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Was Eltern über Snapchat wissen sollten

Lesedauer: 2 Minuten

80 Prozent der Schweizer Jugendlichen nutzen die App Snapchat mehrmals täglich. Was Eltern darüber wissen sollten.

Text: Michael In Albon
Bild: Joël Hunn

In Zusammenarbeit mit Swisscom

Was ist Snapchat? 

Sinn und Zweck der App erschliessen sich aus dem Namen. Dieser setzt sich zusammen aus Snap (von Snapshot = Schnappschuss) und chat (plaudern). Einerseits werden Bild- und Videonachrichten auf die Plattform gestellt und von anderen Nutzerinnen auf anderen Plattformen geteilt. Diese In­halte lassen sich mit zahlreichen Filtern aufpeppen.

91 Prozent der Schweizer Teenager haben einen Account bei Snapchat. Das ist Platz 2 hinter Instagram.

Ursprünglich waren Dateien nur für eine kurze Zeit sichtbar und wurden dann gelöscht. Heute sind Inhalte auch länger verfügbar. Snapchat dient der schnellen, kreativen und einfachen Kommunikation und lässt sich ähnlich wie Whats­app als Messenger nutzen, sei es zwischen Einzelpersonen oder in Gruppen mit bis zu 16 Teilnehmenden. Besondere Emojis bewerten die Intensität des Austauschs.

Wem gehört Snapchat? 

Der Dienst wurde 2011 gegründet und 2017 von Microsoft für 2,5 Milliarden Dollar gekauft. 

Wer nutzt Snapchat? 

Die App ist vor allem bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ausserordentlich beliebt. Die JAMES-Studie 2020 der ZHAW zeigt, dass 91 Prozent der Schweizer Teenager einen Account bei Snapchat haben. Damit rangiert der Dienst auf Platz 2 hinter Insta­gram (93 Prozent). Rund 80 Prozent der Jugendlichen verwenden Snapchat mehrmals am Tag und somit deutlich häufiger als die ebenfalls beliebte App Tiktok, die nur 52 Prozent so regelmässig nutzen. 

Ab welchem Alter ist Snapchat erlaubt? 

In den App-Shops von Apple und Google ist Snapchat ab 13 Jahren zugelassen. Eine echte Alterskontrolle der Dienste findet aber nicht statt. 

Der Druck, ständig online zu sein, um den Flammen-Status nicht zu verlieren, ist unter Umständen unangemessen hoch.

Was hat es mit der Flamme auf sich? 

Besonders begehrt ist das Flammen-Emoji in einem Chat-Verlauf. Es zeigt, dass die Chat-Partner seit mindestens drei Tagen ohne längeren Unterbruch chatten. Der Druck, ständig online zu sein, um den Flammen-Status nicht zu verlieren, ist unter Umständen unangemessen hoch. 

Was passiert mit den Inhalten? 

Indem Inhalte automatisch schnell wieder gelöscht werden, ist der Grundsatz «das Internet vergisst nie» ausgehebelt. Das ist grundsätzlich zu begrüssen. Mit Funktionen wie «Memories» oder «Story» können Inhalte auf Snapchat heute allerdings auch länger angezeigt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die unterschiedlichen Funktionen und entscheiden Sie gemeinsam, welche Inhalte sich für welche Funktion eignen könnten. 

Worauf gilt es sonst noch zu ­achten? 

Problematisch ist unter Umständen die Funktion «Snap Map»: Sie ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern, ihre Kontakte auf einer Karte zu lokalisieren und sich selbst auf der Karte anzuzeigen. Die App aktualisiert den Standort, sobald sie geöffnet wird. Eltern sollten kontrollieren, ob diese Funktion aktiviert ist und wer diese Information bekommt. Die Funktion lässt sich in den Einstellungen deaktivieren.

Michael In Albon
ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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