Herr Fritz-Schubert, wie finden Kinder ihre Stärken?

Wie können das Glück und die Zufriedenheit von Kindern, Erwachsenen und somit der ganzen Gesellschaft gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Ernst Fritz-Schubert, ehemaliger Schulleiter und systemischer Therapeut, mit seinem Team. Ein Gespräch über Selbstfindung, die Fähigkeit, eigene Stärken zu nutzen, und das Schulfach «Glück».
Die Wohnung von Ernst Fritz-Schubert und sein gemeinnütziges Institut zur Stärkung der Persönlichkeit und des Wohlbefindens liegen in einem über 100-jährigen Haus am Philosophenweg in Heidelberg. Das Interview findet im Wohnzimmer statt. Ein gemütlicher Raum mit alten, antiken Möbeln und einem wunderbaren Ausblick auf den romantischen Garten. Wenn Ernst Fritz-Schubert spricht und erklärt, tut er dies engagiert und mit leuchtenden Augen.

Sie sagen, dass Kinder, die für ihr Wohlbefinden sorgen können, besser vor psychischen Problemen geschützt seien.
Ja – und dabei geht es um ein längerfristiges Wohlbefinden, also um Zufriedenheit. Drei Themen sind dabei zentral: Wie kann ich zu guten Gefühlen kommen? Wie entwickle ich Engagement? Und wie schaffe ich es, erfüllende Beziehungen zu haben? Besonders bedeutend ist dabei der Glaube an sich selbst, an die eigene Einzigartigkeit und daran, dass ich im Besitz von Stärken bin. Um diese zu erkennen, brauchen wir Menschen um uns, die uns positive Rückmeldungen geben, uns spiegeln und wertschätzen.

Und was passiert mit den Kindern, die kaum erfahren, welches ihre Stärken sind, und die wenig über ihre Bedürfnisse Bescheid wissen?
Das sind oft die Kinder, die sich anpassen müssen, mit dem Strom fliessen. Oder sie zeigen möglicherweise aggressives Verhalten, um sich vermeintlich stark zu fühlen, oder werden depressiv. Und weil sie ihre Stärken nicht kennen, können sie sich selber auch nicht wirklich leiden. Viele Kinder wissen mehr über ihre Schwächen als über ihre Stärken. Überall wird nach Fehlern und Pannen gesucht – und nicht nach unseren Schätzen! Wir müssen aber unsere Schätze kennen, sie benutzen und damit umgehen lernen. Wenn ich etwas gut kann, fühle ich mich auch wohl damit.

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