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Die 10 besten Tipps für einen stressfreien Baditag mit Kindern

Lesedauer: 4 Minuten

Der Sommer ist da und lockt Familien ans Wasser. Damit Sie den Baditag nicht mit Valium beenden müssen, haben wir für Sie zehn erprobte Elterntipps zusammengetragen.

Text: Maria Ryser
Bilder: Rawpixel, Pixabay

Ein Baditag hat viel gemeinsam mit einem Geburtstag: Die Kinder platzen fast vor lauter Vorfreude, gelacht und geweint wird in etwa gleich viel und am Ende des Tages sind die Eltern nudelfertig. Letzteres muss allerdings nicht sein. Die folgenden Tipps fussen auf jahrelanger Erfahrung und wandeln Stress in ein beglückendes Familienerlebnis. Viel Vergnügen!

1. Packen Sie in Ruhe

Unterschätzen Sie die Packliste für einen Kinder-Baditag nicht! Mit Badetuch und – hose allein, ist es es nicht getan. Planen Sie ausreichend Zeit ein und gehen Sie die Sache ruhig an. Ein solcher Wasser-Ausflug verlangt Nerven aus Stahl.

Wer schon Stress beim Loslaufen hat, darf sich nicht wundern, wenn dieser sich in der Badi kumuliert. Die Kinder sind meist stigelisinnig vor lauter Aufregung. Darum: Take it easy, wirklich, von Anfang an. Es lohnt sich.

Checkliste für einen Baditag:
  • Badekleider
  • Badetuch
  • Ersatzbadehose oder -kleider
  • Sonnencrème
  • Sonnenhut
  • Viel Trinkwasser
  • Picknick und Decke
  • Taucherbrille, Schnorchel & Flossen
  • Spiele zu Land und zu Wasser
  • Erste-Hilfe-Set
  • Taschentücher
  • Portemonnaie Light

2. Laden Sie ein Gspänli ein

Das bedeutet nicht doppelt soviel Betreuungs-Aufwand – im Gegenteil: Das Kind hat jemanden auf Augenhöhe mit dem es sich freuen, rumblödeln, planschen oder rumrennen kann. Wo es sonst bei der eins zu eins Betreuung mit Erwachsenen sofort hemmungslos plärrt, reisst es sich mit einem gleichaltrigen Gspänli viel eher zusammen.

So entstehen erst gar keine anstrengenden Erwachsenen-Kind-Situationen. Die Zeit mit anderen Kindern ist schliesslich viel spannender und die Prioritäten werden ganz anders gesetzt. Bei Streit halten Sie sich am besten raus. Kinder lösen Konflikte in der Regel rasch und unkompliziert.

3. Wählen Sie Randzeiten aus

In die Badi gehen macht Spass, doch nicht unbedingt, wenn alle anderen zeitgleich dieselbe Idee haben. Sprich am Wochenende oder schulfreien Mittwochnachmittag. Suchen Sie sich daher Randzeiten aus, etwa früh morgens oder abends, wenn sich die ansonsten pumpenvolle Badi erst langsam füllt oder wieder leert.

Oh du goldene Abendstunde: Die Seebadi zu Randzeiten besuchen lohnt sich.

Mit einem feinen Znacht im Gepäck sind beispielsweise die goldenen Abendstunden ein besonderer Genuss. Ruhe kehrt ein und die Chancen steigen, dass sie einer Enten- oder Schwanenfamilie begegnen.

4. Schützen Sie die zarte Kinderhaut

Unsere Haut vergisst keinen Sonnenbrand und auch wenn der Himmel bewölkt ist, kann man sich verbrennen. Seien Sie an einem Baditag daher grosszügig beim Auftragen einer guten Sonnencreme (am besten Schutzfaktor 50).

Mit einem Spray zieht der Sonnenschutz rasch ein und die Kinder halten eher still. Was viele nicht wissen: Auch wasserfeste Sonnencrèmes müssen mehrfach aufgetragen werden, da der Schutz durch das Rubbeln des Badetuches wieder weggeht.

Angeschmiert: Warum zu viel Sonnencreme gefährlich sein kann
Experten raten davon ab, das Kind täglich präventiv mit einem Sonnenschutz einzucrèmen. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel «Angeschmiert: Warum zuviel Sonnencrème gefährlich sein kann».

Ein Tag am Wasser bedeutet zudem doppelte UV-Strahlung. Und zwar von oben wie von unten, dem Himmel und der Wasseroberfläche, die das Licht reflektiert. Den Kinderkopf schützen Sie am besten mit einem Sonnenhut. Für die Kleinen gibt es auch solche mit Nackenschutz.

Der beste Schutz ist im Schatten der Bäume: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind zur Mittagszeit, also zwischen 11 und 15 Uhr Siesta hält und sich im Schatten ausruht.

5. Erste-Hilfe-Set für Bobos

Es passiert meist blitzschnell: Ihr Kind fällt um und schürft sich das Knie oder tritt auf eine Biene oder rennt in ein anderes Kind. Für kleinere Wunden und Stiche ist es daher praktisch, ein eigenes Erste-Hilfe-Set zur Hand zu haben. Geht schneller als der Gang zur Sanitäts-Ecke und ein paar farbige Pflästerli und süsse Globuli besänftigen das schluchzende Kind in der Regel schnell.

Der grosse Erste-Hilfe-Guide:

Was tun, wenn das Kind sich verbrennt, stürzt oder sich einen Zahn ausschlägt? Diese Sofort-Massnahmen sollten Eltern kennen.

6. Denken Sie ans Essen und Trinken

Ein Tag am Wasser macht hungrig und durstig! Saisonale Leckerbissen schmecken jetzt besonders gut. Packen Sie Kirschen, Erdbeeren, Wassermelonen, Cherry-Tomätli, Gurken und was Sie sonst noch mögen in gut verschliessbaren Behältern ein. Wenig geeignet sind Bananen und alles, was rasch matschig oder braun wird.

Ein richtiges Znacht fühlt sich auf einer hübschen Picknick-Decke zudem gleich doppelt feierlich an. Erinnern Sie Ihr Kind regelmässig daran, Wasser zu trinken und auch wenn es verlockend ist: Füttern Sie keine Enten und Schwäne. Unser altes Brot tut den Tiermägen nicht gut.

Tierfreundlicher Baditag: Altes Brot enthält für Wasservögel kaum Nährstoffe und Schimmel ist auch für die Tiere giftig.

7. Raus aus der nassen und rein in die trockene Badehose

Das Gefühl, längere Zeit in nassen Badekleidern rumzusitzen, ist nicht schön. Weht dazu ein kühler Wind, wird es noch unangenehmer. Packen Sie daher stets ein zweites trockenes Set an Badekleidern oder normaler Kleidung ein, in die das Kind bei Bedarf schlüpfen kann.

8. Spiele erleichtern den Baditag

Nonstop im Wasser sein mag ein Kind auch an einem Baditag nicht. Irgendwann hat es genug geplanscht und freut sich über mitgebrachte Spiele. Besonders gepäckfreundliche Spiele an Land sind: Frisbee, Pingpong, Kartenspiele, ein Buch oder Sandförmchen. Will Ihr Kind partout im Wasser bleiben, bringen aufblasbare Spielsachen oder Wasserbälle neuen Schwung.

Sie sind auf der Suche nach neuen Outdoor Spielideen? Dann lassen Sie sich von der Fritz+Fränzi-Redaktion inspirieren im Artikel «Unsere liebsten Outdoor-Spiele».

9. Handy weg!

Unsere Smartphones sind beides: Segen und Fluch. In der Badi haben sie nichts verloren! Die Verantwortung für Ihr Kind liegt bei Ihnen und nicht bei der Bademeisterin. Wussten Sie, dass Ertrinken bei Kindern bis 15 Jahren die zweithäufigste Unfalltodesursache ist? Im Artikel «Ab wann können Kinder alleine ins Schwimmbad?» erfahren Sie mehr.

Wer ständig auf sein Handy schielt, ist abgelenkt und für die Kinder zudem ein schlechtes Vorbild (Hallo, schönes Wetter, hallo draussen spielen). Seien Sie präsent, leben Sie im Jetzt und freuen Sie sich an den Kapriolen Ihres Kindes.

10. Reduzieren Sie Ihr Portemonnaie aufs Wesentliche

Sie sitzen in der Badi nicht ständig neben Ihrer Tasche und Diebe haben ein leichtes Spiel. Wechseln Sie für den Baditag daher auf eine Portemonnaie Light Version. Etwas Münz, eine Note oder bloss die Bankkarte reichen. Stecken Sie es in ein unscheinbares Plastiketui und versenken sie dieses in den Untiefen Ihrer Badetasche.

Maria Ryser
liebt grosse und kleine Kinder, zyklisch leben, Rilke, reinen Kakao, Klangreisen und Kreta. Die gebürtige Bündnerin arbeitet als Stv. Leiterin auf der Onlineredaktion und ist Mutter einer erwachsenen Tochter und zweier Söhne.

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