Befreit den Samichlaus!

Allen modernen Erkenntnissen über Erziehung zum Trotz: Auch dieses Jahr kommt um den 6. Dezember bei den meisten Kindern ein alter Chlaus vorbei, um Bilanz zu ziehen, ob sie folgsam waren, um zu loben und zu schimpfen. Wir sollten den armen Mann von dieser Aufgabe erlösen.
Glauben Sie noch an den Samichlaus? Als Erziehungshilfe? Die Zeiten, in welchen den meisten Familien ein allmächtiger Patriarch vorstand und alle ihm gehorchen mussten, sind zum Glück vorbei. Auch, dass die gewünschte Folgsamkeit mittels Züchtigung erzwungen wird, ist heute ausser Mode gekommen. (Wenn auch noch lange nicht ausgemerzt, wie eine Studie jüngst aufzeigte.)

Aus den dunklen Zeiten der Pädagogik stammt auch der Samichlaus. Im Gegensatz zum Erziehungsprinzip, das er verkörpert, ist der alte Mann mit Bart aber nach wie vor sehr präsent. So stattete er – aus organisatorischen Gründen schon am Sonntag – auch den Kindern aus der Krippe unserer Tochter einen Besuch ab. 
 
Gutmütig und einfühlsam war er, er hörte auch den vorlauten Mädchen zu und ging auf sie ein. Auf die Suggestivfrage «Gäll, Samichlaus, die böse Chind bechömme käni Gschänkli?», erklärte er mit sanfter Stimme: «Weisst Du, es gibt keine bösen Kinder. Es gibt nur solche, die etwas wilder sind und manchmal nicht gut zuhören.»
Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren