Warum wir fliegen können

Was es wirklich bedeutet, eine Familie zu sein. Eine Kolumne von Michèle Binswanger.
Gegen eine Geburt ist Science Fiction Kinderzeugs. Man betritt die Geburtsklinik als Paar, zwei mehr oder weniger unabhängige Menschen, die aus freiem Willen zusammengefunden und sich gedacht haben, dass ein Kind zu kriegen eine prima Sache ist. Und man verlässt die Klinik als Meta-Organismus, ein Gebilde aus drei existenziell voneinander abhängigen Persönlichkeiten, kurz Familie.
 
Familie. Anfangs ist dieses Wort der Inbegriff von Glückseligkeit. Mama und Papa gucken den ganzen Tag Baby, oder versenken ihre Blicke ineinander und lächeln still. Wenn Mama stillt, geht Papa einkaufen. Legt feierlich einen Laib Brot und eine Packung Bündnerfleisch in den Einkaufskorb und weiss, dass er für seine Familie auch notfalls ein Mammut mit blossen Händen erwürgen würde, jawohl! Die Tage vergehen, die Wochen, die Jahre. Und der Begriff Familie bekommt einen anderen Beigeschmack. Gut abgehangen möchte man sagen, oder gar ranzig. Familie bedeutet nun Einschränkung, Stress, Verpflichtung. Das passiert irgendwann um den Dreh herum, da man feststellt: Man befindet sich auf einem Flug durchs All mit ungewissem Ausgang. Die nächsten Jahrzehnte wird man damit zu tun haben, die Motoren mit Energie zu versorgen, die Systeme zu kontrollieren, damit der Shuttle nicht abstürzt. 
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