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Ernährung

«Mama, kauf das doch auch mal!»

Kinderprodukte sind süss und fettig – weil Kinder dies lieben. Damit Eltern sie kaufen, werden sie aber als gesund beworben.
Text: Vera Kessens 
Bild: Getty Images

In Zusammenarbeit mit Betty Bossi
Es ist Samstagabend, Eltern und Kinder haben es sich auf dem Sofa bequem gemacht und freuen sich auf den gemeinsamen Filmabend. Vor dem Film und in den Pausen wird die Familie mit Werbung beglückt. Gezielt werden darin Kinder angesprochen, und die Reaktionen lassen nicht auf sich warten: «Mama, kaufst du das endlich auch einmal?» – «Bei Lisa gibt es das immer, warum bei uns nicht?» – «Das wäre endlich einmal ein feines Frühstück, dass auch ich essen würde!» So oder so ähnlich können Kinder auf Kinderwerbung und Kinderprodukte reagieren. Dies macht den Eltern die Produktwahl nicht gerade einfacher.

Ein Schokodrink und ein Fruchtquark pro Tag

Die Supermarktregale sind voller sogenannter Kinderprodukte. Sie strahlen in starken Farben und werben mit Comicfiguren und Botschaften wie: «Ist gesund für Ihr Kind», «Enthält viel Milch für starke Knochen». Das Marketing für diese Kinderprodukte ist sehr geschickt gewählt und spricht sowohl Eltern als auch Kinder an. Die Slogans, die das Produkt als gesund anpreisen, sorgen dafür, dass Sie als Eltern überzeugt werden, während die Kinder mit verspielten Formen und Farben gewonnen werden sollen. Der hohe Zuckergehalt sorgt dafür, dass die Lebensmittel fast allen Kindern gut schmecken – denn die Vorliebe für Süsses ist angeboren.
Viele der Produkte, die sich gezielt an Kinder richten, glänzen leider nur mit einem hohen Anteil an Zucker und Fett, während wertvolle Nährstoffe – anders als in der Werbung versprochen – auf der Strecke bleiben. Der hohe Zucker- und Fettgehalt führt dazu, dass sich die Kinder an die starke Süsse gewöhnen und «normal» gesüsste oder ungesüsste Lebensmittel als fade wahrnehmen.
Dabei sollten höchstens 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus Zucker bestehen. Bei einer durchschnittlichen Zufuhr von 2000 Kalorien bedeutet das maximal 50 Gramm Zucker pro Tag. Diese Menge ist bereits mit einem gezuckerten Fruchtquark à etwa 100 Gramm (15 Gramm Zucker) und einem Schokodrink à etwa 3 Deziliter (30 Gramm) fast erreicht. Je nach Energiebedarf passt sich die empfohlene Zuckermenge nach unten oder nach oben an. Die Zuckerempfehlung ist also auch mit als gesund angepriesenen Lebensmitteln sehr schnell erreicht – ohne  dass das Kind ein Stück Schokolade oder ein Gummibärchen gegessen hätte.
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