Jugendprojekt LIFT: Einstiegshilfe für Jugendliche mit erschwerten Bedingungen
Berufswahl

LIFT: Einstiegshilfe für Jugendliche 

Keine tollen Noten, das Deutsch mangelhaft und das Selbstbewusstsein angeknackst: Unter solchen Voraussetzungen kann sich die Lehrstellensuche schwierig gestalten. Das Jugendprojekt LIFT bietet Schülerinnen und Schülern mit erschwerten Bedingungen eine besondere Chance.
Text: Stefan Michel
Bild: rawpixel.com
Shayna besuchte eine Kleinklasse, hatte Schwierigkeiten in Deutsch und Mathematik, zwei Fächer, die in den Bewerbungen immer besonders beachtet werden. Sie meldete sich selber, um an einem von LIFT vermittelten Wochenarbeitsplatz arbeiten zu können. Zuerst half sie in einem Dorfladen mit, dann in einem Blumengeschäft – Gestelle auffüllen, Sträusse binden, Aufträge ausführen, mit Zeitdruck umgehen. Ihre Vorgesetzten lobten, wie konzentriert und zuverlässig sie arbeitete. Dabei gewann Shayna an Selbstbewusstsein, die Lehrstellensuche machte ihr danach keine Angst mehr. Sie wusste nun: Wenn sie zeigen kann, wie sie arbeitet, braucht sie sich nicht zu verstecken.

Ähnlich erging es Steven, der in einem Sanitärbetrieb mithalf. «Bevor ich am Projekt teilgenommen habe, war ich in der Schule eher für mich. Jetzt mache ich mehr mit den anderen und helfe ihnen auch, wenn sie etwas nicht verstehen. Ich bin ausserdem fleis­siger geworden und erfülle meine Aufgaben in der Schule besser.» Ein solcher Einsatz bereitet nicht nur auf die Berufswelt vor, er motiviert viele auch, sich in der Schule mehr einzusetzen.

Wie Shayna und Steven sind über 3000 Jugendliche jeweils einen Nachmittag pro Woche an einem von LIFT vermittelten Arbeitsplatz tätig – die Einsätze dauern jeweils drei Monate. Sie lernen, wie sie sich in der Arbeitswelt und gegenüber Erwachsenen verhalten sollen und was Zuverlässigkeit bedeutet. Besonders wertvoll ist die Anerkennung, die sie für ihren Einsatz erhalten. Zudem verdienen sie sich ein Taschengeld. Jene, die mit Sprachschwierigkeiten kämpfen, können ihr «professionelles» Deutsch verbessern. So erhöhen sie ihre Chancen auf eine Lehrstelle, manche finden so ihren späteren Lehrbetrieb.
Shayna und Steven sind zwei von 3000 Jugendlichen in der Schweiz, die an einem von LIFT vermittelten Arbeitsplatz tätig sind.
Shayna und Steven sind zwei von 3000 Jugendlichen in der Schweiz, die an einem von LIFT vermittelten Arbeitsplatz tätig sind.

Zusammenarbeit mit 300 Schulen

LIFT rekrutiert ausschliesslich Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer Schulleistungen oder sozialen Kompetenzen voraussichtlich Mühe haben werden, eine Lehrstelle zu finden. Über 60 Prozent von ihnen beginnen direkt nach der Oberstufe eine berufliche Grundbildung. Ein Lehrer im Kanton Zürich erklärt: «90 Prozent meiner Schüler haben eine Anschlusslösung gefunden. Das wäre ohne LIFT absolut unmöglich gewesen.» Wunder bewirkt das Projekt nicht, aber solide Unterstützung, wo es sie braucht.

LIFT arbeitet mit über 300 Schulen in der ganzen Schweiz und in allen Sprachregionen zusammen. Es sind die Lehrpersonen, welche Schülerinnen und Schüler für einen Einsatz vorschlagen. Wer denkt, das wäre etwas für das eigene Kind, muss dessen Schulverantwortliche darauf ansprechen. Ist die Schule noch keine Partnerin des Projekts, kann sie eine werden. 
Hier können Sie das Berufswahl-Spezial als Einzelausgabe bestellen für 4.10 Fr. plus Porto.
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