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Arztbesuch
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Haben Sie den Notfallplan immer zur Hand!

Da es bei einer Asthmaerkrankung grundsätzlich immer zu einer unvorhergesehenen Notfallsituation kommen kann, erstellt der Arzt neben dem Behandlungsplan immer auch einen individuellen Notfallplan. Darin sind laut Jürg Hammer die Dosierung der Medikamente für den Notfall sowie alle akut nötigen Verhaltensmassnahmen Schritt für Schritt aufgelistet und erklärt. Den Notfallplan sollte das Kind immer bei sich tragen. Ausserdem sollten alle wichtigen Betreuungspersonen wie Eltern, Lehrer usw. eine Kopie davon ausgehändigt bekommen.

Asthma ist zwar eine ernst zu nehmende chronische Erkrankung. Dank moderner Therapiemöglichkeiten gilt Asthma heute aber nicht mehr als lebenseinschränkend. «Gut kontrolliert können Kinder mit Asthma grundsätzlich alles machen, was gesunde Kinder auch machen», betont Jürg Hammer: «Selbst Leistungssport ist möglich.»
«Die Hälfte der betroffenen Kinder werden in der Jugend- bis zum jungen Erwachsenenalter beschwerdefrei.»
Jürg Hammer
Mit der Zeit entwickeln die Kinder auch ein sehr gutes Gespür dafür, wie hoch sie ihre Medikamente dosieren müssen, um keine Beschwerden zu haben. Der Basler Lungenfacharzt Jürg Hammer zieht das Fazit: «Erfreulicherweise bessert sich bei vielen Kindern mit dem Älterwerden und dem damit verbundenen Wachstum der Bronchien die Symptomatik, sodass etwa die Hälfte der betroffenen Kinder im Jugend- bis jungen Erwachsenenalter beschwerdefrei ist.»

Ergänzende Verhaltensmassnahmen – was Sie selbst tun können

Ergänzend zur medikamentösen Therapie können Betroffene durch richtiges Verhalten selbst viel zum Therapieerfolg beitragen:
  • Auslöser meiden: Alles, was die Bronchien Ihres Kindes reizt, verschlimmert die Beschwerden. Versuchen Sie deshalb Ihr Kind anzuleiten, mögliche Asthmaauslöser wie bekannte Allergene, Zigaretten­rauch usw. konsequent zu meiden. Leider ist das nicht immer möglich. «Insbesondere bei Allergenen, denen man schwer ausweichen kann, wie Gräserpollen, kann es Sinn machen, eine sogenannte Desensibilisierung durchführen zu lassen», betont Asthmaexperte Jürg Hammer. «Dabei wird das Immunsystem nach und nach an das Allergen gewöhnt.» Darüber hinaus rät er Betroffenen, sich regelmässig gegen Grippe impfen zu lassen, da Infekte ebenfalls eine schwere Verschlimmerung der Beschwerden hervorrufen können.

  • Sport und Bewegung: Früher wurden Kinder mit Asthma in der Schule vom Sportunterricht befreit. Heute weiss man, dass Sport und regelmässige körperliche Akti­vität gerade auch für Asthmatiker gesund und wichtig sind. Denn Sport stärkt auch bei Asthmatikern die Lun­genfunktion und hilft nachweislich, das Asthma besser kontrollieren zu können. «Da körperliche Anstrengung aber auch einen Anfall auslösen kann, sollten Asthmatiker darauf achten, sich vor dem Training ausreichend aufzuwärmen und vorbeugend bronchienerweiternde Medikamente zu inhalieren», rät Hammer.

  • Atemtechniken: Droht ein Asthmaanfall, können bestimmte Atemtechniken helfen, besser Luft zu bekommen. Als hilfreich gilt z.B. die sogenannte Lippenbremse, bei der die Luft hörbar durch die locker aufeinander­ liegenden Lippen ausgeatmet wird. Auch bestimmte Körperhaltungen können bei beginnender Luftnot helfen, die Atmung zu erleichtern. Speziell für Lungenkranke entwickelt ist auch das Atemtraining Buteyko, bei dem Asthmakranke lernen, dau­erhaft weniger tief einzuatmen. Diese Technik soll helfen, die Beschwerden so effektiv zu lindern, dass deutlich weniger bis gar keine Medikamente mehr benötigt werden.

  • Asthma-Patientenschulung: Für kleine Asthmapatienten, deren Diagnose frisch gestellt wurde, gibt es ausserdem spezielle Patienten­schulungen, in denen Kinder zusammen mit ihren Eltern lernen, wie sie mit der Krankheit im Alltag besser umgehen können. Neben dem richtigen Inhalieren und Medikamen­tenschulungen wird hier auch Hintergrundwissen zur Krankheit kindge­recht vermittelt. Die Kurse werden von der Schweizer Lungenliga angeboten und können vom Arzt verordnet werden.

Hier finden Betroffene Hilfe:

Lungenliga Schweiz 
www.lungenliga.ch > Asthma bei Kindern

Schweizerische Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie
www.sgpp-sspp.ch

Allergiezentrum Schweiz
www.aha.ch > Info zu Allergien > Asthma
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Zur Autorin:

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Anja Lang ist langjährige Medizinjournalistin. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

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