Ab an die Urne: Unsere Teenies gehen wählen!

Seit kurzem flattern bei uns vier graue Abstimmungscouverts ins Haus: Anderthalb Jahre nach dem Sohn ist nun auch die Tochter volljährig und darf ihre Stimme in die Urne legen. Da werden Erinnerungen an die eigene Jugendrebellion wach. Aber heute ist vieles anders.
Lang ist es her, als ich zusammen mit meinen Eltern zum ersten Mal an eine eidgenössische Urnenabstimmung schritt. Die zuvor gemeinsam am Küchentisch ausgefüllten und danach feinsäuberlich gefalteten Wahlzettel in den Schlitz der metallenen Kiste schob. Begleitet mit einem Gefühl von Stolz und endlich Erwachsensein.

Meine Voten waren anfänglich Lichtjahre von denen meiner Eltern entfernt, ich hatte mich sehr weit links aus dem Fenster gelehnt, während meine Eltern gequält bürgerlich liberal in der Stube sassen. Ich plädierte für den EU-Beitritt, wollte die Grenzen nicht nur ausloten sondern öffnen. Ein Europa für alle! Und schlug danach laut knallend die Türe zu. Ich verstand Vaters Argumente für das Schweizertum überhaupt nicht. Beinahe zu jeder Wahl warf ich das Gegenteil meiner Eltern in die Urne ein.

Rebellisch progressiv versus bieder konservativ. Wenn nur Vater und ich abstimmten, weil Mutter ab und zu die Stimme verweigerte, hebelten wir uns gegenseitig aus, sein Ja machte ich mit meinem Nein platt. Das hat richtig Spass gemacht. 

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