Desktop ern hrung schule fr hst ck zn ni gem sesandwich
Ernährung

Die Kraftquelle für mein Schulkind

Wer in die Schule geht, braucht Energie. «Die holen sich Primarschüler am besten in Form einer ausgewogenen, vielfältigen Ernährung», sagt Marianne Honegger vom Schulärztlichen Dienst der Stadt Zürich. Die Ernährungsberaterin erklärt, wie ein optimales Znüni aussieht und wie Eltern kleine Frühstücksmuffel zum Essen motivieren.
Interview: Evelin Hartmann
Bild: zVg

Frau Honegger, wie sieht eine sinnvolle Ernährung von Schulkindern aus? 

Vielseitig, farbenfroh und alle Lebensmittelgruppen berücksichtigend. Empfohlen werden beispielsweise zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse am Tag. Diese liefern eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen, Nahrungsfasern sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Stärkeprodukte in der Vollkorn­variante wie Reis, Getreideflocken, Brot oder Kartoffeln liefern  Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Nahrungsfasern. Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Eier ergänzen die Mahlzeit mit Eiweiss. Fette und Öle liefern essenzielle Fettsäuren.

Aber welche Nährstoffe gelten als besonders wichtig in diesem Alter? 

Auch für Kinder gelten die Empfehlungen der Lebensmittelpyramide, wenn die Mengen entsprechend angepasst werden. Besonders wichtig im Wachstum ist eine gute Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, denn diese beiden Stoffe unterstützen den optimalen Aufbau der Knochen. Die beste Kalziumquelle stellen Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse dar. Über einige Gemüsearten wie Brokkoli, Grünkohl, Fenchel und Lauch kann der Körper ebenfalls gut Kalzium aufnehmen. Vitamin D übrigens wird – unter dem Einfluss der Sonne – zu rund 90 Prozent in der Haut gebildet. Auch deshalb ist viel Bewegung im Freien für Kinder so wichtig! 

Was und wie viel sollten Kinder in diesem Alter trinken? 

Über den Tag verteilt etwa einen Liter, an besonders aktiven oder heissen Tagen natürlich mehr – vorzugsweise Leitungswasser oder ungezuckerten Tee. 

Sprechen wir über die erste Mahlzeit des Tages. Wie sollte ein optimales Frühstück aussehen? 

Frühstück und Znüni sollten Energie liefern, die bis zum Mittagessen anhält. Mit diesen Lebensmitteln sind alle Nährstoffe abgedeckt: Getreideprodukte, möglichst Vollkornbrot, Ruchbrot oder Haferflocken, Müeslimischungen mit keinem oder möglichst geringem Zucker­gehalt, ein Glas Milch oder eine Portion Frischkäse, Käse oder Jo­­ghurt nature. Zusätzlich ein Stück Obst oder ein Deziliter ungezuckerten Fruchtsaft. Als Brotaufstrich empfehlen wir etwas Butter oder Margarine, Konfitüre oder Honig.
Anzeige
Wenn das Frühstück in der Familie seinen festen Platz hat, gehört es auch für die Kinder zum Alltag.

Und gefrühstückt wird in Ruhe gemeinsam am Familientisch. 

Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig. Sie bieten Kindern die Möglichkeit, in Ernährungsfragen von ihren Eltern zu lernen. Aber ein ausgedehntes Familienfrühstück ist, mit Ausnahme am Wochenende, im Alltag kaum umsetzbar. Wichtig ist also, dass Eltern ihren Kindern ein vollwertiges Frühstück anbieten.

Was tun mit Frühstücksmuffeln? 

Wenn das Frühstück in der Familie seinen festen Platz hat, gehört es auch für die Kinder zum Alltag. Was wir aber alle kennen: Wenn wir ausgeschlafen sind und Zeit haben, haben wir mehr Appetit auf ein ausgewogenes Frühstück als an einem – vielleicht hektischen – Wochentag, an dem alle früh aus dem Haus müssen. Für Kinder, denen es schwerfällt, am Morgen etwas zu essen, empfehlen wir, zumindest etwas zu trinken. Mit einem Glas Milch oder einem ungezuckerten Fruchtsaft werden gleichzeitig auch Energie und Nährstoffe getrunken. 

Und das Znüni sollte dann etwas reichhaltiger gestaltet werden.

Genau, dann kann der Rest des Frühstücks beim Znüni nachgeholt werden. Wenn Eltern jedoch die Möglichkeit haben, schon morgens früh immer wieder verschiedene Frühstücksvarianten anzubieten und auszuprobieren, kann sich diese Geduld lohnen. 

Welche Lebensmittel gehören in eine Znünibox? 

Idealerweise gehören zum Znüni ein ungesüsstes Getränk sowie eine Frucht oder ein Gemüse. Bei Frühstücksmuffeln kann zusätzlich ein Stück Vollkornbrot oder ein kleines Sandwich angeboten werden. Für das Zvieri gilt das Gleiche. Kindern, die diese Zwischenmahlzeiten regelmässig stehen lassen, kann man das Obst in mundgerechte Stücke ge­­schnitten mitgeben oder selbst kreierte «Kinderspiesse» oder «Räuberbrote» einpacken. Fragen Sie Ihre Kinder, was sie aus der grossen Auswahl von sinnvollen Znünis gerne essen. Können sie mitbestimmen, erhöht sich gerade bei Znünimuffeln die Wahrscheinlichkeit, dass die Zwischenmahlzeit auch gegessen wird.   

0 Kommentare
Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren