Adventsrituale für die Familie - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Adventsrituale für die Familie

Lesedauer: 11 Minuten

Oh Tannenbaum, oh Bastelkram! Schon bald werden wieder fleissig Kerzen gezogen und Kekse verziert. Wir haben uns in Verlag und Redaktion umgehört und stellen Ihnen unsere liebsten Adventsrituale für die Familie vor.

Text: Florina Schwander
Bild: Rawpixel / zVg

Virginia Nolan: Winterwald vor der Haustür

«Diese Rituale verbringe ich mit der Adventszeit – manche praktizieren wir heute noch, andere sind Teil schöner Kindheitserinnerungen:

  • Worauf ich mich als Kind in der Adventszeit am meisten freute: Mit meinem Opi im Stadtwald den Samichlaus besuchen. Mit dem Tram rauf zum Käferberg fahren, eine halbe Stunde in den Winterwald hineinspazieren – und plötzlich war sie zu sehen: Die kleine Rauchsäule, die vom Kamin eines Holzhäuschen aufstieg, wo Samichlaus und Schmutzli ihre Gäste zu Guetzli und Punsch empfingen. Manchmal parkten sie sogar ihren Esel vor dem Haus. Dieses Ritual gehört zu den schönsten Erinnerungen, die ich an meine Kindheit und meinen Grossvater habe. 
  • Was ich mit meiner Tochter (8) seit ein paar Jahren mache, und mittlerweile hat sie hier die Regie übernommen: Wir gehen im Wald Tannenzapfen, Äste, Steine, Mistel- und Tannenzweige sammeln. Zusammen mit Tierfiguren und Kerzen-Gläschen arrangiert sie das Ganze in einer ausrangierten Holzkiste beim Hauseingang als Winterwald. Ich mag diese Deko sehr, sie vermittelt beim abendlichen Nachhausekommen ein heimeliges Gefühl. 
  • Mitte Dezember backe ich jeweils zusammen mit meinem Gottenmeitli und meiner Tochter Weihnachtsguetzli zu backen – bis ich keinen Teig mehr sehen kann und mich nach fünf Stunden mit Dauerbuckel wie 90 fühle. Schön ists trotzdem.
  • Als unsere Tochter noch kleiner war, bestellten wir zusammen mit den Nachbarsfamilien am 6. Dezember jeweils den Samichlaus ins Haus, der im Wohnzimmer unter ehrfürchtigen Blicken sein goldenes Buch aufschlug. Sein mit Spannung erwarteter Jahresrapport fiel immer wohlwollend aus; Lob überwog, wohlwollende Empfehlungen zum Puff im Kinderzimmer rückten anstelle der gefürchteten Rüge. Ganz anders beim Haus-Chlaus meiner Kindheitserinnerungen, der jeweils in unserem Block die Runde machte – in seinem Fall war dem Chlaus-Verein die pädagogische Schnellbleiche vermutlich untergegangen. Ich erinnere mich einigermassen lebhaft an den Moment, als er meine uneinsichtige (vielleicht weil notorisch unordentliche?) Nachbarin kurzerhand schulterte und sie unter Geschrei das Treppenhaus hinabtrug. Wir waren dann alle sehr erleichtert, als er sie doch nicht in den Sack stopfte. 
  • Was bei uns im Advent auch nicht fehlen darf: Wir gehen Kerzenziehen und haben so einen mittlerweile stattlichen Bestand am Weihnachtsbrennwaren im Schrank.»

Virginia Nolan
ist Redaktorin, Bücherwurm und Wasserratte. Sie liebt gute Gesellschaft, feines Essen, Tiere und das Mittelmeer. Die Mutter einer achtjährigen Tochter lebt mit ihrer Familie im Zürcher Oberland.

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