Ein Baby als Empathielehrer

Sie sind herzig, noch hilflos, aber gute Lehrer: Geht es nach der Organisation «Roots of Empathy», sollen Babys Kindern mehr Einfühlungsvermögen vermitteln. Das internationale Projekt hat im Herbst 2014 auch an vier Schweizer Schulen Einzug gehalten. Ein Unterrichtsbesuch.
Miriams Lehrerin ist heute etwas müde. Sie reibt sich die Augen, quengelt ein bisschen und gähnt. Miriam hat dafür Verständnis. Die Achtklässlerin neigt den Kopf zur Seite, lächelt sanft. Schliesslich ist ihre Lehrerin erst neun Monate alt.

Ihr Name: Lisa. Ihre Aufgabe: Im Auftrag der gemeinnützigen kanadischen Organisation Roots of Empathy (ROE, auf deutsch Wurzeln der Empathie) soll sie Miriam und ihre Klassenkameraden im Schulhaus Guggenbühl in Winterthur in Empathie unterrichten, für ihre Gefühle sensibilisieren – damit die Kinder letztlich ihre eigenen besser verstehen.

«Hello Baby Lisa, wie geht es dir? Wie geht es dir heut hier?» Die Schülerinnen und Schüler stehen um eine grüne Decke herum und singen aus voller Kehle. Von ihrer Mutter getragen macht Lisa die Runde. Hände greifen nach ihren Füsschen, streicheln über ihre zarten Hände. Das Baby lacht, die Schüler strahlen.

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