Null Bock auf Mathe
Schule
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Büchertipps und nützliche Links:

www.mit-kindern-lernen.ch 
Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler bieten eine abwechslungsreiche ­Website mit Lerntipps für Eltern von Primarschulkindern, für Jugendliche und für ­Lehrpersonen.

www.lernstudio.ch
Ob Tagesschule, Kurse, Nachhilfe oder Beratung: Das Lernstudio bietet Lernwilligen im Raum Zürich professionelle Unterstützung.

www.lerneleicht.ch 
Ein Angebot der in Lyss BE tätigen Lerntherapeutin Lisa Kühni für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Lernschwierigkeiten. 

www.atlasmathe.net 
Der «Atlas Mathematik» ist ein alternatives oder ergänzendes Mathematik-Lehrmittel, gestaltet von Peter Geering und Werner Fessler. Es entstand in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern, Studierenden und Kindern.

danieljung.io
Online-Tutorials auf Youtube oder über eine App, Skripte und vieles mehr finden sich auf der Website des ­Mathehelfers und Bildungs­architekten Daniel Jung.

Individuelle Lernziele und Nachteilsausgleich: Wann und für wen?

Individuelle Lernziele werden festgelegt, wenn ein Kind die Menge und Komplexität des zu lernenden Stoffs nicht in der vorgesehenen Zeit bewältigen kann. Die Inhalte werden seinem Entwicklungsstand angepasst, was dem Kind wieder Erfolgserlebnisse ermöglicht. Eine Beurteilung durch eine Fachstelle ist nicht notwendig, ausser die Schwierigkeiten betreffen mehr als zwei Fächer. Es erfolgt ein Vermerk im Zeugnis. Der Vermerk entfällt, wenn die Reduktion wieder aufgehoben werden kann.

Beim Nachteilsausgleich wird der Nachteil, der durch eine Funktionsbeeinträchtigung oder Behinderung entstehen könnte, mit individuell festgelegten Massnahmen ausgeglichen, zum Beispiel mit dem Verwenden eines Taschenrechners oder mit mehr Zeit bei der Prüfung. Dabei werden die Lernziele wie im Lehrplan vorgesehen beibehalten und nur formal angepasst.

Eine Beurteilung durch eine Fachstelle und die Diagnose einer Rechenstörung sind Voraussetzung für einen Nachteilsausgleich. 83 solche Diagnosen gab es 2020 im Kanton Bern. Zum Vergleich: Die Lese- und Recht­schreibestörung wurde über 450 Mal diagnostiziert. 

Ist der Nachteilsausgleich sinnvoll und gerecht?

Der Sinn eines Nachteilsausgleichs im Bereich der Mathematik sei umstritten, sagt Peter Sonderegger, Leiter der Abteilung Erziehungsberatung des Kantons Bern. Da die Lernziele beibehalten werden müssten, sei es schwierig, geeignete Massnahmen zu finden. Es komme aber darauf an, was geprüft werde. «Steht das Text­verständnis und nicht das Rechnen im Vordergrund, kann ein Taschenrechner sinnvoll sein.» Aber: Selbst dann muss das Kind verstehen, was es in den Taschenrechner eintippen muss. 

Umstritten ist auch, wer die Diagnose erhält. Sie basiert im Kanton Bern auf einer Diskrepanzanalyse. Das Kind durchläuft einen IQ-Test sowie einen Mathetest. Ist die Abweichung zwischen den beiden Tests gross, spricht man von einer Rechenstörung. Das führt dazu, dass sehr intelligente Kinder mit leicht unterdurchschnittlicher Rechenleistung bereits die Bedingungen für einen Nachteilsausgleich erfüllen. Weniger intelligente Kinder mit einer kleineren Diskrepanz haben dagegen kein Recht auf einen Nachteilsausgleich. Bei einer Intelligenzminderung sind Massnahmen zum Nachteilsausgleich ausgeschlossen.

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Sarah King macht es Freude, Mathematik in Sprache zu kleiden. Ansonsten ist Mathe für sie ein ­Krötenteich: aus der Ferne faszinierend, mittendrin ein Schreck. Und sie rechnet: Wie viele Zeichen passen in ebendiesen Text?

Lesen Sie mehr zum Thema Mathematik:

  • Dossier: Angstfach Mathe
    Warum sich so viele Kinder mit der Mathematik schwertun – und wie Eltern und Lehrkräfte sie unterstützen können, erfahren Sie in diesem Dossier.

  • «In Mathe aufzuholen, ist schwierig»
    Peter Geering, emeritierter Professor für Mathematikdidaktik, unterrichtete ­angehende Lehrfachkräfte darin, Kinder in der Mathematik zu unterstützen. Er sagt, dass Erfolge die Freude an Mathe fördern und die Kinder vor allem eines brauchen: mehr Zeit.

  • 6 Tipps: So helfen Eltern in Mathe
    In kaum einem anderen Schulfach lernen Kinder so unterschiedlich schnell wie in der Mathematik. Haben Kinder einmal Lücken, verlieren sie die Motivation und fühlen sich bald als Versager. Die Lernprofis Fabian Grolimund, Stefanie Rietzler und Lis Reusser sagen, wie Mütter und Väter ihren Kindern helfen können.

  • «Kann dich die Mathematik fressen?»
    Mit drei Jahren zählte er auf 20, mit fünf entdeckte er ein System hinter der Mathematik. Heute ist er acht und merkt, dass grosse Zahlen unvorstellbar sind. Lian aus dem Berner Seeland hat Freude an der Mathematik.

  • «Manchmal sass ich einfach da und wartete»
    Ab der Mittelstufe wurde für ­Samuel, 14, aus Schüpfen BE in der Mathematik die Zeit knapp. Alles ging zu schnell. So schnell, dass er nicht mehr in die Schule gehen wollte. Eine Lernzielreduktion, ­heilpädagogische Unterstützung und seine Mutter Sabine halfen ihm.

  • «Ein bisschen lustig ist Mathe schon, aber nicht ganz»
    Michelle, 12, aus Bern geht gerne eigene Wege – ob hoch zu Ross oder beim Lösen von Matheaufgaben. Ihre Mutter Nicole rechnet genauso gerne wie sie. In der Unterstufe wollte Michelle die Beste sein. Heute gehen Freunde vor.

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