Kommt das Schreiben von Hand zu kurz in der Schule?

Handschrift ist Hirnschrift: Was das Erlernen der Basisschrift und das Schreiben von Hand mit Gehirnleistung und Lernerfolg zu tun haben – und warum das gute alte Schreibheft im Unterricht noch lange nicht ausgedient hat.
Kinder können immer schlechter mit der Hand schreiben – so lautet die Schlussfolgerung einer repräsentativen Umfrage unter 2000 Lehrpersonen, die der deutsche Verband Bildung und Erziehung vor wenigen Wochen veröffentlicht hat. Nach Meinung des deutschen Lehrpersonals hätten in der Primarschule rund 45 Prozent der Jungen Probleme mit dem Handschreiben, bei den Mädchen seien es 29 Prozent.
 
Es ist ein Ergebnis, das in der Schweiz sehr unterschiedlich aufgenommen wird. «Wir wissen um die Befunde aus Deutschland», sagt Franziska Peterhans, «und wir gehen nicht davon aus, dass die Resultate in der Schweiz anders wären.» Peterhans ist Zen­tralsekretärin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz und hat in den vergangenen Jahren intensiv die Diskussion um die Abschaffung der Schweizer Schnürlischrift als Schulschrift erlebt, die vor allem auch eine Diskussion um den Wert des Handschreibens war. 

«Schönes Schreiben hat sehr lange einen unglaublichen Stellenwert gehabt», sagt Peterhans, «doch die Schnürlischrift ist besonders schwierig zu erlernen.» Das war einer der Gründe, weshalb die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz seit dem Herbst 2014 uneingeschränkt nur noch die sogenannte Deutschschweizer Basisschrift empfiehlt. Bei dieser beginnen die Kinder erst mit Blockschrift, dann werden die einzelnen Buchstaben miteinander verbunden.      
Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren