Leiden eines Vaters 

Seit der Trennung von der Ehefrau ist seine Tochter praktisch aus seinem Leben verschwunden. Ein Vater erzählt. 
Seit zehn Monaten bin ich aus dem Leben meiner Tochter entfernt. Naja, ich sehe sie ab und zu für ein paar Stunden. Aber für einen Vater, der mehr als zwei Jahre in Elternzeit war, fühlt sich das an, als wäre mir das Herz aus der Brust gerissen worden. Meine Tochter ist fast vier Jahre alt, und ich liebe sie sehr. Sie mich auch. Die Trennung kam, weil meine Frau und ich viel gestritten haben. Auch heftig. Ich habe ihr gesagt, sie soll gehen; ich bin für ein paar Tage abgehauen. Ja, ich habe viele Fehler gemacht. Ich mache mir deshalb auch Vorwürfe, würde gerne die Vergangenheit ändern. Aber ich kann auch nicht alle Schuld auf mich laden. Wir haben einander nicht mehr verstanden.

Ich sehe meine Tochter noch vor mir. Wie sie mir aus dem Fenster winkte, wenn ich zur Arbeit ging. Wie sie in der Badewanne jauchzte, wenn wir sangen: «Ich habe eine Krone und eine Burg, in der ich wohne. Ich habe auch ein grosses Pferd, und auch mein Prinz ist lobenswert. Lo-lo-lo-lo-lobenswert.» Für unsere Tochter wäre es so schön, wenn zwischen ihren Eltern wenigstens ein freundschaftliches Verhältnis bestehen könnte. Ich weiss, dass das wichtig ist. Nur: Wie sollen wir das anstellen?

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