es geht doch gar nicht um Schuld. Ich verstehe meinen Vater. Ich verstehe mittlerweile die Geschichte meiner Eltern. Ich kenne ihre Kindheit, ihre Nöte, ihre Schmerzen ihre Minderwertigkeitsgefühle besser als meine. Seit ich ich 14 bin, muss ich mich damit beschäftigen und versuchen, ihre Last mitzutragen. Aber ich kann ihnen nicht helfen. Und ich kann nicht das Mädchen sein, das sich mein Vater wünscht. Ich bin eine Enttäuschung für ihn. Ich wollte ihm gefallen, aber ich wollte auch gesehen werden als die, die ich bin. Die ich geworden bin. Es zerreisst mich fast, ich will seinen Wünschen entsprechen aber ich will ihn auch verurteilen können dafür, wie er mit mir umgegangen ist. Ich habe das Beste gegeben was mir in meinem Minderwertigen Sein möglich war, um in Frieden mit ihm Leben zu können. Aber was nützt es, zu vergeben, wenn er dann nur wieder neuen Frust auf mich lädt? Zögerliche, tief empfundene Liebesbemühungen wurden immer wieder Gewaltsam missachtet. Manchmal sogar genüsslich erniederigt. Denkst du, es tut nicht mega weh zu akzeptieren, das man seine Eltern nicht glücklich machen kann? Bezieheung zwischen Eltern und Kinder sind nunmal lange Zeit nicht auf Augenhöhe, Kinder sind Abhängig. Man kann ihnen nicht die selbe Verantwortung aufhalsen wie den Eltern, wenn sie heranwachsen. Wenn wir gross sind müssen wir dann die Verantwortung für uns selber übernehmen. JA.

Von Dick am 01.01.2019 23:18

Ich glaube Frau Isolde, Sie liegen da nicht soooo richtig.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Heike am 02.12.2017 21:49

Es ist immer wieder das selbe. Im Grunde haben immer die Eltern Schuld. Warum? Es gibt auch Situationen, in denen die Mutter den Forderungen ihres Kindes, weil es erwachsen ist, nicht mehr erfüllen möchte. Sie kann nicht das Leben ihrer Tochter führen. Sie hat ein Recht auf ein eigenes Leben und eigene Entscheidungen. Aber genau dann, wenn sie es tut, viel zu spät tut, drehen sich Kinder um gehen. Ohne Rücksicht auf Verluste. So lange ich dem Kind jeden Wunsch erfüllt habe, meine Entscheidungen immer im Sinne der Tochter getroffen habe, war alles gut. Auch Kinder müssen lernen, dass sich die Welt nicht nur um sie dreht. Ich habe es bitter bezahlt. Mir wird dieses Thema einfach immer zu einseitig gesehen. Leider.

Von Erika am 28.08.2019 23:15

Genau, im Kind tut es mehr weh. Es gibt Eltern die sind so mit sich selber beschäftigt. Vielleicht können Sie es nicht anders, sie sind nicht zu mehr fähig.
Grenzen setzen ist etwas das die Kinder von den Eltern lernen müssen und vorgelebt werden muss! Das heisst aber nicht dass man desinteressiert sein soll ! Ich würde auch mal hinterfragen , wenn sich meine Eltern nicht für mich interessieren. Sowas finde ich nicht normal. Ja, ich bin Mutter und es gehört zu meinem Job , das es schwierig ist: Mutter sein.

Von Romy am 18.02.2018 03:24

Einverstanden, Kinder müssen lernen, dass sich die Welt nicht um sie dreht. Jedoch muss das von klein auf gelernt werden. Erziehung beginnt bei der Geburt, nicht mit Volljährigkeit. Wenn Sie jahrelang nach der Pfeife Ihrer Tochter tanzten, ist es nicht verwunderlich, dass sie nicht so leicht akzeptiert, dass dies nun vorbei sein soll. Aber natürlich haben auch die Eltern das Recht, sich zu distanzieren.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Fernande am 27.08.2018 10:22

Kontakt abbrechen hat viele Fasetten,
Im Kind tuts manchmal viel mehr weh, dass es das tun muss. Gezeichnet für das ganze Leben.

Wenn da nichts von den Eltern kommt....

Kann da ganz viel erzählen....

Von Brigitte am 08.01.2020 14:01

Sie sollten klipp und klar sagen, dass Sie den Kontakt abbrechen. Aber auch sagen warum, damit ihre Mutter das auch versteht. Die Ignoranz ist das Schlimmste an den Situationen. Die Mutter kann dann für sich selbst entscheiden, ob sie das als richtig empfindet. Die Kinder urteilen und verurteilen wie Richter vor Gericht. Die Mütter sind doch keine Verbrecher! Sie sind nur Menschen, die Fehler machen. Auch Sie machen Fehler, die sie in 20 Jahren vielleicht bereuen. Wenn man das alles so liest und hört, wird es zukünftig eine Welt nur mit Liebenden Eltern geben, die keine Fehler machen. Ach das wäre zu schön. Lg von Brigitte, die auch eine verurteilte Mutter ist.

Von Erika am 28.08.2019 23:01

Meine Tochter ist 14. Seit 2 Jahre hat Sie keinen Kontakt zum Vater. Sie wurde oft enttäusch, er hat Sie und Ihren Bruder nicht wie vereinbart abgeholt. Hat Sie nicht bei Hausaufgaben unterstützt , hat seine Interessen vor die der Kinder gestellt ( klar, man soll ja nicht auf alles verzichten und soll Grenzen setzen) Ich verstehe Ihre Entäuschung , ich bin aber besorgt weil der Kontakt nicht mehr besteht. Ich verstehe dass es eine Grosse Last ist , nicht gesehen zu werden vom Vater. Mann muss sich das vorstellen, sie hatte nicht mal eine richtige Matratze zum schlafen während Sie an den Wochenenden bei ihm war.
Meine Schwägerin meinte , meine Tochter muss den Schritt machen und auf den Vater zugehen. Ist sie nicht noch zu fest Kind. Er könnte Sie jederzeit besuchen oder mal ein Eis essen gehen. Nur kommt halt nichts. Warum soll Sie sich melden, er ist ja nicht krank. Ein Telefonanruf und Interesse an ihr ist doch nicht zu viel verlangt. Das ist doch unsere Aufgabe als Eltern. Klar , würde ich dann nur beschimpft werden, dann würde ich auch als Mutter mal Klartext reden. Aber Sie mault nicht mal rum. Ist nicht mal frech zum Vater.
..und in einigen Jahren kann sich der Vater beschweren, er habe eine Tochter für die er nur Alimente bezahlt und sich nicht meldet. Dass der gleiche aber Aussagen machte wie : wenn du Hausaufgaben hast, brauchst du gar nicht zu mir zu kommen.

Von Elfi am 01.08.2019 11:27

Meine Tochter und ich hatten ein gutes Verhältnis und erlebten miteinander viel Schönes. Nie im Leben hätte ich gedacht, daß sie sich irgendwann einmal von mir abwenden könnte. Ich hatte immer das Gefühl, alles sei in Ordnung. Ich habe sie und ihren Bruder alleine großgezogen, beide studierten und wir hatten ein schönes Leben.
Dann heiratete meine Tochter und alles änderte sich. Mein erstes Enkelkind kam zur Welt und von da an wurde ich immer mehr aus ihrem Leben entfernt. Mein Schwiegersohn hörte zu arbeiten auf und meine Tochter brach alle Kontakte ab, zu mir, zu ihrem Bruder und auch zu allen Freunden und Bekannten, obwohl wir in derselben Stadt wohnen. Niemand versteht ihr Verhalten, das allen gegenüber aggressiv und absolut nicht nachvollziehbar ist. Ich habe keine Ahnung, was sie zum Abbruch aller Kontakte veranlasst hat. Zwischen ihr und mir gab es nicht einmal einen Streit.
Sie ist nun schon zehn Jahre mit diesem Mann verheiratet und seit sieben Jahren verweigert sie jeden Kontakt. Sie sieht weg, wenn sie mich sieht, er zeigt mir den Mittelfinger,wenn wir uns zufällig treffen. Mein Enkelkind habe ich schon sieben Jahre nicht mehr gesehen, nur von der Ferne.
Mein Leben hat sich seitdem drastisch verändert. Depressionen, eine Schuppenflechte und immer wieder die quälende Frage: Warum? begleiten mich.
Zum Glück habe ich meinen Sohn, der zu mir steht und mir immer wieder versichert, daß er und seine Schwester eine gute Kindheit erlebt haben.
Ich weiß, ich muß mich damit abfinden, daß mich meine Tochter nicht mehr will, doch es ist unerträglich.

Von Jens am 26.06.2019 00:56

Ich kann Ihnen nur beipflichten,ich bin vor 28 Jahren gegangen,ich konnte nie der Sohn sein den die Eltern sich gewünscht haben,nun habe ich jedoch einen zaghaften Kontakt per Telefon aufgebaut,es fühlt sich alles wie damals an,Nein ich will das nicht,nicht einmal sehen möchte ich die Mutter,Sie kennt meine Rufnummer und ruft 2mal im Jahr an,das Gespräch dauert maximal 1Minute und jetzt hat Sie nicht mehr viel Zeit,muss ich mich da bei Ihr melden?
Ich habe mittlerweile einen 23 jährigen Sohn,eine eigene Familie und stehe fest im Leben,daher warum alte Wunden aufreißen, ich glaube ich bin ohne Sie besser dran.Welche Mutter fängt nach 20 Jahren an Ihr Kind zu suchen ? und dann wenn Sie es gefunden hat meldet sie sich nur 2mal im Jahr,ich werde Sie nicht Wiedersehen wollen und schließe einfach mit dem Thema ab.

> Auf diesen Kommentar antworten

Diese Webseite nutzt Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier.