Begegnung mit der inneren Glucke

Eigentlich dachte unsere Kolumnistin immer, loslassen fiele ihr leicht. Und dann wurden ihre Kinder gross.
Und plötzlich war der Bub einen Kopf grösser und fünf Kilo schwerer, von einem Moment auf den anderen, so schien es. Als die Kinder noch klein waren, passierte das dauernd. Da ging ich manchmal morgens zur Arbeit und wenn ich abends heimkam, sah der Sohn ganz anders aus und ich dachte, als arbeitende Mutter verpasse ich so viel. Aber dann kamen die Kinder ins Schulalter, alles wurde strukturierter und regelmässiger. Kontinuierliche Entwicklung statt Sprünge, begleitet von umsichtigen Primarlehrerinnen, die mich lückenlos über seine Fortschritte und Defizite informierten. Ich focht derweil die klassischen Kämpfe zu Hause aus: Kämm dich, bevor du aus dem Haus gehst, räum dein Zimmer auf, leg dein Smartphone weg, wer hat die Kekse fertig gegessen und die Schachtel nicht fortgeworfen? Ich weiss nicht, wie viele Synapsen mir durchgebrannt sind, während ich das in verschiedenen Dezibelstärken einforderte. Aber ich weiss, dass ich den Tag herbeisehnte, dass er es endlich begreift.
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