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Arztbesuch

Herr Läuchli, was schützt vor Pickeln?

Fast alle Jugendlichen sind in der Pubertät von Akne betroffen. Während die einen nur ein paar Mitesser auf der Nase haben, leiden andere an entzündlichen Pusteln und Papeln, die Narben hinterlassen können. Der Akne-Spezialist Severin Läuchli erklärt, was dagegen hilft. 
Interview: Susanna Steimer Miller

Herr Läuchli, warum leiden vor allem Jugendliche an Akne?

Für die Hautkrankheit sind zwei Vorgänge im Körper verantwortlich. Einerseits führt die steigende Produktion von Sexualhormonen in der Pubertät dazu, dass die Haut mehr Talg herstellt. Talg ist wichtig, denn diese fettreiche Substanz bildet einen Film über der Haut und schützt sie vor äusseren Einflüssen. Anderseits neigen manche Menschen zur Bildung von sogenannten Hornzellen im Kanal der Talgdrüsen, die den Talg nicht abfliessen lassen. In der Folge verstopfen die Poren und es entstehen Mitesser, die sich entzünden können.
Severin Läuchli, Dr. med., ist Privatdozent und Oberarzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich.
Severin Läuchli, Dr. med., ist Privatdozent und Oberarzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich.

In der Werbung wird immer wieder von Hautunreinheiten gesprochen. Ist Akne die Folge mangelnder Hygiene?

Nein, keinesfalls. Die schwarze Farbe der Mitesser kommt vom Hautfarbstoff Melanin und von einer Verfärbung des Talg-Hornpfropfes. Sie hat also nichts mit Schmutz zu tun. Jugendliche können Akne nicht durch häufige Hautreinigung verhindern. Es reicht aus, wenn sie ihre Haut einmal pro Tag mit einer Reinigungslotion oder synthetischer Seife waschen.

Welche Faktoren sind entscheidend für die Entstehung von Akne?

Fast alle Mädchen und Jungen haben in der Pubertät Mitesser oder Pickel. Das Ausmass der Hornzellenbildung und der Talgdrüsenaktivität wird von den Genen gesteuert. Wenn beide Elternteile in der Jugend von Akne betroffen waren, hat auch ihr Kind ein erhöhtes Risiko für diese Hauterkrankung.
«Wenn beide Eltern von Akne betroffen waren, hat auch ihr Kind ein erhöhtes Risiko.»
Aknespezialist, Severin Läuchli

Manche Jugendliche versuchen sich vor Akne zu schützen, indem sie zum Beispiel auf Schokolade verzichten. Bringt das tatsächlich etwas?

Über den Einfluss der Ernährung auf die Akne wird viel spekuliert. Wir wissen, dass eine Ernährung mit vielen einfachen Kohlenhydraten und grossen Mengen an Milchprodukten die Entstehung von Akne begünstigen kann. Wissenschaftlich nicht erwiesen ist hingegen der Einfluss einzelner Nahrungsmittel auf die Haut. Jugendliche müssen also nicht auf Schokolade, Nüsse oder Salami verzichten. Sinnvoll ist aber sicher ein massvoller Konsum. 
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Wo bildet sich Akne?

Am häufigsten an Stirn, Nase, Kinn sowie am V-förmigen Brust- und Rückenausschnitt. Hier sind besonders viele Talgdrüsen vorhanden. 

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