Es braucht ein Dorf: Wie wichtig die Beziehung zum Nachbarn ist

«Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.» Unsere Autorin Ulrike Légé hatte das bisher für einen netten Spruch gehalten. Dann geriet sie in eine Notlage. Und das Dorf fing sie auf. Hier gibt sie Tipps, wie man gute Nachbarschaft pflegt.
Abends hatten unsere Kinder noch wunderschöne Kinderzimmer mit Stäbchen-Parkett. Am nächsten Morgen sah der Boden plötzlich aus, «als hätte ein Riese Jenga gespielt!», wie meine Tochter anmerkte. Im gesamten Geschoss lagen die Parkett-Latten wüst verteilt, grauer Beton mit gelben Klebeflecken schimmerte hindurch, überall roch es muffig-feucht.

Was war passiert? Unser handwerklich erfahrener Nachbar René suchte stundenlang mit uns nach der Ursache: Oben im Wohnzimmer leckte, gut versteckt hinter Einbaumöbeln, die Steigleitung aus Kupfer. Unten folgte: Ein riesiger Wasserschaden.

Meine erste Reaktion: Schockstarre. Ich wollte einfach die Bettdecke über den Kopf ziehen und alles ausblenden. Aber unzählige Telefonate mit Versicherungen und Handwerkern mussten sofort geführt, Entscheidungen getroffen werden: Wer repariert was? Wie umfassend sanieren wir? Wer übernimmt welche Kosten?

Und die wichtigsten Fragen: Wohin gehen wir? Was packen wir noch schnell ein, bevor das Umzugs-Unternehmen alles einlagert? Plötzlich fühlten wir uns wie Flüchtlinge. 

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